Die Tops und Flops des neuen VW Golf VII

VW Golf VII: Pro und Contra

— 05.09.2012

Neuer VW Golf: Tops & Flops

Wo Licht ist, da ist auch Schatten: schöne Detaillösungen stehen hartem Plastik gegenüber. Wir sagen, was uns am brandneuen VW Golf VII gefällt und was nicht.

Der Champion der Kompaktklasse kommt komplett neu – und die VW-Macher können vor Stolz kaum laufen. "Was seine Väter diesem Auto mit auf den Weg gegeben haben, da kann jeder nur vor Neid erblassen", tönt VW-Chef Martin Winterkorn bei der Präsentation vor 700 Gästen in der Berliner Neuen Nationalgalerie. Kein Zweifel, die siebte Generation des Wolfsburger Bestsellers ist grüner, sparsamer, effektiver, sicherer und hochwertiger denn je. Aber bei allem Jubel – wir fanden auch genug zu mosern.

Alle Motoren, alle Ausstattungen: Preise VW Golf VII

Video: VW Golf VII

Der neue Golf: Film ab!

Das gefällt uns:
Der Golf bleibt ein Kompakter, wächst nur dezent um sechs Zentimeter auf 4,26 Meter Länge. Das Auto ist komplett neu, während die Konkurrenz (Ford Focus, Honda Civic, Kia Ceed) nur Bekanntes aufkocht. Der Golf wird messbar und wirklich leichter, damit dürften auch die Verbräuche im Alltag sinken. Sein Innenraum bietet bei einer ersten Sitzprobe mehr Platz für Knie und Schultern, gefühlt mehr als die Zahlen aussagen. In der Mittelkonsole holt VW kräftig auf: Navi- und Entertainmentsysteme sind endlich Up to date. Kleinigkeiten zeigen, wie engagierte Ingenieure am Golf gefeilt haben: das kleine Dreieckfenster vor dem Seitenspiegel erleichtert die Sicht nach rechts und links. Die Ladekante des Kofferraums liegt noch tiefer als bisher (67 Zentimeter). Darin untergebracht ist ein Griff zur Entriegelung der Anhängerkupplung, samt LED, die Einrasten anzeigt.

Vorstellung in Berlin: Das ist der VW Golf VII

Schlecht: Die höheren Ausstattungen wirken gediegen, aber an der Basis gibt es viel Hartplastik.

Das gefällt uns nicht: Im Basismodell Trendline hat das Cockpit deutlich mehr Hartplastik, es gibt nicht mal ein Radio ab Werk. Die meisten Assistenzsysteme kosten, bis auf die Multikollisionsbremse, die zweite Einschläge vermeiden soll, Aufpreis. Die Müdigkeits-Erkennung berechnet VW beim Basis-Trendline mit 25 Euro. Das Umbautalent des Golf bleibt kein Ruhmesblatt: Geteilt umlegen lässt sich nur die Rückbanklehne, nicht die Sitzfläche - das können Japaner wie der Honda Jazz seit Jahren besser.  Die Rundumsicht nach schräg hinten ist traditionell schlecht, jetzt kommt als neuer Schwachpunkt die schräg stehende A-Säule dazu. Nach links vorne sieht der Fahrer zu wenig.

Erste Bilder vom VW Golf VII Dreitürer

Die jetzt serienmäßige elektrische Parkbremse mag nicht jeder (Minderheiten-Votum des Kollegen Dirk Branke!). Dass die Bluemotion-Sparer erst Mitte 2013 folgen, dauert uns beiden zu lange. Auch an den Touchscreens (zum Bedienen des Radios patschen Finger auf berührungsempfindliche Flächen) werden Feingeister sich reiben. Und zuletzt noch eine Geschmackssache: Die geschwungene Tankklappe, die sich der Form der hinteren Dachsäule anpassen soll, gilt schon jetzt als schnellste Tankklappe von Golfsburg.

Autoren: Dirk Branke, Joachim Staat

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