VW-Familie

VW-Hauptversammlung 2010

— 22.04.2010

Aufbruchstimmung bei Volkswagen

VW strebt die Spitze an: Bis 2018 wollen die Wolfsburger Toyota als weltgrößten Autohersteller ablösen. Auf der Hauptversammlung 2010 wurde auch der neue Großaktionär vorgestellt: Prinz Hussain Ali Al-Abdullah von Katar.

(dpa) Volkswagen startet in eine neue Ära: Nach dem Ende der jahrelangen Machtkämpfe sieht sich Europas größter Autokonzern gut aufgestellt für die tiefen Umbrüche in der Branche und strebt mit einer globalen Wachstumsoffensive an die Weltspitze. Dabei hat VW vor allem Boom-Märkte wie China, Indien, Brasilien und Osteuropa im Visier. Auf der Hauptversammlung am Donnerstag (22. April 2010) sollte das Emirat Katar als neuer VW-Großaktionär erstmals mit einem Vertreter in den Aufsichtsrat einziehen. Die Wahl von Hussain Ali Al-Abdullah, Chef der Katar-Holding, galt als sicher. Katar ist bei VW drittgrößter Aktionär nach der Porsche Holding und dem Land Niedersachsen. Damit wurde die neue Ordnung bei VW zementiert.

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VW-Aufsichtsratsvorsitzender Ferdinand Piëch will bis 2012 auf dem Chefsessel des Kontrollgremiums bleiben. Er sei bis zum Ablauf der Hauptversammlung 2012 gewählt und er beabsichtige, das Amt bis dahin wahrzunehmen, sagte Piëch. Die Aktionärsversammlung war anders als frühere Treffen überwiegend von Harmonie geprägt. VW hatte im vergangenen Jahr wichtige Weichen für die Zukunft gestellt. Die Wolfsburger gewannen den erbitterten Übernahme-Machtkampf mit Porsche, der Sportwagenbauer soll 2011 als zehnte Marke in den Konzern integriert werden. Durch eine Allianz mit dem japanischen Autobauer Suzuki stärkte VW zudem seine Präsenz in Asien und im Zukunftssegment Kleinwagen. Bis spätestens 2018 will VW – derzeit Nummer drei – Toyota als weltgrößten Autobauer ablösen.

Zukunft des Lkw-Geschäfts offen

Die wichtigste offene Frage ist derzeit die künftige Struktur des Lastwagengeschäfts im Konzern. Winterkorn drängte auf eine stärkere Zusammenarbeit der Lkw-Bauer MAN und Scania. "Die kurzfristig vorhandenen Möglichkeiten zur Zusammenarbeit im Bereich Entwicklung und bei Komponenten werden wir Stück für Stück realisieren." Mittelfristig gebe es durch engere Kooperation erhebliche Synergien. In der Branche gilt als sicher, dass VW seinen 30-Prozent-Anteil an MAN aufstocken will, um die Kontrolle über die Münchner zu bekommen. Scania ist bereits Teil des Volkswagen-Konzerns. Die Unternehmen könnten in einer neuen Lkw-Sparte zusammengefasst werden. Das Nutzfahrzeuggeschäft werde nach den Einbrüchen im Krisenjahr 2009 mittelfristig wieder deutlich anziehen, so Winterkorn.

Trendthema Elektroauto

Winterkorn erklärte, die Autoindustrie sei mitten in einer "strukturellen und technologischen Zeitenwende". Für neue Antriebstechnologien wie Elektro und Hybrid seien Milliarden-Investitionen notwendig. Winterkorn forderte eine gemeinsame Kraftanstrengung von Politik und Wirtschaft, um Elektroautos zum Durchbruch zu verhelfen. Der Elektrogipfel Anfang Mai 2010 müsse einen "Schub nach vorne" bringen. Auch staatliche Forschungsförderung, vor allem in der Batterietechnologie, sei nötig. Außerdem müsse eine flächendeckende Infrastruktur aufgebaut werden. Bei der Elektromobilität bewegten sich die Vorleistungen für die gesamte Autoindustrie im hohen zweistelligen Milliardenbereich. Die Top-Manager der Autoindustrie treffen sich am 3. Mai 2010 mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). VW will 2013 seine ersten Elektroautos auf den Markt bringen.

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