VW New Beetle Cabriolet 2.0

VW New Beetle Cabriolet 2.0 VW New Beetle Cabriolet 2.0

VW New Beetle Cabriolet 2.0

— 07.03.2003

Jetzt wird der Beetle zum Käfer

Der schönste Liegestuhl dieses Sommers hat ein Verdeck: Im New Beetle Cabriolet steckt die zeitlose Jeans-Lässigkeit vom alten Käfer. Also alles eitel Sonnenschein?

Garantiert der Sommerhit vor den Cafés

Das Dach. Es liegt am Dach. Wie das offene Verdeck hinten aufragt, als hätte Frau Holle ihr dickes Schneeschüttelkissen gemütlich ins Fenster gelegt – das weckt nostalgische Schutzreflexe. Wie beim Käfer Cabrio.

Man möchte ihm zuraunen: "Komm in meine Garage." Was der geschlossene New Beetle nie geschafft hat, gelingt dem Cabriolet mit einem Augenzwinkern aus den Tuchfalten: Ja, das ist der Enkel des 1979 eingestellten Oldie. Als Cabrio wird der Beetle endlich zum Käfer.

Der Sympathie-Bonus zieht zumindest in dieser Saison. Vor der Ampel steht nebenan eine Mini-Fahrerin und fährt die Seitenscheibe herunter. "Tolles Auto!", ruft sie. Richtig, das Beetle-Cabrio wird ein Sommerhit vor den Cafés, und die Insassen werden die immergleichen Fragen beantworten. Ja, das fühlt sich wirklich so verblüffend steif an, als ob gar kein Blechdach fehle. Und das geschlossene Verdeck passt, pfeift nicht und bleibt auch in der Waschstraße dicht – kommt halt wieder von Karmann, diesmal aber im mexikanischen Puebla montiert, wo das gesamte Cabrio gebaut wird.

Ab Tempo 50 bläst innen ein Orkan

Weitere Gemeinsamkeiten mit dem Oldie werden weniger offenherzig ausgeplaudert. Etwa, dass man beim Einparken die Ecken nur erahnen kann – das gibt manche Macke in den hübsch lackierten Stoßfängern. Oder dass der Fahrer beim Einsteigen sekundenlang nach dem Gurt fummelt, der weit hinten baumelt (gelobt sei der Gurtbringer von Mercedes-Benz). Und dass im Beetle-Cabrio schon bei Tempo 50 ein Orkan bläst, weil die Frontscheibe gefühlsmäßig weit vorn am Horizont steht. Deshalb kommt auf die Rückbank vermutlich eher das Windschott (270 Euro extra) als Freunde, die ohnehin mit völlig zerstörten Frisuren aussteigen würden.

Was still und leise freut, sind ein paar pfiffige Ideen unter der kugeligen Verpackung. Der Kofferraum hat eine Durchreiche, groß genug für manchen Baumarkt-Kram. Hinter den Rücksitzen schießen im Ernstfall Überrollbügel hoch (aber wer denkt bei diesem Auto schon an Überschlag?).

Und der alte GTI-Motor mit seinen 115 PS ist heute ein angenehmer Zieher, nicht so ausgelutscht wie moderne Hubraumzwerge. Fahren, Lenken, Schalten funktioniert alles tadellos Golf-mäßig, zudem gibt der große Bruder sicher schönes Tuning-Spielzeug ab: Felgen, Breitreifen, Chrom ...

Preise, Ausstattung und Technische Daten

Damit zu den Preisen. Der geschlossene Beetle war bekanntlich zu teuer, um bei uns ein Hit zu werden. Auch die Cabrio-Preise fallen happig aus: 115 PS kosten mindestens 22.025 Euro, der Testwagen kommt mit ein paar Nettigkeiten auf über 27.000 Euro. Nichts für Abiturienten, eher was für reife Käfer-Nostalgiker. Und die entscheiden sich dann für "Alaskagrün metallic" wie am Testwagen, nicht für jugendliches "Sundown orange". An den Farben können wir künftig das Alter der Käufer ablesen. Erobert der Beetle die Jugend, reift der Sommerhit zum Evergreen.

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