VW New Beetle Cabriolet

VW New Beetle Cabrio VW New Beetle Cabrio

VW New Beetle Cabriolet

— 18.10.2002

Beetle, so liebe ich Dich

Der Beetle öffnet sich. Endlich. Fünf Jahre nach der Limousine kommt im Sommer das Cabrio. Käfer-Fan Margret Hucko hat es in Florida schon gefahren – und sich spontan verknallt.

Konkurrenzloses Unikum in Babyblau

Als Gerda in mein Leben trat, schloss ich sie sofort ins Herz. Trotz des großen Altersunterschieds. Sie war damals 18, ich gerade vier Jahre alt. Wir verstanden uns prima – auch ohne Worte. Gerda war ein Glücksgriff meiner Eltern. Ein Prachtexemplar von einem Käfer.

Heute, 23 Jahre später, treffe ich Gerda wieder – zugegeben, deutlich moderner in Form. Ich sitze am Steuer des New Beetle Cabrio 2.0 und fahre über die Highways von Florida. Der Viersitzer in Babyblau erinnert mit seinen großen Kulleraugen mehr an einen Waschbären als an ein Krabbeltier.

Gerda war einfach nur grün, 30 PS stark und herrlich volkstümlich. Das neue Beetle Cabrio ist ein Lifestyle-Auto, "ein avantgardistisches Unikum, das keine Konkurrenz fürchten muss", glaubt VW. 25.000 bis 30.000 Stück wollen die Wolfsburger pro Jahr in Deutschland absetzen. Mehr als doppelt so viele wie vom geschlossenen Bruder, der in Deutschland nie die hohen Erwartungen erfüllen konnte.

Das Cabrio trabt träge wie ein Bernhardiner

Auf dem Ocean Drive, Miamis Flanierpromenade, treffen wir Tom, einen Straßenfeger: "Gibt's den schon zu kaufen?", will er wissen und stemmt dabei seinen rechten Arm in die Hüfte. Fünf Jahre nach der Einführung des Beetle wird das Cabrio im Januar 2003 auf der Motor Show in Detroit vorgestellt. Wir müssen bis Mai oder Juni warten, dann soll der offene Viersitzer auch zu uns kommen.

Vorschriftsmäßig mit 65 Meilen (105 km/h) bummel ich gemächlich über den Highway. Der Motor ist eine solide 2,0-Liter-Maschine, die wir aus dem Golf kennen. Und so fährt sich das Cabrio auch – wie ein Golf. Das Lenkrad zittert nicht. Nie. Nicht bei Höchstgeschwindigkeit und in keiner Kurve. Der Beetle trotzt mit seiner hohen Torsionssteifigkeit jeder Eigenständigkeit der Karosserie.

Der Möchtegern-Käfer-Nachfolger kommt mit seinen 115 PS und der Sechsgangautomatik bei niedrigen Drehzahlen nur schwer in die Gänge, trabt träge wie ein Bernhardiner über den Asphalt – dafür extrem leise. Etwas agiler wird der im mexikanischen Puebla gebaute Knubbel im Programm "S".

Hoppla – oben ohne in nur 13 Sekunden

Mehr Spaß macht der Zweiliter-Vierzylinder auf jeden Fall mit Fünfgang-Schaltgetriebe. Die Übersetzungen sind kürzer, und der Motor soll mit 8,8 Litern im Schnitt 0,5 Liter Super plus weniger als die Automatik-Version verbrauchen.

In Europa gibt's das Cabrio mit insgesamt vier verschiedenen Antrieben: drei Benziner (75, 102 und 115 PS) sowie später auch ein TDI (100 PS). Hier in den USA verkauft VW das Cabrio auch mit 150 PS. Warum nicht auch bei uns? Sei es drum, ich bin mir sicher: Kommt Zeit, kommen auch stärkere Motoren. So war das bisher immer.

Am Strand proben wir den Ernstfall. Bei strahlendem Sonnenschein, 32 Grad im Schatten und 90 Prozent Luftfeuchtigkeit. Würde uns der Beetle lange im Regen stehen lassen? In Hamburg, Wolfsburg oder Aachen? Nein, würde er nicht. Wir entriegeln den Griff am Cabrio-Himmel, der Rest läuft automatisch per Knopfdruck. In nur 13 Sekunden öffnet und schließt der Wagen sein Verdeck. Anschließend verschwindet das Stoffdach unter einer Persenning. Das Astra Cabrio von Opel braucht dazu 30 Sekunden.

Supersüß und supersexy – finden die Amis

Schneller noch als das "Sesam, öffne dich!" des Daches (Aufpreis: 750 Euro) trifft der Beetle ins Herz. Vorbei an zitronengelben und rosaroten Fassaden des Art-déco-Districts, winkt uns eine junge Kubanerin von der Veranda begeistert zu.

Der Wagen ist supersüß und supersexy – finden die Amerikaner. "I love it!", brüllt uns der Fahrer eines GM-Trucks zu. Wir auch. Schon für seine schönen Details. Wie den CD-Wechsler in der Mittelarmlehne (435 Euro), die Blinker in den Außenspiegeln oder die Blumenvase im Armaturenbrett. Aber auch für den Kofferraum, der mit 201 Litern beinahe so groß ist wie beim geschlossenen Beetle (209 Liter).

Wir mögen ihn, weil er uns Sicherheit schenkt: ABS, Seitenairbags und ESP sind serienmäßig, hinter der Rücksitzlehne ist ein Überrollschutz integriert – kein hässlicher Henkel wie beim Erdbeerkörbchen-Golf. Ein Crashsensor löst das Schutzsystem aus. In nur 0,25 Sekunden fahren zwei Stützen aus und schützen die Insassen zusammen mit dem verstärkten Windschutzscheibenrahmen bei eventuellen Kopfständen.

Preise und Technische Daten

Und wir schätzen ihn für seinen charmanten Preis: 19.750 Euro wird das Cabrio mit 75 PS bei uns kosten, der Sechsgang-Automat mit 115 PS liegt bei 23.875 Euro. "Ein nettes Give-away", nennt VW-Vorstand Jens Neumann den Kampfpreis.

Volkswagen will mit dem stürmischen Rundling vor allem die Herzen der Damen gewinnen: Über 50 Prozent der Beetle-Cabrio-Fahrer werden junge Frauen sein, prophezeit eine VW-Analyse. Ich jedenfalls habe mich schon in das Beetle Cabrio verliebt. Es ist fast so wie mit Gerda vor 23 Jahren.

Technische Daten 4-Zylinder-Reihenmotor • Hubraum 1984 cm3 • Verdichtung 10,3:1 • Leistung 85 kW (115 PS) bei 5400/min • maximales Drehmoment 172 Nm bei 3200/min • Frontantrieb • Sechsgangautomatikgetriebe • Einzelradaufhängung vorn • Koppellenkerachse hinten • Kofferraum 201 Liter • Tankinhalt 55 Liter • Reifen 205/55 R 16 H • Länge/ Breite/Höhe 4081/1724/1502 mm • Radstand 2509 mm • Leergewicht 1352 kg • Zuladung 438 kg • Anhängelast 1000 kg • EU-Verbrauch l/100 km 9,2 Super plus • Fahrleistung 0–100 km/h 12,9s • Spitze 181 km/h • Wendekreis 10,9 Meter • Scheibenbremsen, vorn innenbelüftet • ABS • ESP • Preis 23.875 Euro

Noch mehr Fotos vom VW New Beetle Cabrio gibt es in der Bildergalerie dieses Artikels – und hier.

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