VW Jetta Hybrid: Test

— 26.11.2012

So fährt sich der Jetta Hybrid

Mit dem neuen Jetta Hybrid soll Sparen endlich auch mal Spaß machen. Das zumindest verspricht VW. Ob das wirklich stimmt, und die kompakte Limousine das Zeug zum Volkshybrid hat, klärt der Fahrbericht.



Dass Hybrid-Autos sparsam sind, das hat sich nach allein knapp zwei Millionen Toyota Prius so langsam herum gesprochen. Doch leider hat mittlerweile auch fast jeder gelernt, dass der Spaß in den Teilzeitstromern gerne mal auf der Strecke bleibt. Zumindest wenn man nicht gerade einen Porsche Panamera oder einen Fünfer BMW mit elektrischem Hilfsantrieb fährt. Aber damit ist bald Schluss – behauptet jedenfalls VW und fährt zum Beweis den neuen Jetta Hybrid vor. Nachdem der Touareg kaum mehr als eine Fingerübung der Techniker war und sich wegen seines horrenden Preises kaum verkaufen lässt, soll die kompakte Limousine zum ersten Volkshybriden aus Wolfsburg werden und aller Welt beweisen, dass auch in dieser Klasse Sparen Spaß machen kann.

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Dank Doppelkupplungsgetriebe und kräftigem TSI-Benziner beschleunigt der Jetta Hybrid kräftig und klingt kernig.

Und die ersten Testfahrten bei der Premiere in Los Angeles geben den Niedersachsen recht: Denn der Jetta macht nicht nur im Stadtverkehr eine gute Figur, wenn er die meiste Zeit elektrisch dahin kriecht, sich bei freier Strecke sanft der Motor zuschaltet und sich beim Bremsen wieder die Batterie füllt. Sondern der Jetta ist der erste Hybrid in dieser Klasse, der einem auch jenseits der City Limits ein Lächeln auf die Lippen zaubert. Denn mit einem Doppelkupplungsgetriebe statt einer stufenlosen Automatik und einem kräftigen TSI-Benziner statt eines asthmatischen Sparmotors beschleunigt er kräftig und klingt kernig. Wo Prius & Co in hohen Drehzahlen heulen und mehr Lärm als Leistung produzieren, zeigt sich der Sparer aus Wolfsburg beinahe als Sportler: Nicht umsonst schafft er den Sprint von 0 auf 100 km/h in rund neun Sekunden.

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Dafür geizt VW allerdings auch nicht mit der Leistung. Während  zum Beispiel der Toyota Prius auf eine Systemleistung von 136 PS kommt, kann der Jetta-Fahrer bis zu 170 PS abrufen. Die Arbeit teilen sich dabei ein 1,4 Liter kleiner TSI-Motor mit 150 PS und eine E-Maschine mit 27 PS, die aus einem Lithium-Ionen-Akku im Kofferraum gespeist wird. Im Stadtverkehr fährt der Jetta damit bei maximal 45 km/h bis zu zwei Kilometer alleine. Und draußen in den Hollywood-Hills sorgt der E-Motor dafür, dass man am Berg nicht verhungert, sondern schiebt wie ein zweiter Turbo kräftig mit an. Sobald man allerdings den Gasfuß ein wenig lupft, wird es auch auf der Landstraße an Bord wieder ganz leise. Denn bis 135 km/h öffnet sich dann eine Trennkupplung zum Benziner, die Elektronik schaltet den Vierzylinder im Handumdrehen ab und der Jetta segelt über Highways und Byways.

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Obwohl der Jetta beim Ampelstart vorn dabei ist, auf der Landstraße kräftig ausschreitet und auf der Autobahn 210 km/h schafft, ist er an der Tankstelle tatsächlich eine echte Spaßbremse – zumindest für den Mann hinter der Kasse. Denn mit einem Normverbrauch von 4,1 Litern ist er sogar noch einen Tick sparsamer als der genügsamste Diesel in der Modellpalette. Und die Praxis hält zumindest halbwegs, was die Theorie verspricht:  Nach einem halben Tag im Stau zwischen Beverly Hills und Santa Monica, auf dem Pacific Coast Highway und in den Hollywood-Hills zeigt der Bordcomputer einen Verbrauch von weniger als 5,5 Litern. Das ist für ein Auto dieser Größe und eine Strecke dieses Profils nicht schlecht.

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Allerdings hat die Sache einen Haken: VW lässt sich den Sparer teuer bezahlen. In Amerika haben de Niedersachsen die Ausstattung zwar so weit abgespeckt, dass sie auf 25.000 Dollar kommen und so beinahe auf einem Niveau mit dem Toyota Prius liegen. Doch auch dann ist der Teilzeit-Stromer ein Drittel teuer als das Einstiegsmodell. Und in Deutschland wird es noch schlimmer kommen. So ganz entschieden ist der Preis zwar noch nicht. Aber weil VW den Jetta Hybrid bei uns als Auto für grüne Überzeugungstäter sieht und angesichts der Dominanz des Diesels ohnehin nicht mit den größten Stückzahlen rechnet, wird er komplett ausgestattet und entsprechend teuer. 30.000 Euro seien eine vernünftige Schätzung, sagt ein VW Sprecher. Damit liegt er nicht nur zehn Prozent über dem Prius, sondern auch gute 2000 Euro über dem stärksten Diesel – und dafür kann man verdammt viel tanken.

Autor: Thomas Geiger



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