VW-Manager will nicht in die Politik

VW-Manager will nicht in die Politik

— 31.07.2002

Hartz schlägt Schröders Angebot aus

Der Bundeskanzler wollte VW-Personalvorstand Hartz ins Kabinett holen. Doch der Manager schließt einen Wechsel in die Politik kategorisch aus.

Bundeskanzler Schröder ist mit seinem Versuch gescheitert, VW-Vorstand Peter Hartz als "Superminister" für Wirtschaft und Arbeit ins Kabinett zu holen. Nach Informationen der WELT hat der Kanzler Hartz persönlich angesprochen und gefragt. Der Leiter der nach ihm benannten Kommission zur Reform des Arbeitsmarktes gab Schröder aber einen Korb. "Ich will weder Bundesminister noch Ministerpräsident werden – zumal ich einen tollen Job als Personalvorstand bei VW habe. In Fachfragen, von denen ich etwas verstehe, berate ich die Bundesregierung gerne", so lautet die Stellungnahme, die Hartz am Dienstag (30.7.) offiziell verbreiten ließ. Zuvor hatte die "Bild"-Zeitung berichtet, der VW-Personalvorstand solle noch vor der Bundestagswahl ins Kabinett Schröder geholt werden – und zwar unmittelbar nach der Präsentation der Reformvorschläge der Hartz-Kommission zum Arbeitsmarkt. Die Regierung dementierte dies.

Hartz hat sich nach Informationen der WELT bereits vor einigen Wochen entschieden, bei Volkswagen zu bleiben. In einer Vorstandssitzung des Konzerns hatte VW-Chef Bernd Pischetsrieder gefragt, ob Hartz gedenke, das Angebot des Kanzlers anzunehmen. Hartz winkte ab: "kein Thema". Grund für die Absage sind offenbar grundsätzliche Zweifel an der Reformfreudigkeit der Politik. In den Ministerien gehe alles so schleppend zu, würden alle Vorgänge so langatmig behandelt, dass kein Wirtschaftsmanager, der mit Druck und Tempo zu leben gelernt habe, damit zurechtkomme, so die Hartz-Kritik. Hartz leitet derzeit eine Expertenkommission, die im Auftrag der Bundesregierung ein Konzept zur Reform des Arbeitsmarktes ausarbeitet. Die detaillierten Vorschläge werden am 16. August 2002 präsentiert.

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