VW New Beetle von Jimmy Marinus

VW New Beetle von Jimmy Marinus VW New Beetle von Jimmy Marinus

VW New Beetle von Jimmy Marinus

— 06.11.2006

Jimmys DuDu

Wer kennt sie nicht, die lustigen Krabbeltierfilme aus den 60er- und 70er-Jahren, wo Herbie und DuDu mit ihren stolzen Besitzern waghalsige Abenteuer durchlebten? Ein nicht weniger prominenter Käfer der Neuzeit ist das Breitbau-Exemplar von Jimmy Marinus.

Mehr als 21 Millionen VW Käfer wurden bis Ende der 80er verkauft. Lang, lang ist's her. Der einstige Wagen fürs Volk aus der Nachkriegszeit hat sich rar gemacht auf unseren Straßen. Während in Mexiko der Käferkult weiterlebt, haben hier die echten Fans die letzten Exemplare sicher in ihren Restaurationskammern verstaut. In der Tuningszene erlebt der Wagen allerdings gerade durch die immer beliebter werdende Retrowelle seinen zweiten, wenn nicht sogar dritten Frühling. Kein echtes VW-Treffen ohne einen mehr oder weniger gut hergerichteten Käfer. Käfer fahren war und ist eben Kult, ein Lebensgefühl. Und vielleicht hat die Chefetage des VW-Konzerns auch ein bisschen mit den Verkaufszahlen der früheren Käfermodelle geliebäugelt, als sie 1998 die einstige "Concept 1"-Studie unter dem Namen "New Beetle" auf Kundenfang schickte.

Der Belgier Jimmy Marinus hat es dann im Jahr 2001 genauso gemacht, wie es die VW-Werbefachleute prognostiziert haben. Er verliebte sich auf Anhieb in den New-Beetle-Look. Was er allerdings in der Zwischenzeit alles umgebaut hat, war bestimmt von VW nicht ganz so geplant worden. Was aber nicht heißen soll, dass sein Umbau nicht gelungen wäre.

EXTERIEUR

Mit der zweifarbigen Lackierung gelingt Jimmy ein toller Kontrast.

Jimmy wählte als Basis für seinen Umbau den RSI-Kit von VW und entfernte erst einmal alle überflüssigen und störenden Kanten. Vorne besticht der Käferlook seitdem mit einem im Unterteil der Schürze verbauten, übermäßig großen Grill, den man nur ungern im Rückspiegel sehen würde. Um einen perfekten Abschluss zum Boden zu bekommen, verlängerte Jimmy die Schürze um gute fünf Zentimeter. Genauso beim Hinterteil. Cleaner geht immer? Nein, hier ist wirklich das volle Programm aufgefahren worden. Lediglich die beiden in Eigenregie hergestellten Auspuffendtöpfe schauen keck aus der Heckschürze hervor. Selbstredend, dass weder VW-Logo noch sonstige Typenbezeichnungen ihren Platz an dem Wagen behalten durften. Die dritte Heckleuchte wirkt fast schon verloren hinter dem Flügelleitwerk, das auf des Beetles Hintern thront.

Bei den Seitenschwellern wollte Jimmy dann eigentlich auf ein paar Zender-Exemplare zurückgreifen, aber irgendwie passten die nicht wirklich zum Rest des Looks. Also hieß es wieder, eigene Ideen in Polyester umzusetzen. Sehr gelungen, wie wir finden. Dass er seit einigen Jahren selbst sehr erfolgreich eine Tunerwerkstatt in seinem Heimatort betreibt, kam ihm hierbei natürlich sehr zugute. Jimmy ist, wie fast alle Belgier, ein wahrer Meister im Umgang mit dem künstlichen Fasermaterial. Spaltmaße? Fehlanzeige! Jimmy cleante nicht nur bis ins letzte Detail, er verspachtelte auch noch sämtliche Anbauteile. Alles wirkt, als sei der Wagen so aus dem Ei geschlüpft. Keinerlei Risse oder Wellen weist die knallgelbe Außenhülle des VWs auf. Das schwarz lackierte Dach und dessen ebenfalls schwarz lackierten Säulen bringen einen gelungenen Kontrast herüber, sodass der Wagen noch tiefer wirkt.

CHASSIS

Insekt auf dem Sprung: Der Käfer scheint fast abzuheben.

Bleiben wir beim Thema Tiefe, und widmen wir uns den Beinen des Käfers. Rollte der Ur-Käfer noch auf Sägeblättern in der Breite von 4 Zoll, rüstete Jimmy sein Exemplar ein wenig auf. 9 x 18 Zoll an der Vorderachse und satte zehn Zoll Breite weist die Hinterachse auf. Die Budniks der S-Serie, umhüllt von 225er- und 255er-Dunlops, schlummern tief in den Radkästen, wenn Jimmy mittels Airride den Beetle Richtung Boden senkt. Auf die Frage, warum er ihm denn keine größeren Felgen spendieren würde, grinst Jimmy. Mit einem lauten Zischen legt sich der Wagen auf eine Seite. Okay, Frage ausreichend beantwortet. Jimmy hatte schon im Frühjahr Versuche mit 20-Zöllern gestartet, jedoch wurde es dann bei solchen Kippbewegungen relativ eng an den Kotflügeln. Und Schäden oder gar Risse an solch einer klinisch reinen Karosse wäre ohne Zweifel fatal.

INTERIEUR

Innenraumtechnisch ist Jimmys Beetle noch so gut wie original. Dies soll sich allerdings im bevorstehenden Winter ändern. Passend zur Außenhaut soll dann gelbes Alcantara auf dem Armaturenbrett sowie schwarzes auf dem Gestühl seinen Platz einnehmen.

AUDIO

Musikalisch jedoch kann er schon jetzt einiges aufweisen. Dank der Kenwood Headunits in Verbindung mit einem Crossfire 4000 Verstärker kommt der Stroker Subwoofer von Cherwin Vegas ganz schön ins Schwitzen, Verzeihung, in Schwingung. Verbaut wurde die Musikanlage dezent im Kofferraum, der zudem die Viair-Kompressoren für das Airride aufnehmen musste.

MOTOR

Am ausfahrbaren Heckspoiler ist der 1.8 Turbo zu erkennen.

Der wahre Beetle-Kenner und gewissenhafte Beobachter unserer Bilder wird sich die Motorfrage gar nicht stellen. Zu verräterisch ist der kleine Dachkantenflügel. Denn nur die 1.8er-Turbo-Krabbeltiere dürfen sich mit diesem Schmuckstück zieren, das, ähnlich wie beim Porsche, ab einer gewissen Geschwindigkeit ausfährt. Aber immerhin reißen 150 Pferdchen serienmäßig an den Beinen des Beetle. Nicht genug für Jimmy, der dank geänderter Motorelektronik und einer lautstarken Edelstahlkomplettanlage mit zwei fetten Endrohren auf 180 PS kommt.

Wer jetzt Lust auf solch ein Ungetüm bekommen hat, der kann sich bei Jimmy melden, denn mittlerweile hat er zumindest in Belgien einen wahren "New Beetle Boom" ausgelöst, wie einst der Urkäfer bei der nachkriegsgebeutelten Bevölkerung. Ein abschließender Dank an seine Freundin Nathalie für all die Geduld und ihre Hilfe sei ihm an dieser Stelle natürlich gerne gestattet.

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