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VW Golf Sportsvan: Kaufberatung von AUTO TEST

— 26.06.2014

Gesucht: der beste Golf Sportsvan

Der VW Golf Plus ist Geschichte, sein Nachfolger trägt den Beinamen "Sportsvan". Ein Widerspruch in sich, oder kann der Hochdach-Kompakte tatsächlich Dynamik mit opulentem Platzangebot vermählen?

Golf plus Van gleich Sportsvan? Hoppla, jetzt haben wir das böse Wort "plus" schon wieder getippt – sorry VW, Ihr wollt es ja eigentlich nicht mehr hören. Golf Plus, das klang am Ende wohl ein bisschen nach Opaauto. Und da entgegen dem demografischen Wandel heute alles ganz furchtbar jung und dynamisch sein muss, wurde der Beiname Plus kurzerhand in Rente geschickt. Dabei war der ab 2004 gebaute Hochdach-Kompaktwagen sehr erfolgreich, immerhin 20 Prozent aller verkauften Gölfe waren Plus-Modelle. So verwundert es nicht, dass VW die Generation Golf Plus beim Sportsvan künftig gern wieder mitnimmt, zusätzlich aber auch junge Familien und – Achtung, Marketing-Wortschöpfung – "Premium-Downsizer" (die aus höheren Klassen auf den Sportsvan umsteigen sollen). Hmm, hohe Erwartungen an eines von vielen Golf-Derivaten – hat es dazu denn die nötigen Talente?
Der neue VW Golf Sportsvan im Euro NCAP Crashtest

Selten gewordener Vorzug: Der Sportsvan bietet beste Übersicht

Video: VW Golf Sportsvan

Das Beste aus zwei Welten

Gleich hoch wie der Golf Plus, ist der Sportsvan 13 Zentimeter länger und fünf Zentimeter breiter als der Vorgänger. Das kommt den Proportionen zugute, auch lässt das klare, kantige Design den Sportsvan viel ernsthafter wirken als den rundlichen Vorgänger. Der Neue sticht in die Lücke zwischen dem 60 Millimeter kürzeren Golf und dem 80 Millimeter längeren Touran – mit klarer Tendenz in Richtung Touran. Dies fällt schon beim Einstieg auf, man sitzt bequeme sechs Zentimeter höher als im Golf. Überm Scheitel ist verschwenderisch viel Platz, man könnte den Sportsvan also durchaus mit Hut fahren. Auch in allen übrigen Dimensionen, vorn wie hinten, gibt’s jede Menge Bewegungsfreiheit. Die Fondsitzbank ist bereits im Basismodell um 18 Zentimeter längs verschiebbar, die Lehnen sind in ihrer Neigung einstellbar. Je nach Position der Rückbank passen großzügige 500 bis 590 Liter dahinter, legt man sie komplett um und stapelt bis unters Dach, fasst der kompakte Van 1520 Liter – deutlich mehr als ein Audi A4 Avant (490 bis 1430 Liter). Dass der Sportsvan im wahrsten Sinne des Wortes ein aufrechter Typ ist, kommt auch der Rundumsicht zugute: Große Fensterflächen lassen von der erhöhten Sitzposition eine vorzügliche Übersicht zu – das ist leider selten geworden bei heutigen Autos. Eine Einparkhilfe ist für den Sportsvan also nicht zwingend erforderlich. Die Fahrer-Sitzposition ist Konzern-typisch perfekt, ebenso die Sitze selbst, welche anständigen Seitenhalt mit sehr gutem Langstreckenkomfort verweben. Die Bedienung erklärt sich selbst, der zentrale Monitor fürs Infotainment liegt blickgünstig weit oben in der Mittelkonsole. Materialqualität und Verarbeitungsgüte sind auf dem von VW gewohnten hohen Niveau.
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Fahrdynamisch gleicht der Sportsvan dem normalen Golf

Der gegenüber dem Golf längere Radstand macht sich positiv bemerkbar: Der Sportsvan bietet angenehmen Federungskomfort.

Und was ist mit Sport? Überraschend viel. Auf unseren ausführlichen Testfahrten ließ sich in Sachen Fahrdynamik kaum ein Unterschied zum flacheren Golf spüren, das Handling ist überaus neutral und vollkommen narrensicher. Gleichwohl bietet der Sportsvan einen sehr angenehmen Federungskomfort, der gegenüber dem Golf längere Radstand macht sich hier positiv bemerkbar. Lediglich die optionale 18-Zoll-Bereifung des Testwagens vereitelte Bestleistungen beim Abrollkomfort in gleichem Maße, wie sie die mögliche Querbeschleunigung erhöhte. Die beiden 150-PS-Motoren treiben das Großraumauto flink voran und bieten auch noch Kraftreserven für volle Beladung. Bei flüssiger Fahrweise vermeldete der Bordcomputer des 1.4 TSI einen Schnittverbrauch von 8,6 Liter, der des 2.0 TDI einen Konsum von 6,2 Liter auf 100 Kilometer. Selbst mit 110 PS fühlt man sich im Sportsvan nicht untermotorisiert, Abstand nehmen würden wir jedoch von der 86-PS-Version sowie generell auch von der bisweilen hektischen Doppelkupplungsautomatik zu 1850 Euro.

Ausparkassistent warnt vor herannahenden Fahrzeugen

Das Cockpit-Layout entspricht dem des Golf – nur wurde alles ein wenig nach oben gezogen.

In der Basisausstattung Trendline rollt der Sportsvan grundsätzlich auf schüchternen 15-Zoll-Stahlrädern samt Plastikkappen. Außer den Obligatorien Funk-Zentralverriegelung, elektrische Außenspiegel und Fensterheber, höheneinstellbarer Fahrersitz sowie Bordcomputer ist noch eine manuelle Klimaanlage serienmäßig an Bord; ein banales Radio kostet aber bereits 410 Euro extra. Und sollten Sie wie der Autor zu diesen altmodischen Menschen zählen, die Musik von silbernen Scheiben hören, werden gar 615 Euro fällig. Für die mittlere Ausstattungslinie Comfortline müssen gut 2000 Euro angelegt werden, als Gegenleistung winken unter anderem 16-Zoll-Leichtmetallräder, Klapptische an den Rückseiten der Vordersitze, eine akustische Einparkhilfe für Front und Heck, ein City-Notbremsassistent sowie ein Radio – ohne CD-Player. Dieser schlägt mit weiteren 205 Euro zu Buche. Der Griff zur Topausstattung Highline kostet weitere 1775 Euro. Hier sind neben Bi-Xenonscheinwerfern weitere wertvolle Dinge wie beheizbare Vordersitze, Nebelscheinwerfer mit Abbiegelicht, Zwei-Zonen-Klimaautomatik, 17-Zoll-Räder und CD-Player an Bord. Der stets empfehlenswerte Tempomat kostet aber auch hier 205 Euro, mit adaptiver Abstandsregelung ab 265 Euro Aufpreis. Adaptivtempomat und Xenonlicht lassen sich aber auch im Fahrerassistenz-Paket (2425 Euro) für Comfortline zubuchen. Es umfasst darüber hinaus unter anderem einen Spurhalte-, Totwinkel- und Ausparkassistenten (Letzterer warnt beim Rückwärtsausparken vor herannahenden Fahrzeugen) sowie eine dynamische Leuchtweitenregulierung und Diebstahlwarnanlage.
Technische Daten: VW Golf Sportsvan
Benziner-Varianten
1.2 TSI 1.2 TSI 1.4 TSI 1.4 TSI
ab 19.625 Euro ab 21.325 Euro ab 24.525 Euro ab 25.825 Euro
Diesel-Varianten
1.6 TDI BlueMotion 1.6 TDI 2.0 TDI
ab 24.125 Euro ab 23.800 Euro ab 28.350 Euro
So oder so, wir sind gerade dabei, die 30.000-Euro-Latte zu reißen, denn der Sportsvan kostet 2300 Euro mehr als der auch nicht eben günstige Golf. Wir machen also eine neue Rechnung auf, bestehend aus 110 PS, Trendline-Ausstattung und wenigen, sinnvollen Extras. Beispiel eins, geeignet für Wenigfahrer (bis zirka 15.000 Kilometer pro Jahr): Als 1.2 TSI mit 110 PS starten wir bei überschaubaren 21.325 Euro und addieren nur die allerwichtigsten Optionen wie das Bi-Xenon-Kurvenlicht (1215 Euro), den Tempomaten (230 Euro), das CD-Radio (615 Euro), die Sitzheizung (Winterpaket, 430 Euro) sowie das vollwertige Reserverad (76 Euro). Macht in Summe 23.891 Euro für einen Sportsvan, der im Grunde alles kann. Geht doch. Beispiel zwei, geeignet für Vielfahrer (mehr als 15.000 km/Jahr): 1.6 TDI BlueMotion Trendline, 110 PS, Basispreis 24.125. Mit unseren fünf essenziellen Extras kommen wir auf 26.691 Euro, Aluräder sind beim BlueMotion übrigens Serie.
VW Sportsvan R-Line: Preise

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VW Golf Sportsvan

Veröffentlicht:

06.06.2014

Preis:

2,00 €



Autor:

Florian Neher

Fazit

Viel mehr Platz und Variabilität ohne spürbare Abstriche beim Fahrverhalten – der Sportsvan ist der bessere Golf! Auch der teurere, man bekommt schließlich mehr Auto. Als typischer VW erlaubt er sich keine echten Schwächen und wird vermutlich eher dem Touran als dem Golf Käufer abnehmen.

Stichworte:

Kompaktklasse

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