Friedhof der VW-Schummel-Diesel in den USA

VW-Manager Horn vor dem US-Kongress

"Was werden Sie im Knast lesen?"

Ein Top-Manager im Büßergewand: VW-USA-Chef Michael Horn musste vor dem Kongress unter Eid Rede und Antwort zum Abgasskandal stehen. Es wurde eine wenig vergnügliche Fragestunde.

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Steht VW zu Recht am Pranger?
(dpa) Michael Horn hebt die rechte Hand und schwört, "die Wahrheit, die Wahrheit und nichts als die Wahrheit" zu sagen. Ab jetzt steht Volkswagens US-Chef unter Eid. Der Abgasskandal hat den 53-Jährigen zu einem Top-Manager im Büßergewand gemacht. "Im Namen unseres ganzen Unternehmens und meiner Kollegen in Deutschland möchte ich eine aufrichtige Entschuldigung anbieten", sagt Horn, bevor er in Washington ins Kreuzverhör der Abgeordneten genommen wird. Die US-Politik hat ihn zur Anhörung vor den Kongress geladen – das zeigt, welche Brisanz der Fall in den Vereinigten Staaten hat.

Abgasskandal bei VW: Fragen und Antworten

Worum geht's beim Abgasskandal?

Mitte September 2015 erhebt die US-Umweltbehörde EPA schwere Vorwürfe gegen Volkswagen. Zunächst heißt es, VW habe beim Motor EA 189 (1.2, 1.6 und 2.0 TDI) eine Software eingesetzt, die den Ausstoß schädlicher Abgase auf dem Prüfstand drosselt, im Normalbetrieb aber nicht. VW gibt das zu.

Wie viele Autos sind betroffen?

Der Skandal nimmt riesige Ausmaße an. Allein bei den Fahrzeugen mit dem manipulierten Motor EA 189 sind weltweit bis zu elf Millionen Autos der Marken VW, Skoda, Seat und Audi betroffen, acht Millionen davon in Europa. In den USA wurden 482.000 Dieselfahrzeuge manipuliert, und zwar bei VW Jetta, Golf, Beetle, Passat und Audi A3 der Baujahre 2009 bis 2015. In Deutschland wurden seit 2008 2,8 Millionen Autos mit dem fraglichen Motor EA 189 zugelassen; 2,4 Millionen davon sind aktuell noch auf den Straßen unterwegs und werden zurückgerufen. Konkret geht es um ...

Welche Autos sind betroffen?

... die Vierzylinder-Diesel 1.2 TDI (geringe Stückzahl), 1.6 TDI und 2.0 TDI mit Euro-5-Norm, die zwischen 2009 und 2014 von VW, Audi, Seat und Skoda verbaut wurden. In Deutschland steckt der Mogelmotor in 577.000 Audi der Baureihen A1, A3, A4, A6, TT, Q3 und Q5. Bei Skoda sind betroffen: Fabia II (Baujahre 2009 bis 2014), Roomster (Baujahre 2009 bis 2015), Rapid (Baujahre 2011 bis 2015), Yeti (Baujahre 2009 bis 2015), Octavia II (Baujahre 2009 bis 2013) und Superb II (Baujahre 2009 bis 2015). Bei VW in den USA sind es: Golf, Jetta, Beetle, Passat. In Deutschland ...

Welche Autos sind betroffen?

... sind unter anderem Golf VI, Passat VII und Tiguan I betroffen, weitere Modelle hat VW noch nicht genannt. Seat verweist auf seine Internetseite. Kunden von VW können auf der Webseite info.volkswagen.de mithilfe ihrer Fahrgestellnummer prüfen, ob das eigene Auto betroffen ist. Skoda, Seat und Audi bieten diesen Service ebenfalls an: Unter skoda-auto.de, seat.de und audi.de gibt es entsprechende Infoseiten.

Was wird VW noch vorgeworfen?

Der Abgasskandal weitet sich zunächst sechs Wochen nach Bekanntwerden der ersten Vorwürfe aus und erfasste die CO2-Emissionen von Fahrzeugen. Am 3. November gibt VW bekannt, dass es bei rund 800.000 Fahrzeugen zu "Unregelmäßigkeiten" bei der Angabe von CO2-Werten und damit des Verbrauchs bei der Typzulassung gegeben hat. Inzwischen ergaben laut VW interne Prüfungen und Messkontrollen, dass es keine rechtswidrige Veränderung der Verbrauchsangaben und CO2-Werte gab. Nur für wenige Modellvarianten müssen die Verbrauchswerte leicht angepasst werden.

Welche Modelle sind dies?

Polo 1,0 l TSI BlueMotion 70 kW EU6 7-Gang-DSG
Scirocco 2,0 l TDI BMT 135 kW EU6 6-Gang-Schaltgetriebe
Jetta 1,2 l TSI BMT 77 kW EU6 6-Gang-Schaltgetriebe
Jetta 2,0 l TDI BMT 81 kW EU6 5-Gang-Schaltgetriebe
Golf Cabriolet 2,0 l TDI BMT 81 kW EU6 5-Gang-Schaltgetriebe
Golf 2,0 l TDI BMT 110 kW EU6 6-Gang-Schaltgetriebe
Passat Alltrack 2,0 l TSI 4MOTION BMT 162 kW EU6 7-Gang-DSG
Passat Variant 2,0 l TDI SCR 4MOTION BMT 176 kW EU6 7-Gang-DSG
Passat Variant 1,4 l TSI ACT 4MOTION BMT 110 kW EU6 6-Gang-Schaltgetriebe

Wer ist die EPA und was macht sie?

Autohersteller müssen bei der EPA (United States Environmental Protection Agency) ihre Modelle testen lassen, um die Genehmigung für einen Verkauf der Autos in den USA zu erhalten. Die Behörde gilt als mächtige Institution. Weil für Stickoxid in den USA strenge Grenzwerte bestehen, geht die EPA streng gegen Verstöße vor. Volkswagen räumt beim Motor EA 189 die Vorwürfe schnell ein. Beim 3.0-Liter TDI dementiert der Hersteller die Vorwürfe zunächst, um Ende November doch den Einbau einer "unzureichend dokumentierten Software" einzuräumen.

Wie geht es weiter mit betroffenen Autos?

Die technische Umrüstung der Dieselmotoren mit Manipulations-Software wird  einfacher als befürchtet. Für die beiden größeren Antriebe hat das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) die Vorschläge aus Wolfsburg genehmigt. So sollen die in der EU verkauften Wagen umgerüstet werden:

Wie sollen 2,0-Liter-TDIs umgerüstet werden?

Vom Motortyp EA 189 mit 2,0 Liter Hubraum sind rund 5,2 Millionen Autos betroffen. Bei denen ist nur Software-Update nötig. Geschätzte Arbeitszeit pro Motor etwa 30 Minuten.

Wie sollen 1,6-Liter-TDIs umgerüstet werden?

Vom Motortyp EA 189 mit 1,6 Liter Hubraum sind rund drei Millionen Autos betroffen. Bei ihnen ist sowohl ein Software-Update als auch eine technische Lösung nötig, letzterer aber weniger umfangreich als zuvor angenommen - es reicht der Einbau eines Strömungstransformators (Gitternetz) vor dem Luftmassenmesser. Geschätzte Arbeitszeit pro Motor weniger als eine Stunde.

Wie sollen 1,2-Liter-TDIs umgerüstet werden?

Letzlich sind vom kleinsten EA 189 mit 1,2 Liter Hubraum rund 300.000 Autos betroffen: Auch bei ihnen reicht wie beim 2,0-Liter-Motor ein Software-Update aus.

Muss ich als VW-Halter für mein Auto geradestehen?

Wohl nicht. Das Bundesverkehrsministerium nimmt VW in die Pflicht, für Folgekosten des Abgasskandals einzustehen, sei es für Umrüstung von Autos oder Nachzahlung von Kfz-Steuern. VW sagt dies zu.

Was sind die Vorwürfe bei 3,0-Liter-Dieseln?

Anfang November wirft die US-Umweltbehörde EPA dem Volkswagenkonzern zudem vor, in den USA auch 3,0-Liter-Diesel manipuliert zu haben. Damit wären auch Porsche Cayenne, VW Touraeg und Audi A6 vom Skandal betroffen. VW betonte zunächst, "dass keine Software bei den 3-Liter-V6-Diesel-Aggregaten installiert wurde, um die Abgaswerte in unzulässiger Weise zu verändern". Ende November rudert der Konzern zurück, und verweist auf eine "nicht ausreichend dokumentierte Software". Laut der EPA handelt es sich dabei um eine Abschaltevorrichtung.

Wie reagiert Audi als Entwickler der großen Diesel?

Audi, aus dessen Entwicklungsabteilung der 3,0-Liter-Diesel stammt, gibt zu, dass die eingebaute Software so nicht genehmigt wurde. Jetzt sollen die betroffenen Autos verändert und nachträglich von der US-Umweltbehörde genehmigt werden. Es geht um rund 75.000 Fahrzeuge der Typen Porsche Cayenne, VW Touareg, Audi A6, A7, A8, Q5 und Q7 ab Modelljahr 2009.

Was ist ein AECD?

Die EPA wirft VW den Einsatz eines "Auxiliary Emissions Control Device" (AECD) vor. Das ist ein Hilfsgerät zur Emissionskontrolle, das unter anderem die Motordrehzahl, den eingelegten Gang und auch die Außentemperatur erkennt. Braucht das Auto beispielsweise wegen besonders niedriger Außentemperaturen oder bei hoher Belastung mehr Leistung, schaltet das AECD die energieverbrauchende Emissionskontrolle teilweise oder sogar ganz ab. Dann hat das Auto zwar ausreichend Leistung, stößt aber auch mehr Abgase aus. Die EPA hält den Einsatz dieses AECD für eine Manipulation der Abgaswerte, Audi bestreitet dies noch und will verhandeln.

Warum hat VW die Abgaswerte manipuliert?

VW stand nach eigenen Angaben Mitte der 2000er-Jahre unter enormem Druck, einen neuen Dieselmotor zu entwickeln, der die strengen US-Grenzwerte einhalten konnte. Statt einer teuren, aufwendigen technischen Lösung habe man sich zum Einbau der wesentlich günstigeren Schummel-Software entschieden. Begünstigt wurde dieses Fehlverhalten Einzelner durch Schwachstellen in Prozessen und die Haltung in einigen Teilbereichen des Unternehmens, Regelverstöße zu tolerieren. Ohne die Manipulation auf dem Prüfstand hätten die betroffenen Autos mit dem Motor EA 189 in den USA wohl kaum eine Typzulassung bekommen.

Manipulieren auch andere Autohersteller?

Viele andere Autobauer wehren sich entschieden gegen den Vorwurf, sie würden auch Abgaswerte manipulieren (oder hätten dies in der Vergangenheit getan). Selbst wenn es so wäre, könnte es ihnen zurzeit niemand nachweisen. Volkswagen hat die Manipulationen erst zugegeben, nachdem der Hersteller von der US-Umweltbehörde EPA mit auffälligen Messwerten konfrontiert wurde. Mittlerweile hat auch der ADAC Messwerte veröffentlicht: Sie stammen ...

Manipulieren auch andere Autohersteller?

... von Euro-5- und Euro-6-Dieseln, die unter realitätsnäheren Bedingungen (WLTC statt NEFZ) getestet wurden. Die Zahlen sind zwar nicht gesetzlich relevant, aber alarmierend: Viele Modelle unterschiedlicher Hersteller, die auf dem NEFZ-Prüfstand bislang unauffällig waren, stoßen etwa bei höherer Geschwindigkeit wesentlich mehr Stickoxide aus als bislang angenommen. Ein Nachweis für eine Manipulation ist das nicht.

Wusste das denn vorher niemand?

Die Präsidentin des Umweltbundesamtes, Maria Krautzberger, betonte, ihre Behörde weise bereits seit Ende der 1990er Jahre darauf hin, "dass auch in Deutschland die realen Schadstoff-Emissionen höher sind als die Typ-Prüfwerte, die auf dem Rollenprüfstand ermittelt wurden". Eine Kleine Anfrage der Grünen im Bundestag im Juli 2015 ergab zudem, dass Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) von der Existenz spezieller Testbetriebs-Software wusste.

Warum wurde bislang in Deutschland nicht ermittelt?

Auch den deutschen Behörden war bekannt, dass zumindest bei manchen Fahrzeugtypen der Abgasausstoß im Straßenbetrieb deutlich höher ist als auf dem Prüfstand. Anders als in den USA hat die deutsche Umweltbehörde aber nicht wie die US-amerikanische EPA reagiert und eigene Tests durchgeführt, sondern sich auf die Herstellerangaben verlassen.

Welche Folgen hat die Affäre für VW?

Die Folgen des Abgasskandals für VW zeichnen sich mittlerweile in Grundzügen ab. In den USA erreicht VW Ende Juli die Einigung auf einen Vergleich über 15,3 Milliarden Dollar. Allerdings sind noch die Klagen mehrerer US-Bundesstaaten anhängig. Auch ist nicht raus, ob Einzelpersonen nicht weiter Sammelklagen gegen VW forcieren. Auch in Deutschland ermittelt die Staatsanwaltschaft. Sie könnte im schlimmsten Fall den Gewinn, den VW mit den manipulierten Fahrzeugen erzielt hat, abschöpfen. Ein Risiko, das schwer zu beziffern ist.

Wer ist verantwortlich für die Manipulationen bei VW?

VW geht davon aus, dass nur ein kleiner Kreis von Mitarbeitern überhaupt von den veränderten Programmen in der Motorsteuerung wussten. Wer am Ende die Verantwortung trägt, ist offen. Vorstand und Aufsichtsrat hätten davon aber nichts gewusst. Bisher ...

Wer ist verantwortlich für die Manipulationen bei VW?

... hat VW neun Mitarbeiter beurlaubt. Konzernchef Martin Winterkorn trat kurz nach Bekanntwerden der Affäre zurück - weist aber jede persönliche Verantwortung von sich.

Was ist in den USA anders?

In den USA sind die Grenzwerte für den Ausstoß von Stickoxiden (NOx) deutlich niedriger, erlaubt sind hier nur umgerechnet ca. 44 Milligramm pro Kilometer (70 Milligramm pro Meile), in Deutschland sind es 80 Milligramm. Traditionell pochen die US-Behörden auf die Einhaltung von gesetzlichen Vorgaben. Gerade in Kalifornien, wo mit die weltweit schärfsten Abgasauflagen herrschen, ist die Umweltbehörde eine mächtige Institution.

Auch GM-Chefin Mary Barra musste 2014 im Zuge der Zündschlösser-Affäre vor dem Kongress aussagen.

Wenn der US-Kongress Top-Manager vor seine Ausschüsse zitiert, dann liegt einiges im Argen. Die Chefin des US-Autoriesen General Motors, Mary Barra, beispielsweise wurde von den Abgeordneten im letzten Jahr geradezu "gegrillt" und musste sich wegen Schlamperei-Vorwürfen bei einer tödlichen Pannenserie durch defekte Zündschlösser heftige Kritik anhören. Kevin Kennedy vom japanischen Autozulieferer Takata, dessen mangelhafte Airbags mit mehreren Unfällen mit Todesopfern in Verbindung gebracht werden, erging es im Juni nicht anders.

Friedhof der VW-Schummel-Diesel in den USA

Nun ist Horn an der Reihe. Es ist der bislang wohl schwerste Gang als Statthalter des Wolfsburger Autokonzerns, der aufpassen muss, in den USA nicht sämtliche Sympathien zu verspielen. Horn steht im Skandal um manipulierte Abgaswerte – der in Amerika nicht als Schummel-Affäre, sondern als krimineller Betrug gesehen wird – massiv unter Druck. Bereits 2014 hatten die US-Regulierer sein Unternehmen über mögliche Verstöße informiert, nun muss er unter Eid aussagen. Die Empörung in den USA über die Dreistigkeit von VW ist groß und der Ruf nach drastischen Strafen laut. "VW wird einen hohen Preis für dieses dreckige kleine Geheimnis bezahlen", sagt der republikanische Abgeordnete Fred Upton. Andere Politiker gehen Horn scharf an: "Was werden Sie im Knast lesen?", fragt der Demokrat Paul Welch. Die meisten Abgeordneten fordern aber vor allem Aufklärung. "Wir wissen einige Dinge, aber wir wissen nicht genug", sagte die Demokratin Dianna DeGette. "Wir müssen klären, wer verantwortlich ist."

Müller soll VW aus dem Graben holen

Im Frühling 2014 habe er von möglichen Verstößen gegen Emissionsregeln erfahren, erklärt Horn. "Ich wurde informiert, dass die Vorschriften der Umweltbehörde EPA verschiedene Strafen vorsehen." Damit scheint immer klarer zu werden, was sich im Laufe der Affäre bereits abgezeichnet hatte: VW-Verantwortliche waren seit langem über die Ermittlungen im Bilde. Aber wussten sie auch von absichtlichen Tricksereien? Und war ihnen bewusst, wie schwer der Verdacht wiegt?

"Es war keine Unternehmensentscheidung"

"Ich habe vom Einsatz der Manipulations-Software nichts gewusst", beteuerte Horn vor den Abgeordneten.

Horn sagt, er sei davon ausgegangen, dass die Ingenieure des Konzerns mit der EPA an einer Lösung arbeiteten. Und er betont vor dem Kongress immer wieder, er habe zwar seit 18 Monaten von eventuellen Regelverstößen gewusst, aber nicht davon, dass der Grund dafür in gezielter Manipulation lag. "Ich hatte keine Kenntnis, dass es einen 'Defeat Device' in unseren Autos gab." Als "Defeat Device" wird die Software bezeichnet, mit der die Emissionstests ausgetrickst wurden. Ihre Installation sei keine "Unternehmensentscheidung" gewesen, der Vorstand habe sie nicht beschlossen, beteuert Horn.

Entwicklungschef in Kenntnis gesetzt?

Das alles ändert aber nichts an der wichtigen Frage: Wen hat Horn in der Wolfsburger Konzernzentrale wann über den Verdacht der US-Behörden informiert? Wie die Deutsche Presse-Agentur aus Konzernkreisen erfuhr, setzte Horn schon 2014 den inzwischen beurlaubten VW-Entwicklungschef Heinz-Jakob Neußer in Kenntnis. Neußers Anwältin wollte dazu auf Anfrage keine Stellungnahme abgeben.

Kommentare zum VW-Abgasskandal

Razzia der Staatsanwaltschaft Braunschweig

Die Justiz dürfte sich für diese Details durchaus interessieren. Denn die Suche nach Schuldigen im VW-Skandal nimmt Fahrt auf. Bei einer groß angelegten Razzia hat die Staatsanwaltschaft Braunschweig in Wolfsburg und anderen Orten Akten und Computer sichergestellt. Es seien sowohl Geschäftsgebäude des Konzerns als auch Privatgebäude sowie Wohnungen von VW-Mitarbeitern durchsucht worden. Fest steht: Die Manipulation der Abgaswerte ging über Jahre. Doch erst im September kam der Stein ins Rollen, nachdem Volkswagen gegenüber der EPA einräumte, in den USA seit 2009 bei den Emissionstests für fast eine halbe Million Diesel-Autos getrickst zu haben. Der tatsächliche Abgasausstoß lag um ein Vielfaches über den frisierten Messwerten. Weltweit sind rund elf Millionen Wagen betroffen. Ob die Konzernspitze wirklich so lange nichts von dem Betrug wusste, müssen die Ermittlungen zeigen.

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Abgasskandal

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