Gebrauchtwagen-Test VW Golf Sportsvan

VW Golf Sportsvan VW Golf Sportsvan VW Golf Sportsvan

VW Golf Sportsvan: Gebrauchtwagen-Test

— 18.12.2017

Der Golf für Aufsteiger

Nicht jeder findet den Senioren-Golf cool. Aber er überzeugt mit erstaunlichen Qualitäten – auch im Gebrauchtwagen-Test.

Was tun mit einem Auto, das sich bestens verkauft, sich aber partout nicht aus der Imagekrise befreien lässt? Die Rede ist vom Golf Plus. Der hohe und geräumigere Ableger des VW Bestsellers war zwischen 2004 und 2013 ein kommerzieller Erfolg, aber auch Inbegriff der Betulichkeit. Damit sollte 2013 Schluss sein, als der Nachfolger mit neuem Konzept sowie modernerem Namen um die Ecke kam. Der Sportsvan ist eigenständiger, erinnert mehr an Kombi oder SUV. Aber die silberhaarige Kundschaft blieb dieselbe.

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Die Golf-VII-Basis ist ein Volltreffer

Der extrem variable Kofferraum fasst zwischen 500 und 1520 Liter.

Dafür machte der Neue bei der Qualität einen großen Sprung nach vorn. Während der Plus noch auf dem deutlich labileren Golf V basierte und auch dessen Schwächen erbte, erweist sich die Golf-VII-Basis für den Sportsvan als Volltreffer. Ein 1.4 TSI Highline absolvierte den 100.000-Kilometer-Test von AUTO BILD so überzeugend, dass er spontan gleich auf die nächsten 100.000 geschickt wurde. Strafpunkte gab es lediglich für erste kleine Rostansätze aufgrund von zu sparsamem Einsatz von Korrosionsschutz sowie für das ruckelige DSG-Getriebe. Den nervösen Automatik-Ersatz ordert die Hälfte der Kunden. Auch wenn von den früher üblichen und teuren Ausfällen der Mechatronik bis lang kaum etwas bekannt ist, bleiben die raubeinigen Manieren des Getriebes zumindest ein ästhetischer Mangel. Der stört schon deshalb, weil der Sportsvan ansonsten mit hohem Fahrkomfort und Nutzwert glänzen kann. Das Platzangebot ist riesig, der Kofferraum variabel und gut zugänglich, die Übersicht dank niedriger Gürtellinie überraschend gut.
Technische Daten: VW Golf Sportsvan 1.6 TDI
Motor Sechszylinder/vorn längs
Ventile/Nockenwellen 4 pro Zylinder/2
Hubraum 1598 cm³
Leistung 81 kW (110 PS) bei 3200–4000/min
Drehmoment 250 Nm bei 1500–3000/min
Höchstgeschwindigke 192 km/h
0–100 km/h 11,3 s
Tank/Kraftstoff 50 l/Diesel
Getriebe/Antrieb 5-Gang manuell/Vorderrad
Länge/Breite/Höhe 4338/1807/1578 mm
Kofferraumvolumen 500–1520 l
Leergewicht/Zuladung 1505/415 kg
Überblick: Alles zum VW Golf Sportsvan

Anfängerfehler konnten unserem Testwagen nichts anhaben

Unser Testwagen vom Autohaus Tietjen in Harsefeld ist ein ausrangierter Fahrschulwagen. Innerhalb von drei Jahren und 142.000 Kilometern überstand der tornadorote 1.6 TDI zahllose Anfängerfehler. Zu merken ist davon nicht viel. Im aktuellen AUTO BILD-TÜV-Report läuft der Sportsvan sogar zur Höchstform auf: Der zweite Platz im Gesamtklassement bei den Zwei- bis Dreijährigen ist eine Meisterleistung. Damit lässt der solide Hochsitz am Ende die Konkurrenz alt aussehen. Von wegen Rentnerkutsche. Was beim AUTO BILD-Testwagen aufgefallen ist, und auf welche Mängel Käufer beim VW Golf Sportsvan außerdem achten sollten, erfahren Sie in der Bildergalerie.

Gebrauchtwagen-Test VW Golf Sportsvan

VW Golf Sportsvan VW Golf Sportsvan VW Golf Sportsvan
Kosten: VW Golf Sportsvan 1.6 TDI
Unterhalt
Testverbrauch 5,5 l D/100 km
CO2 146 g/km
Inspektion 250-500 Euro
Haftpflicht (15)* 454 Euro
Teilkasko (21)* 175 Euro
Vollkasko (18)* 566 Euro
Kfz-Steuer (Euro 6) 152 Euro
Ersatzteilpreise**
Lichtmaschine (AT) 901 Euro
Anlasser (AT) 483 Euro
Wasserpumpe (AT) 376 Euro
Zahnriemen 410 Euro
Nachschalldämpfer 306 Euro
Kotflügel vorn links, lackiert 685 Euro
Bremsscheiben und -klötze vorn 447 Euro
** Onlinetarif der HUK24-Versicherung: Zulassung in Hamburg, Fahrer nur Versicherungsnehmer und Partner (25 Jahre alt), jährliche Fahrleistung 15.000 km, Schadensfreiheitsklasse 1; ** Preise inklusive Arbeitslohn und 19 Prozent Umsatzsteuer

Autor:

Malte Büttner

Fazit

Mit dem gut gemachten Sportsvan hat VW verlorenen Boden gutgemacht. Die hervorragende TÜV-Bilanz und der beste AUTO BILD-Dauertest seit zehn Jahren sagen alles. Nur das DSG nervt weiter. Urteil: vier von fünf Punkten.

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