VW Golf IV von Sandra Kainz

VW Golf IV von Sandra Kainz (2007) VW Golf IV von Sandra Kainz (2007)

VW Golf IV von Sandra Kainz

— 11.05.2007

Sport-Bunt

Die Mädels sind auf dem Vormarsch in der Tuning-Szene. So spricht es nicht mehr nur für ein hohes Maß an Vernunft, wenn sich eine junge Dame einen Golf TDI kauft. Das schöne Geschlecht weiß längst, was Drehmoment ist. Es handelt sich hierbei um jenen Moment, in dem der Tuning-Chip Wirkung zeigt und das Fahrzeug aus der Feinstaubzone katapultiert.

Sandra Kainz war gerade 21 Jahre alt, als sie am 1. April 2003 einen technoblauen VW Golf mit Diesel-Triebwerk kaufte. Der im August 2000 erstmals zugelassene Wagen sah gut aus und es machte Spaß, aufs Gas zu treten, um 90 Pferdchen die Sporen zu geben. Es ließ sich nicht nur an Lenkrad, Sitzen und Schaltknauf erkennen, weshalb das Sondermodell Sportline hieß, obwohl das Gefährt auch reichlich Komfort bot. So zählten auch Climatronic, elektrische Fensterheber sowie ABS und ESP zur Grundausstattung.

Die perfekte Chiptuning-Basis

Dennoch hatte sich keineswegs nur am Wörthersee längst herumgesprochen, dass gerade die 90-PS-Version des Wolfsburger Selbstzünders äußerst dankbar auf eine Optimierung des elektronischen Motor-Managements reagiert. Tatsächlich – mit einem entsprechenden Chip entwickelte der klassenlose Kompakte ein Temperament, das sich weder mit Stahlfelgen noch mit der werksseitig vorgesehenen Bodenfreiheit vertrug.

Der 90-PS-Selbstzünder bietet die perfekte Basis für Chip-Tuning.

Gegen diesen Mangel half die Montage eines KW-Gewindefahrwerks der Variante 2. Allerdings wollten die neu angeschafften Räder nicht so recht unter das tief gesunkene Blechkleid passen. Die 225/40er-Contis auf Barracuda-Starform-Evolution-Alus in den Maßen 8,5x18 ET 35 zeigten Berührungsängste gegenüber den Radläufen, zumal an der Hinterachse auch noch 1,5 Zentimeter starke Distanzscheiben zwischen Felgen und Bremsscheiben geklemmt werden sollten. Folglich führte kein Weg an entsprechenden Blecharbeiten vorbei.

Böser Blick? Für Sandra ein Muss!

Ein Golf hat böse zu gucken! Egal ob 1er, 2er, 3er oder 4er.

In letzter Konsequenz musste sich auch ein Lackierer mit dem Fahrzeug beschäftigen, so lag es nahe, vorher noch eine Reihe weiterer Karosseriearbeiten zu erledigen. Die Verlängerung der Motorhaube brachte neben einem bösen Blick auch einen erheblich flacheren Streckgitter-Grill ohne Markenemblem mit sich. An den Flanken gingen die Stoßleisten flöten; das Heck verlor Klappengriff, Schloss, Wischer und VW-Zeichen. Die Öffnung der dritten Tür erfolgt seither durch einen elektrischen Stellmotor. Ebenfalls elektrisch lassen sich die neuen, im klassischen M3-Look gehaltenen Außenspiegel verstellen. Formvollendung erfuhr der Golf durch die Montage von Seitenschwellern und Stoßfängern aus dem Hause Seidl sowie eines Dachkantenspoilers vom Rieger Toni. Die Krönung des Ganzen ist allerdings die auf blauem Grund basierende Design-Lackierung, für die kein Geringerer als Knud Tiroch verantwortlich zeichnet.

Der Künstler setzte hier auf eine Reihe besonderer Effekte sowie die seit den 80ern überaus beliebten Metalflakes. Bei der Komplettierung des Fahrzeugs liefen Klarglas-Scheinwerfer, weiße Seitenblinker und rot getönte Hella-Rückleuchten den entsprechenden Serienbauteilen den Rang ab. Da die Leistungssteigerung auf elektronischem Wege keine sichtbaren Spuren hinterlässt, wurde wenigstens die Kunststoffabdeckung des Triebwerks in sattes Gelb getaucht. Eine Wiechers-Domstrebe signalisiert, dass die Lady das Thema Tuning wirklich ernst nimmt.

Tuning ist Hightech, Optik, Sound und ganz viel Herzblut

Mehr Endrohr wäre zuviel: Austritte jeweils rechts und links reichen.

Ähnliche Rückschlüsse lassen sich aus den gelochten Bremsscheiben ziehen, während Chromfolien auf der Verglasung und die beiden ovalen Auspuff-Endrohre eher Showzwecken dienen. Innen gibt's sich vergleichsweise nüchtern. Hier setzen Pedalauflagen vom Golf R32 und Fußmatten im Chrom-Look die optischen Glanzlichter. Wahre Sportlichkeit dagegen demonstrieren die elektrischen Schroth-Gurte. Im dafür vorgesehenen Schacht steckt ein MP3-fähiges JVC-CD-Radio, dem zwei Endstufen des Typs Mac Audio Maximus 4.80 zur Seite stehen. Eine davon ist für die acht 16er-Mac-Audio-Kickbässe zuständig, die die Jungs von Fofis Garage gleichmäßig auf die beiden von ihnen gefertigten Doorboards verteilten. Dazu installierten sie italienische Edelhochtöner Marke Regent. Der zweite Verstärker wurde gebrückt und durch zwei 1-Farad-Kondensatoren ergänzt, um den beiden im ehemaligen Gepäckabteil untergebrachten 30er-Woofern einzuheizen.

Obwohl musikalisch viel geboten ist, sind es vorwiegend die Drehmomente, die Sandra Kainz nicht vergisst. Oft sehnt sie sich danach, denn ihr Schmuckstück darf nur bei schönem Wetter raus. Für den Alltag muss ein Golf II herhalten, der drucktechnisch keine Chance hat gegen ihren knallbunten TDI – weder im Bass-Bereich noch in Sachen Beschleunigung!

Autor: Helmut Horn

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