VW Golf III von Holger Selbmann

VW Golf III von Holger

— 02.03.2006

Selbmann-Edition

Heute hui, gestern noch pfui! Was derzeit einer der cleansten Golf III ist, war bis vor kurzem noch ein biederer VW der GTI-Edition im Alltagstrimm.

Bis aufs nackte Blech gestrippt

Seine Liebe zum Auto hat Holger Selbmann schon frh entdeckt. Bereits vor seinem Fhrerscheinerwerb interessierte er sich fr alles, was nur irgendwie getunt aussah. Keine Frage, da fr ihn als VW-Fan nur ein Golf in die Garage rollen durfte. Diesen fand er als GTI-Edition-Jahreswagen beim freundlichen Hndler um die Ecke.

Wie gut, da der noch jungfrulich aussehende Wolfsburger ber ein 2,8-Liter-VR6-Triebwerk verfgte. Genau davon trumte der Grohandelskaufmann nmlich schon seit langem. "Serienzustand ist aber nicht schn", dachte sich der St. Gangloffer, beschlo: "Selbst ist der Mann", und baute sich seine ganz spezielle "Selbmann-Edition".

Als erstes wurde das Auto bis aufs nackte Blech gestrippt, bis auf die letzte Schraube zerlegt. Holger entschied sich, den Wagen nicht mit wildem ICE (In Car Entertainment) auszustatten, sondern gem dem Motto "Weniger ist mehr" zu glnzen! Der Grund: Es gibt gengend Einser- und Zweier-Glfe mit extrem cleanem Innenraum, aber kaum einen Dreier.

Selbst die Instrumente sind gecleant

Von der Karosserie ber den Motorraum bis in die hintersten Winkel des Innenraumes wurde alles so glatt wie mglich gestaltet. Dafr wurden im Koffer- und Furaum Bleche eingeschweit. An der Auenhaut entfernte der Thringer dafr alle Sicken der Stostangen und Tren, die im Zusammenwirken mit der in Blech verlngerten Haube und den geweiteten Radlufen wackeren Sportsgeist demonstrieren. berdies verleihen Vierer-Scheinwerfer mit Xenon-Licht dem Ganzen augenfllig Nachdruck.

Nach Abschlu aller Karosseriearbeiten konnte dann auch endlich der lila-grnliche Flip-Flop-Lack auen wie innen ausgiebig aufgetragen werden. Nach dem Zusammenbau des Wagens und den ersten Sonnenstrahlen sah man unschne Sprhwolken im Lack. Also wurde der VW erneut zerlegt und zum Lackierer gebracht. Beim zweiten Mal war das Ergebnis dann zufriedenstellend. Auch die Limited-Felgen konnten nun angesteckt werden, nachdem sie zuerst nicht lieferbar gewesen und dann auch noch mit falsch gebohrtem Lochkreis bei Holger gelandet waren.

Die aufgrund des Radikalcleanings eher sprlich ausfallende Innenausstattung war bereits vom Sattler mit beigem Leder bezogen worden und ebenfalls bereit zum Einbau. Auf Lftungsdsen, Instrumente und eine Mittelkonsole mu das Armaturenbrett seither allerdings verzichten. Selbst die Tachoscheiben wurden vom Cleaning nicht verschont. Ein Lederberzug lie die Ziffern verschwinden. Einzig und allein der TFT-Monitor war des Golf-Fans Zugestndnis an etwas Luxus.

Alle wichtigen Schalter und das Radio verbannte er in das Handschuhfach. Die Vollschalensitze und die Eigenbau-Seitenverkleidungen harmonieren gut mit der leeren Fahrgastzelle und dem polierten berrollkfig. Wo ehemals der Dachhimmel eine gemtliche Wohnzimmeratmosphre schuf, haust nun khles poliertes Riffelblech.

Die Facts zu Holgers Golf III

Viel "Bling-Bling" gab es auch fr den Motor. Nachdem alle Anbauteile versteckt und die Spritzwand entfernt waren, erhielt der VR6 eine gnadenlose Behandlung mit viel Chrom und Gold. Somit perfekt fr die erste Saison gerstet, sollte es zum ersten Roll-out gehen. Doch weit kam man nicht. War doch die Strae vorm Haus wegen einer Sanierung zwei Meter tief ausgeschachtet. Getreu dem Motto "Selbst ist der Selbmann" lste Holger auch noch dieses Problem mit der Straenbaufirma.

Autor: Sebastian Schulz

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