VW I.D. Studie (2017): Fahrbericht

VW I.D. Studie (2017): Fahrbericht

— 02.03.2017

So fährt der Elektro-VW

VWs Studie I.D. vereint viele gute Ideen zum Auto der Zukunft. Nur das Fahrgefühl im 170-PS-Elektroauto ist noch ausbaufähig.

VWs Studie I.D. ist eine Art Schweizer Messer für die Mobilität von morgen. Das Auto ist im Grunde ein Sammelsurium schlauer Ideen zur Mobilität von morgen, die VW da als Reaktion auf den Diesel-Skandal aus dem Boden gestampft hat. Vor allem aber eine Kampfansage an die Konkurrenz aus Kalifornien, namentlich Tesla, Apple und Co. Natürlich fährt der I.D. elektrisch und soll auch autonom unterwegs sein, spätestens 2025, mit Markteinführung 2020 zumindest teilweise. Er soll seine Fahrer erkennen, ihnen ein Wohlfühlambiente während der Fahrt bieten und sie vor Unfällen schützen. Danach soll er sich selbst wegparken und bei Bedarf auch mal Pakete annehmen.

VW I.D. Studie (2016): Sitzprobe

170-PS-Elektromotor auf der Hinterachse

Das Elektroauto bietet ordentlichen Abrollkomfort, aber das Fahrwerk ist recht stramm ausgefallen.

Schon die ersten Meter hinterm Steuer zeigen, dass der Weg in die Zukunft noch etwas rumpelig ist. Die Studie knarzt noch in der Karosse und nimmt die Befehle über das Strompedal sehr digital an: Es scheint nur volle Kraft oder Stillstand zu geben. Ein Tritt und nach einer Gedenksekunde schießt der I.D. ziemlich unwirsch nach vorne. Zumindest die 170 PS des Elektromotors auf der Hinterachse werden so spürbar. Wird der Fuß ein Stück zurückgenommen bremst der I.D. recht abrupt ab. Die Rekuperation kann es nicht sein, denn das System arbeitet noch nicht. Alles in allem fühlt sich der I.D. an wie ein Autoscooter. Da ist noch Feintuning gefragt. Über Energieverbrauch, Beschleunigung und Topspeed lässt sich bei dieser ersten Fahrt nichts sagen. Dafür ist der Abrollkomfort ordentlich, aber das Fahrwerk recht stramm ausgefallen.
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Die größte Stärke ist das Raumkonzept in dem nur 4,10 Meter langen Wagen. Mit einem Radstand von 2,75 Metern liegt er nur vier Zentimeter hinter dem des Passat. Auf den beiden Einzelsitzen im Fond lässt sich das am besten erfahren. Die Sitzflächen lassen sich wie in einem Bus hochklappen, später sollen sie sich wie der Beifahrersitz auch umlegen lassen. So wächst der Kofferraum auf bis zu 960 Liter. Nicht ganz das Niveau eines Golf, aber auch da wird VW bis zur Serie sicher noch nachlegen.

Neue VW (bis 2025)

Gigantisches Head-up-Display im Innenraum

Einen Tacho sucht man vergebens, das Cockpit zeigt Ikons für die Kommunikation und die Navigation.

Nett ist das gigantische Head-up-Display, das sich über die Fahrer-Seite der Windschutzscheibe spannt. Dort legt sich die Navigationsanweisung in Form eines Pfeils auf die vorausliegende Straße. Dazu sollen bis zum Marktstart Zusatzinformationen zur Umgebung integriert werden. Bedeutet, dass zu den Sehenswürdigkeiten am Wegesrand der Name angezeigt wird und auf Wunsch auch der Wikipedia-Eintrag eingeblendet wird. Auch die volldigitale Cockpit-Anzeige ist nett anzusehen. Einen Tacho sucht man dort vergebens, dagegen werden Anzeigen für die Kommunikation und abermals die Navigation eingeblendet. So ganz ausgereift scheint dieses Konzept noch nicht, da hat VW noch Arbeit vor sich.

Der Marktstart ist für 2020 geplant

2020 will VW den I.D. serienreif haben. Die Arbeiten sollen auf Hochtouren laufen. Man darf gespannt sein, wie viel von dem Konzept dann noch übrig bleibt und wie Golf der I.D. dann wird. Das Potenzial zum Bestseller hat er grundsätzlich. Aber um wirklich eine Ikone zu werden, sollte der I.D. das Überraschende, Besondere behalten. Mit dem Raumkonzept, knappen Abmessungen für die Stadt und einem günstigen Preis könnte es klappen.

VW I.D. Studie (2017): Fahrbericht

Autor: Markus Mechnich

Stichworte:

Concept Car

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