VW Golf VII: Kaufberatung

— 09.10.2012

Wem passt welcher Golf?

Der Bestseller startet mit nur vier Motoren, doch ab 2013 wächst das Programm mit BlueMotion und GTI. Der zündet sogar zwei Stufen. AUTO BILD zeigt, welcher Golf zu welchem Käufer passt.

Willkommen im Golf-Theater! Am 18. November startet die siebte Ausgabe des Wolfsburger Klassikers, wobei die Bühne zu Beginn noch spärlich besetzt sein wird. Gerade mal vier Motoren bestreiten den Auftakt – eine magere Auswahl, die manchen Käufer ärgern dürfte. Doch ab Frühjahr 2013 treten nach und nach Typen auf, die klingende Namen besitzen und entschieden mehr Spannung ins Stück bringen: der GTI als sportlicher Held mit 220 PS und als sein Gegenstück der BlueMotion – der Sprit-Schotte unter den Gölfen soll mit 3,2 Liter Normverbrauch auskommen. Fürs Knistern der kernigen Art sorgt ab Sommer 2013 der neue GTI, der erstmals in zwei Stufen antreten wird. Stufe eins hat 220 PS, also 10 PS mehr als der Vorgänger und 350 statt 280 Nm Drehmoment, so viel wie bisher ein Golf R. Ein kurzer Blick auf seine Setcard zeigt: 6,6 Sekunden bis Tempo 100, 246 km/h Spitze, trotzdem auf dem Papier nur 6,0 Liter Normverbrauch pro 100 Kilometer.

Neuer VW Golf VII: Erster Fahrbericht

Video: VW Golf VII

Erste Fahrt im neuen Golf

Neu an Bord sind 17-Zoll-Bremsen, eine Vorderachsquersperre (VAQ), die mehr Antriebskraft zum kurvenäußeren Rad schickt, um Untersteuern zu unterbinden, sowie die serienmäßige Progressivlenkung. Deren variable Übersetzung bedeutet: weniger Kurbeln beim Einparken, direktes Einlenken beim Angasen. Wann ist der GTI ein GTI? Erst mit rotem Streifen im Kühlergrill, roten Bremssätteln, Dachkantenspoiler und zwei 80 Millimeter großen Endrohren – alles wieder da. Genauso wie beim manuellen Getriebe der Schaltknauf im Stil eines Golfballs oder auf den Sportsitzen das obligatorische Karomuster, das neu gestaltet ist und diesmal "Clark" heißt. Um jetzt nicht ins Kleinkarierte zu rutschen – das Thema beim neuen GTI wird sicher die zweite Stufe auf der Power-Skala: das Performance-Paket mit 230 PS. 10 PS mehr als Stufe eins, das klingt nach wenig mehr, zumal das Drehmoment unverändert blieb. Auch das Zehntelchen im Normsprint (6,5 Sekunden) dürfte kaum jucken.

Im Überblick: Alle News zum VW Golf VII

Dunkle Rückleuchten, rote Bremssättel, zwei 80-Millimeter-Endrohre – die GTI-Kennzeichen.

Eher die Topspeed, die VW mit 250 km/h angibt – ohne Tuning-Chip, mit voller Garantie! "Was kost' das?", hat beste Aussichten auf Deutschlands meistgestellte Frage 2013. Wissen wir noch nicht, nur eines steht schon fest: Besser als mit Stufe zwei kann man das Publikum im Golf-Theater kaum anheizen. Am meisten erstaunt im Golf-Ensemble die Karriere des BlueMotion. Dieser Grünling fing vor fünf Jahren mit 4,5 Liter Normverbrauch an, steigerte sich in der nächsten Generation 2009 auf 3,8 Liter Diesel, das entspricht vorbildlichen 99 Gramm CO2-Ausstoß pro 100 Kilometer. Beim neuen Modell haben die Entwickler nochmals 0,6 Liter oder 15 Prozent rausgeholt – die 3,2 Liter oder theoretische 1582 Kilometer Reichweite verblüffen fast noch mehr als die Muskeln am GTI.

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Mit nur 3,2 Liter Normverbrauch unterbietet der Golf als BlueMotion die Benzin-Hybriden von Toyota.

Der technische Aufwand liest sich wie ein Katalog aller bekannten Spartricks: neuer 1,6-Liter-TDI mit weniger innerer Reibung, neues Kühlsystem, kürzere Warmlaufphase, wassergekühlter Ladeluftkühler direkt im Saugrohr – und dabei beschränken wir uns nur auf die neuen Kniffe. An der Karosserie werden jetzt die Lüftungsgitter teilweise verschlossen, sogar die Kühlkanäle für die Bremsen müssen zur besseren Aerodynamik beitragen. Viel wichtiger, dass VW beim BlueMotion nun Schluss macht mit dem einheitlichen Kassenmodell. Stattdessen hat der Kunde die freie(re) Auswahl und kann Trendline oder Comfortline bestellen, Zwei- oder Viertürer. Ab rund 22 000 Euro gehören zur Serienausstattung Klimaanlage, Zentralverriegelung, Fünf-Zoll-Touchscreen, Multikollisionsbremse, Parkbremse auf Knopfdruck und natürlich alle anderen Neuheiten des Golf Nummer sieben. Ein Alltagsheld mit echtem Knausertalent – wo bleibt da eigentlich der Spielraum für die Helden von übermorgen, den Elektro-Golf oder den Hybrid-Golf? Spannende Frage.

Ausblick: So kommt der neue Golf GTI

Kostspielige Extras: Das große Festplatten-Navi bindet Handys per Bluetooth ein.

Die gute Nachricht: Der Golf wird nicht teurer, sondern im Grundpreis etwas günstiger. Allerdings präsentiert sich das Angebot zum Verkaufsstart trist. So gibt es acht Farben, von denen nur "Uranograu" keinen Aufpreis kostet. Weiß (für 137 Euro extra), Schwarz (240 Euro) sowie Rot, Silber und Grau als Metallictöne folgen später. Aluräder für den Trendline sind ab sofort 16 Zoll groß und kosten 1075 Euro. "15 Zoll wurden kaum bestellt", argumentiert VW. So kurz die aktuelle Preisliste des Golf derzeit ist – schon jetzt stecken Fallstricke darin, die viele Käufer ärgern werden. Beispiel: Zwar bietet VW jetzt mehr Sicherheit an Bord, kassiert dafür aber hintenherum. So kostet die Verkehrszeichenerkennung, ein Fahrerassistenzsystem aus höheren Klassen, nur 320 Euro. Es kann aber nur mit dem teuersten Navi "Discover Pro" (ab 2315 Euro) geordert werden. Kommentar von VW: "Erst das teure System hat die technischen Voraussetzungen für die Schildererkennung."

Noch ein Ärger: Die iPod-Buchse für 70 Euro ist gebunden an das Radiosystem "Composition Media" – das steht mit 870 Euro extra in der Liste. Okay, bei Multimedia tastet sich VW in einen Markt vor, in dem das Bestellverhalten der Kunden unsicher ist. Trotzdem müssen Erstkäufer kräftig in die Tasche greifen. Ein Hersteller darf Optionen zusammenfassen, um die Bestellvielfalt einzudämmen. Aber warum sind rückenfreundliche ErgoActive-Sitze (630 Euro extra) nur mit einem Lederlenkrad (weitere 170 Euro) zu bestellen? "Weil diese Sitze teilweise Leder tragen und das Interieur aus einem Guss sein soll", argumentiert der Hersteller. Aber wenn der Kunde lieber spart als passend einzurichten? Oben in der Bildergalerie stellen wir vier Modelle für vier unterschiedliche Fahrertypen vor. Den kompletten Artikel mit allen Daten und Tabellen gibt es im Online-Heftarchiv als PDF-Download.

Wem passt welcher Golf?

Der vollständige Artikel ist ab sofort in unserem Online-Heftarchiv erhältlich. Hier können Sie das Original-Heft-Layout als PDF-Dokument downloaden.
VW Golf GTI

Veröffentlicht:

04.10.2012

Preis:

1,00 €

Joachim Staat

Joachim Staat

Fazit

VW bietet jetzt mehr Golf fürs Geld: mehr Sicherheit, modernere Elektronik, sparsamere Motoren. Gute Gründe, jetzt den Neuen zu wählen, zumal die Preise nicht oder nur bei wenigen Extras gestiegen sind. Allerdings ist die Auswahl beim Verkaufsstart noch eingeschränkt: Wer jetzt nicht seinen Wunschtyp findet, wartet, bis das Programm wächst. Spätestens nächsten Sommer gibt es wieder Gölfe wie Sand am Meer.

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