VW Nils: IAA 2011

VW Nils Concept VW Nils Concept

VW Nils: IAA 2011

— 01.09.2011

Es kann nur einen geben

Der Kabinenroller kommt wieder. Aber von VW und ganz modern. Nils heißt die ungewöhnliche, kleine IAA-Studie mit Elektromotor, einem Sitz und Flügeltüren. Ihre Reichweite: 65 Kilometer.

Wäre er ein Mädchen geworden, würde Nils womöglich Melina heißen. Denn die beiden rangierten 2010 bei uns jeweils auf Rang 32 der beliebtesten Vornamen. Für VW bedeutet Nils eine zukünftige Fahrzeuggattung – das Pendlerauto. Stellen Firmen neue Konzepte vor, fehlt es nie an passender Statistik. So weiß VW, dass 74 Prozent aller Pendler maximal 25 Kilometer zur Arbeit zurücklegen, dass 60 Prozent von ihnen dafür das Auto nutzen, wovon wiederum 90 Prozent allein fahren. Bleiben rein rechnerisch 40 Prozent an Pendlern, die eine glückliche Beziehung mit Nils eingehen können – einem 3,04 Meter kurzen, 1,39 Meter breiten und 1,20 Meter niedrigen Einsitzer mit Elektroantrieb und 65 Kilometer Reichweite.

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In knapp elf Sekunden stratzt der Nils auf Tempo 100. Als Höchsttempo nennt VW 130 km/h.

Dass es nur so wenig sind, liegt in der Beschränkung als reines Kurzstreckenauto. Dadurch lässt sich die Kapazität des Lithium-Ionen-Akkus auf bezahlbare und an einer 230-Volt-Steckdose rechnerisch in weniger als zwei Stunden komplett aufladbare 5,3 Kilowattstunden begrenzen. Die Batterie liefert den Saft für den 19 Kilo leichten Elektromotor im Heck des Einsitzers. Im Normalbetrieb leistet er 15 kW (20 PS), kurzzeitig 25 kW (34 PS). Die Leistung eines Mexiko-Käfers genügt, um den 460 Kilo leichten Flügeltürer in knapp elf Sekunden aus dem Stand auf 100 km/h zu beschleunigen. Als Höchsttempo nennt VW 130 km/h. Wenn wir schon bei der Dynamik sind: Die wird vom Layout des Fahrwerks gefördert. Wie in der Formel 1 führen Einzelradaufhängungen mit doppelten Dreieckquerlenkern die frei stehenden Räder.

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Innen möblierten die Potsdamer VW-Designer Nils mit einem einzelnen Schalensitz und einem Cockpit mit digitalen Instrumenten. Wie im up! lassen sich Radio, Telefon und Navigation über einen separaten berührsensiblen Bildschirm steuern. Seine Insassen schützt Nils nicht nur mit Assistenzsystemen wie City-Notbrems-Funktion oder aktivem Abstandstempomaten, sondern auch mit einem harten Kern: Seine Alu-Spaceframe-Karosserie ist als Sicherheitszelle ausgelegt, die Rohkarosse besteht aus hochfestem Alu. Da ist der kleine Nils also riesig. So hätte VW ihn auch Magnus nennen können – das kommt aus dem Lateinischen und heißt "der Große".
Sebastian Renz

Sebastian Renz

Fazit

Surren wir 2050 in solchen Kabinenrollern durch die Stadt? Wir wissen es nicht. VW wohl auch nicht. Noch vor ein paar Monaten galt dort der XL1, ein zweisitziger Dieselhybrid, der nur einen Liter Diesel auf 100 km verbraucht, als Stein der Weisen. Nun ist es Nils. Der schafft nur 65 km, aber voll elektrisch. Die Zukunft bleibt eben unvorhersehbar.

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