VW-Jahrespressekonferenz

VW-Jahrespressekonferenz

— 09.03.2004

Wolfsburger Sparprogramm

Abbau von 5000 Stellen, aber "definitiv keine Werksschließungen": Pischetsrieder will Kosten um vier Milliarden Euro senken.

Volkswagen verschärft seinen Sparkurs. Bis Ende 2005 will Europas größter Autokonzern insgesamt rund vier Milliarden Euro einsparen, teilte das Unternehmen in Wolfsburg mit – zwei Milliarden mehr als ursprünglich geplant. "Sparsames Wirtschaften" sei jetzt oberstes Ziel.

"Wir haben uns in den vergangenen zwei Jahren auf zu optimistische Prognosen verlassen", räumte VW-Boss Bernd Pischetsrieder auf der Jahrespressekonferenz ein. Eine Besserung der Marktlage sei nicht in Sicht, wohl aber die Entwicklung des ersten Quartals 2004: "Das wird auch im Vergleich zum Vorjahr miserabel". VW hätte im Januar und Februar weltweit 689.000 Autos (minus sechs Prozent) verkaufen und seine Marktanteile ausbauen können, aber "auf schrumpfenden Märkten kann das natürlich keine Geschäftsgrundlage sein".

"Konzern wetterfest machen", laute jetzt das Ziel. Weltweit sollen 3,5 Prozent (bezogen auf die indirekt, also nicht in der Produktion Beschäftigten) der derzeit insgesamt 335.000 Stellen abgebaut werden, das sind rund 5000 Arbeitsplätze. In Deutschland fallen 2000 bis 2500 Jobs weg, die meisten über Vorruhestandsregelungen. "Werksschließungen wird es in den nächsten zwei Jahren definitiv nicht geben", so Pischetsrieder. Immerhin.

Das Sparpaket "ForMotion" sei in seiner umfassenden Form einmalig für Volkswagen. Ziel sei es, Umsatz und Ertrag zu steigern, Kosten zu senken und die Kapitalbindung im Konzern weiter zu reduzieren. Damit wolle VW 2004 das operative Ergebnis des Vorjahres von 2,5 Milliarden Euro vor Sondereinflüssen übertreffen. Angesichts des zunehmenden Preisdrucks, der schwachen Konjunktur und der ungünstigen Wechselkurse sei dies ein "durchaus anspruchsvolles Ziel". Eine Prognose über die Stückzahlen im laufenden Jahr wollte Pischetsrieder nicht abgeben. Er sei zuversichtlich, dass es "über fünf Millionen werden". Ob nun 5,5 oder 5,3 sei egal: "Wachstum um jeden Preis ist nicht unser Ziel."

Hohe Anlaufkosten für neue Modelle, der starke Euro und die Sanierung des Brasilien-Geschäfts hatten das operative VW-Ergebnis nach Sondereinflüssen 2003 auf 1,8 Milliarden Euro (minus 62,6 Prozent) gedrückt. Der Umsatz stieg leicht auf 87,2 (Vorjahr: 86,9) Milliarden Euro. Weltweit lieferte VW 5,015 (4,984) Millionen Autos aus.

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