VW-Konzernabend IAA 2009

VW-Konzernabend IAA 2009

— 14.09.2009

Ein Konzern baut up!

Krise? Welche Krise? VW feiert am Vorabend der IAA sich selbst, die Zukunft und jede Menge Weltpremieren. Ehrengäste: der VW E-Up!, der Seat Ibiza IBZ, der Audi R8 Spyder und der Bentley Mulsanne.

"Via Vision – Wege in die Zukunft" – so könnte auch eine billige Seifenoper im Vorabend-Programm heißen. Tatsächlich versteckte sich hinter dem schwülstigen Titel aber eine Abendveranstaltung, mit der Volkswagen in die IAA 2009 startete. Der sogenannte Konzernabend hat Tradition vor großen Automessen und fasst die Premieren aller VW-Marken zusammen. VW trifft Audi trifft Skoda trifft Bugatti – das verspricht schöne Bilder und sichert maximale mediale Aufmerksamkeit. Übertriebene Sparsamkeit ist da natürlich hinderlich. VW hat die Frankfurter Jahrhunderthalle fürs Familientreffen auserkoren und mit aufwendigen Aufbauten auf Konzernlinie getrimmt. Wände, die in den Farben der Konzernmarken funkelten, eine große Rampe bis direkt vor die Tür, viel indirektes Licht und neun Logos: Volkswagen, Audi, Seat, Skoda, VW Nutzfahrzeuge, Bentley, Bugatti, Scania und Lamborghini. Eines fehlte: Porsche. Noch. Denn Porsche-Chef Michael Macht war mit dem kompletten Vorstand zum Antrittsbesuch vor Ort.

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Auch ohne Autos aus Zuffenhausen hatten Gastgeber Dr. Martin Winterkorn und die einzelnen Markenchefs ein straffes Programm. Längst ist die offiziell "Group Night" genannte Veranstaltung eine eigene kleine Mini-Messe. Im Mittelpunkt: Via Vision – ein Art überdimensionaler Laufsteg für eine ganze Reihe von spektakulären Weltpremieren. Den Anfang der Gruppe "Mobilität" machte Skoda-Vorstand Reinhard Jung, der mit dem Superb Combi das neue Flaggschiff der Marke auf den Weg schickte. 1865 Liter maximales Kofferraumvolumen, Allradantrieb, elektrische Heckklappe, Keyless-Entry – schwere Zeiten für den VW Passat. Platzprobleme? Kennen T5-Fahrer traditionell nicht. Stephan Schaller, Chef der VW-Nutzfahrzeuge-Sparte, rollte mit dem Facelift des Bulli-Erben über die Via Vision.

Seat wird exklusiver Sponsor der UEFA Europa League

670 PS, kein Dach überm Kopf und 1,1 Millionen Euro teuer: der Lamborghini Reventon Roadster mit seinem Boss Stephan Winkelmann.

Ihm dicht auf den Fersen: James Muir, der neue Chef der Marke Seat. An seiner Seite, die Studie IBZ, die später mal Ibiza ST heißen wird. Ein knackiger Mini-Sportback im von Designer Luc Donckerwolke geprägten Seat-Look. Eigentlich hätte Muir auch im sparsamen Altea Ecomotive kommen können – der war an diesem Abend aber nur Statist. Die Spanier geben vor zu wissen, was die junge Zielgruppe will. Dazu gehört offensichtlich auch Fußball. Seat ist exklusiver Sponsor der neuen Europa League – jenem Wettbewerb, den wir alle noch als UEFA-Cup kennen.

Luxus geht immer

Die nächsten Minuten gehörten den Chefs der Premium-Marken. Allen voran Franz-Josef Paefgen, der bei Bentley und Bugatti die Richtung vorgibt. Seine Dienstwagen: der neue Bentley Mulsanne und der blank polierte Bugatti Veyron Sang Bleu. Nicht mit nach Frankfurt durfte leider die neue Giga-Limousine 16 C Galibier (zwischen 800 und 1000 PS), bei der einem schlicht die Superlative ausgehen. Steilpass zu Audi: Rupert Stadler cruiste mit dem R8 Spyder in die Halle. Offen, wie sich das für ein Cabrio gehört. Schick – aber nicht annähernd so cool wie der Audi R8 e-tron, der erst am ersten Pressetag aus dem Stall darf. Vier Elektromotoren bilden den Quattro-Antrieb der Zukunft, der Saft aus modernen Lithium-Ionen-Akkus kommt. 200 km/h Spitze, tanken an der Steckdose – und doch nicht auf der Gästeliste des Konzernabends. Ein Jammer. Dafür durfte Lamborghini-Chef Stephan Winkelmann mit dem Lamborghini Reventon Roadster vorfahren. 670 PS, 0 bis 100 km/h in 3,4 Sekunden, 330 Spitze, 1,1 Millionen Euro teuer – und entsprechend exklusiv. Nur 15 Stück werden gebaut. Fragte da eigentlich jemand nach CO2-Ausstoß und Verbrauch? Ja. Wir. Und VW-Entwicklungsvorstand Dr. Ulrich Hackenberg.

Einsamer Stromer: VW-Elektrostudie e up!

Warum so mürrisch, Herr Piëch? Nette Veranstaltung, Weltpremieren und illustre Gäste. Fehlt nur noch ein Lächeln!

Der schnurrte mit dem E-Up! über die Zukunfts-Piste. Quietschgelb und flüsterleise. Zu leise, für einen echten Ingenieur. Die Lösung: Ein Soundgenerator, der vertrautes Vierzylinder-Knattern produziert. Muss man nicht haben. Das Auto drumherum schon. 130 km/h soll der knubbelkurze VW schaffen und dabei in elf Sekunden auf 100 km/h surren. 82 PS und 210 Newtonmeter packt der Elektromotor auf die Vorderräder. Nach rund 130 Kilometern geht den Lithium-Ionen-Akkus im Unterboden der Saft Aus. Nachschub liefert die heimische Steckdose oder das Solardach. Und wenn gar nichts mehr geht, hilft ein Elektro-Scooter im Kofferraum. Aha. Man wolle das "Elektro-Auto aus der Öko-Nische in den Massenmarkt bringen", sagt VW-Chef Dr. Martin Winterkorn zum Abschluss. Dabei sei es nicht entscheidend, der "Erste zu sein, sondern der Beste!" Kann also noch dauern, mit der elektrischen Mobilität bei Volkswagen. Der Elektro-Roller ist ja schon mal ein Anfang.

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