VW Jetta: Fahrbericht

VW Jetta (2011) VW Jetta (2011)

VW Jetta: Fahrbericht

— 14.01.2011

So fährt sich der neue VW Jetta

VW setzt beim Design des Jetta Jahrgang 2011 mehr auf den Passat als auf den Golf. Überhaupt distanziert er sich immer weiter von seinem technischen Gen-Spender. AUTO BILD macht die erste Ausfahrt .

Will VW uns veräppeln? Nach dem US-Passat jetzt der zweite Faustschlag in die Magengegend deutscher VW-Käufer. Der heißt Jetta und startet Ende Januar 2011 bei den deutschen Händlern. In den USA ist er schon seit Herbst 2010 zu haben, für umgerechnet rund 11.500 Euro (plus Mehrwertsteuer, die in jedem Bundesstaat unterschiedlich ist). Wir sollen mindestens 20.900 Euro auf den Tisch legen. Unverschämt? Wir haben die Europa-Version gefahren, die übrigens vom gleichen Band wie das US-Modell in Puebla/Mexiko läuft. Zunächst der Blick auf die äußeren Werte: Geschickt hat VW es verstanden, den Jetta optisch vom Golf zu trennen. Obwohl die Limousine das typisch kantige VW-Gesicht trägt, erinnert sie doch eher an Passat und Phaeton als an seinen technischen Teilespender. Sogar einige Anleihen an Audi wie die nach vorn gezogenen Ecken der Frontlippe und den Rückleuchten kann man erkennen. Kein Wunder, schließlich schuf VW-Formen-Chef Walter de'Silva zuvor Audi A4 & Co.

Überblick: Alle News und Tests zum VW Jetta

Doch wir sitzen im Jetta. Und staunen. Vor allem im Fond. Mann, ist der Mexikaner groß geworden. Bei einer Außenlänge von 4,64 Meter (plus neun Zentimeter zum Vorgänger) und einem um 7,3 Zentimeter verlängertem Radstand (jetzt 2,65 Meter) bietet er 6,7 Zentimeter mehr Beinfreiheit. Übersetzt bedeutet das: Den Passat brauchen nur noch Kombi-Fahrer. Oder vielleicht Sitzriesen. Denn das leicht coupéhafte Dach des Jetta kitzelt schon mal leicht am Haupthaar. Fahrerisch jedenfalls dürfte der Jetta dem Passat ebenbürtig sein. Die kleinere Limousine ist eher sportlich abgestimmt, wird so zum Jäger von Audi A4 und 3er BMW.

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Typisch VW: schnörkelloses Cockpit, einfache Bedienung.

Der deutsche Jetta rollt dank seiner aufwendigen Mehrlenker-Hinterachse (der US-Jetta hat eine antiquitierte Kugelgelenk-Achse, hatte schon der VW-Käfer!) souverän über Straßenschäden und Gullideckel. Beide nimmt man eher akustisch wahr, als dass man sie spürt. Allerdings könnte die Lenkung noch etwas feinfühliger sein. Dem Fahrspaß schadet das aber nicht. Da vermissen wir auf der Autobahn eher den sechsten Gang. Den spart VW beim 105-PS-Basisdiesel ein. Selbst im BlueMotion (400 Euro Aufpreis) werden nur fünf Gänge serviert. Immerhin steht dann die Start-Stopp-Automatik auf der Menü-Karte, die den Verbrauch in Verbindung mit Leichtlaufreifen und Bremsenergie-Rückgewinnung um 0,3 Liter senken soll.

Amerikanische Jetta-Fahrer müssen auf solche Details verzichten, wir brauchen sie auch nicht unbedingt. Denn mit einem Verbrauch von 4,5 Litern ist auch der normale Jetta TDI schon auf Diät-Kurs. Ein erster Test wird klären müssen, wie realistisch diese Werksangabe ist. Beim ersten Kennenlernen rund um Nizza zeigte sich der 1,6-Liter-Common-Rail-Diesel von seiner besten Seite. Der Vierzylinder hängt passabel am Gas, läuft sehr kultiviert und kann auch bei niedriger Drehzahl im hohen Gang gefahren werden. Erst beim Blick auf die Preisliste bekommen wir dann wieder böses Magengrummeln: Satte 23.075 Euro verlangt VW für den Jetta TDI.
Autor:

Carsten Paulun

Fazit

Hoffentlich geht das für VW gut: Viele auf Sparkurs getrimmt Firmen werden sich gut überlegen, ob sie ihren Mitarbeitern noch einen Passat als Dienstwagen bestellen wollen. Der neue Jetta reicht nämlich locker aus. Und für uns Privatzahler bleibt die Hoffnung auf einen Jetta Variant. Aber den wird uns VW genauso vorenthalten wie die günstigen US-Preise.

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