VW-Hauptversammung in Hamburg

VW-Hauptversammung in Hamburg

— 23.04.2009

Bekenntnis zu Porsche

VW will laut Vorstandschef Martin Winterkorn künftig mit Porsche das automobile Kraftzentrum Europas bilden. Doch wer führt und wer folgt? Diese Frage blieb auf dem Aktionärstreffen in Hamburg offen.

(dpa/cj) VW-Chef Martin Winterkorn hat in mitten neuer Spekulationen um die weitere Zusammenarbeit mit Porsche die Allianz mit dem Stuttgarter Sportwagenbauer bekräftigt. Auf der Volkswagen-Hauptversammlung am Donnerstag (23. April 2009) in Hamburg sagte Winterkorn: "Gemeinsam haben wir das Zeug, das Kraftzentrum der internationalen Automobilindustrie zu bilden." Die Kooperation folge einer klaren wirtschaftlichen Logik. Volkswagen nahm zunächst keine Stellung zu einem Bericht der "Financial Times Deutschland", wonach VW in der Allianz mit Porsche jetzt die Vorherrschaft anstrebe. Nachdem Porsche wegen der steigenden Zinsen zunehmend Probleme bei der Finanzierung der Übernahme habe, erwäge Volkswagen jetzt, Porsche zu kaufen, schreibt das Blatt. Porsche hatte Anfang des Jahres die Mehrheit von knapp über 50 Prozent von Volkswagen übernommen und will diesen Anteil auf 75 Prozent steigern.

Stammbelegtschaft halten, kluge Köpfe holen

Winterkorn betonte in seiner Rede vor den Aktionären, gerade in der aktuellen Krise müsse VW noch wettbewerbsfähiger werden. Für 2009 sei wegen der Finanzkrise mit wachsenden Herausforderungen zu rechnen. "Die aktuelle Lage erfordert harte einschneidende Entscheidungen", sagte der VW-Chef. Dazu gehöre, dass die Verträge für viele Leiharbeiter nicht verlängert würden. Wichtigstes Ziel sei es, die Stammbelegschaft an Bord zu halten. VW werde auch an bisherigen Planungen festhalten und in diesem Jahr über 2800 Auszubildende und 2100 Hochschulabsolventen neu einstellen.

Verkauf des brasilianischen Lkw-Geschäfts rettet Bilanz

Der Absatz des VW-Konzerns war in den ersten drei Monaten um fast 16 Prozent gesunken. Nur durch den Verkauf des brasilianischen Lkw-Geschäfts konnte das Unternehmen rote Zahlen vermeiden. Umsatz und Ergebnis gingen in der dramatischen weltweiten Branchenkrise im Vergleich zum Vergleichszeitraum kräftig zurück. Unterm Strich stand aber noch ein Gewinn von 243 Millionen Euro. Der Konzerngewinn brach damit um fast 74 Prozent ein. 2008 hatte VW nach Rekordzahlen bei Ergebnis, Umsatz und Absatz unterm Strich noch rund 4,7 Milliarden Euro Gewinn verbucht. Winterkorn bekräftigte auf dem Aktionärstreffen erneut die langfristigen Ziele für das Jahr 2018. Bis dahin will VW Toyota überholen und größter Autobauer der Welt werden. Aktuell stehe die gesamte Branche vor einer Jahrhundertprüfung. VW sei aber überzeugt, die Krise besser als die Konkurrenz überstehen und Marktanteile hinzugewinnen zu können.

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