VW New Beetle (ab 1998)

Gebrauchtwagen VW New Beetle Gebrauchtwagen VW New Beetle

VW New Beetle (ab 1998)

— 13.06.2002

Problemlos wie ein Käfer?

Der New Beetle hat ein großes Problem: den Zeitgeist. Der ist längst am kugeligen Wagen vorbeigezogen.

Marktlage und Zeitgeist

So ist das mit Spielzeugen: Erst sind sie der absolute Liebling, dann fliegen sie in die Ecke. So wie der VW New Beetle. Nach seiner US-Premiere 97 konnten es viele gar nicht bis zur Deutschland-Einführung abwarten, zahlten Horrorpreise für Sofortimporte. Als es dann endlich so weit war, flaute die Nachfrage schon wieder ab, und heute steht der Designfolger des legendären Käfers wie Blei – sowohl neu als auch gebraucht. Anlass genug, sich mal mit dem kugeligen, etwas engen Auto zu beschäftigen – zumal die Gebrauchtkurse mittlerweile deutlich die 10.000-Euro-Grenze unterschritten haben und oft nicht mal mehr der Listenpreis zu erzielen ist.

Überdies ist die Frage zu stellen, ob der Beetle tatsächlich so unverwüstlich daherkrabbelt wie einst der Käfer. Aber war der Käfer wirklich so solide? Wer das behauptet, kennt mit Sicherheit nicht die bangen Minuten beim TÜV, wenn der Prüfer in der durchgerosteten Vorderachse stochert, oder das Gefühl der Hilflosigkeit, wenn auf der Autobahn mal wieder der dritte Zylinder gefressen hatte. Beides wird einem mit dem New Beetle mit einiger Sicherheit nicht passieren. Denn er ist verzinkt und besitzt das einstige Feindbild aller VW-Techniker: die Wasserkühlung. Okay, Wasser kann kochen und einfrieren. Aber eben auch sehr gut kühlen.

Motor und Karosserie

Motorschäden haben damit Seltenheitswert. Jedenfalls solange der Zahnriemen regelmäßig auf Spannung und Zustand geprüft wird – besonders wichtig beim Diesel. Ein heikles Thema ist auch der Ölverbrauch, und zwar beim Zweiliter mit 115 PS. Bis zu 0,5 Liter/1000 Kilometer ziehen diese Benziner durch, und VW sieht darin keinen Grund zur Beanstandung. Jedenfalls nicht offiziell, intern wurde dagegen intensiv an Kolben und Zylindern geforscht. Anscheinend erfolgreich, ab März 2001 gebaute Beetle sollen deutlich weniger Öl konsumieren.

Die meisten Änderungen aber betrafen die Karosserie. Etwa die elektrischen Fensterheber oder die Zentralverriegelung – Teile, die der alte Käfer gar nicht kannte. Deshalb müssen sie bei der Probefahrt genau geprüft werden. Wie die Türschlösser, die schnell schwergängig werden. Wer sie nicht beim ersten Anzeichen des Hakelns von der Werkstatt zerlegen und neu fetten lässt, bricht bald den Schlüssel ab. Die Funkfernbedienung der Schlösser ist dann nicht unbedingt eine Hilfe, denn dieser Typ der Zentralverriegelung gilt als Ursache für unerklärliche Stromverluste: Leere Batterien im Beetle spielen für den ADAC und den AUTO BILD-Kummerkasten durchaus eine Rolle.

Lästig sind auch durchbrennende Glühlampen. Erst recht im Scheinwerfer, deren Austausch VW seinen Kunden nicht recht zutraut: "Fahren Sie in die Werkstatt", steht dazu in der Betriebsanleitung. Beim echten Käfer genügte ein Kreuzschlitz-Schraubendreher. Aber früher war nicht alles besser. Ein Thema beim Kugelporsche waren immer Steinschlagschäden an Fronthaube und Kotflügeln – beim Beetle sind sie es heute wieder. Aber darunter leidet – wie alle modernen Autos – auch sein Vater, der Golf. Der hat dem New Beetle vor allem das bessere Raumangebot voraus. Wer darauf aber nicht den größten Wert legt, findet auch in dem abgelegten Liebling der Lifestyle- Leute einen zuverlässigen Begleiter.

Historie, Schwächen, Kosten

Modellgeschichte 9/95 Vorstellung des VW Concept 1 auf der Frankfurter IAA 10/98 Einführung des New Beetle in Deutschland mit Zweiliter-Vierzylinder/115 PS und 1,9-Liter-TDI/90 PS 9/99 1,8-Liter-Turbo-Fünfventiler lieferbar, 150 PS 11/99 Basismodell mit 1,6-Liter-Motor und 100 PS 4/00 neuer Basismotor mit weiterhin 1,6 Litern, aber 102 PS 9/00 V5-Motor lieferbar, 170 PS 10/00 Vorstellung des New Beetle RSI, 225 PS 1/02 Pumpe-Düse-TDI mit 100 PS ersetzt 90-PS-Diesel

Schwachstellen • Getriebe gehört zu den Schwachpunkten des Beetle, vor allem beim TDI kommt es häufiger zu Schaltproblemen und defekten Lagern. Bei der Probefahrt prüfen, ob sich alle Gänge leicht und geräuschlos einlegen lassen • Elektrik ist ein dunkles Kapitel – erst recht, wenn wieder mal die Batterie leer ist. Aber auch elektrische Fenster oder Zentralverriegelung machen öfter Ärger • Beetle-typisch: defekte Lautsprecher der Serienradios • VW-spezifisch: durchgebrannte Glühlampen • Karosserie missfällt mit Klappern, die Sitze neigen zum Wackeln • Viele Leser klagen über schlecht schließende Türen und Klappen

Reparaturkosten Preise inklusive Lohn und Mehrwertsteuer am Beispiel VW New Beetle, 85 kW/115 PS, Baujahr 99. Die Verschleißteile sind günstig, da spürt man die Nähe zum Golf. Teuer sind alle Blechteile, da schlagen die niedrigen Stückzahlen des New Beetle durch.

Fazit und Modellempfehlung

Fazit "Technische Basis des VW New Beetle ist der Golf – deshalb ist die erste Hauptuntersuchung in der Regel kein Problem. Völlig frei von Fehlern ist der Beetle jedoch nicht, bestimmte Teile fallen ab und zu auf. Zum Beispiel die Lampen der Beleuchtung, die häufiger durchbrennen. So fallen statistisch zweiundeinhalb von 100 mit Fehlern am Licht auf. Die Fußbremse, Antriebswellen und Auspuffanlagen müssen wir an drei von 1000 Beetle beanstanden." Gunnar Dahm, Gutachter TÜV Rheinland/Berlin-Brandenburg

Modellempfehlung New Beetle 2.0 (85 kW/115 PS)

Steuer/Schadstoffklasse: 102 Euro im Jahr/D4 Testverbrauch: Werksangabe 8,7 Liter, gemessen 9,6 Liter (Super) Versicherung: Vollkasko (14/1000 Euro SB): 645 Euro. Teilkasko (32/300 Euro SB): 252 Euro. Haftpflicht (12): 674 Euro (Basis: HUK-Jahrestarife für Regionalklasse Berlin, 100 Prozent) Inspektion/Kosten: 15.000 Kilometer, etwa 150 bis 300 Euro Wertverlust: Dreijährige verlieren rund 38 Prozent vom Neupreis (Händlerverkaufspreis), danach jährlich um 1200 Euro Verlust.

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