VW Passat im Connected-Car-Check

VW Passat: Connectivity-Test

— 01.10.2014

Die digitale Oberklasse von VW

Volkswagen holt mit dem neuen Passat den Rückstand beim vernetzten Auto auf – und ist besser als die Mercedes E-Klasse. Wir haben den Wolfsburger getestet.

Nein, berühmt für ihren Mut sind sie bei Volkswagen nicht. Kompakte Vans überließen sie zunächst ebenso anderen wie die SUV. Stattdessen beobachteten sie lieber, ob neue Trends er- folgreich sind – um es dann, wie bei Touran und Tiguan gesehen, gleich richtig zu machen und sich an die Spitze der Klasse zu setzen. Die Geschichte könnte sich wiederholen. Diesmal nicht mit einer neuen Autoklasse, sondern dem wohl wichtigsten Zukunftsthema der Autoindustrie: Connected Car. BMW etwa beschäftigt sich bereits seit mehr als einem Jahrzehnt mit der Vernetzung seiner Autos, war mit 3er und Co. bereits online, als sich VW-Fahrer noch mit veralteten Navisystemen herumschlagen mussten.

Jetzt kommen die Verkehrsinformationen über das Internet

Always on: Das neue Navi ist mit dem Internet verbunden, Verkehrsdaten kommen in Echtzeit.

Das könnte sich mit dem neuen Passat ändern. Der basiert nicht nur auf einer komplett neuen Plattform, sondern darf auch die neueste Elektronik des Konzerns nutzen – und VW ließ sich eine ganze Menge einfallen, um den Rückstand gegenüber der Konkurrenz aufzuholen. So ist die neueste Generation der Navigationssysteme mit dem Internet verbunden, liefert nun Verkehrsinformationen in Echtzeit und führt so um Staus herum. Noch bezieht VW die Daten vom Anbieter Inrix, den auch Audi und BMW nutzen, wechselt künftig aber wie Mercedes zum niederländischen Spezialisten TomTom, der eine bessere Datenqualität verspricht. Doch nicht nur die Navigation ist auf dem neuesten Stand. Erstmals bietet Volkswagen in der Mittelklasse MirrorLink an. Das ist ein System, mit dem sich Apps von Smartphones auf dem Bildschirm des Autos darstellen und bedienen lassen. Das funktioniert momentan nur mit Geräten, die ein Android-Betriebssystem nutzen, bringt aber trotzdem eine Menge neuer Funktionen ins Auto.
Alle News und Tests zum VW Passat

Das digitale Cockpit ermöglicht die Einblendung von Karten

Variabel: Tacho und Drehzahlmesser machen Platz, wenn der Fahrer eine Karte einblenden will.

So lassen sich alle Apps nutzen, die MirrorLink freigibt – Updates inklusive. Die Zeiten, in denen ein Auto bereits nach wenigen Jahren veraltet ist, sind somit vorbei. Doch nicht nur bei den Multimediasystemen klettert der Passat mittlerweile auf Oberklasse-Niveau, auch die Assistenzsysteme befinden sich auf dem neuesten Stand. Dazu gehört neben den bereits klassenüblichen Helferlein wie Totwinkelwarner und Spurhalteassistent auch ein Abstandsregeltempomat und ein Stauassistent, der bis zu 60 Kilometer in der Stunde vollautomatisch fährt. Einzig ein Head-up-Display, wie es die höherpreisigen Konkurrenten von BMW und Mercedes anbieten, kann Volkswagen nicht liefern. Dafür kontern die Wolfsburger mit digitalen Instrumenten, die sich sehr gut ablesen lassen – unter anderem, weil Tacho und Drehzahlmesser zur Seite rücken, wenn der Fahrer eine große Navikarte einblenden will.

Unterm Strich sammelt der Passat so 80 Punkte in unseren Connected-Car-Index, spielt damit in einer Liga mit seinem Luxus-Konzernbruder Audi A8 – und er kann sogar die Mercedes E-Klasse überholen. Gar nicht schlecht für eine Firma, die gerade erst beginnt, ihre Autos zu vernetzen.
Connected Car Index
Punkte max. VW Passat
Infotainment
Telefon 15 11
Online/Apps 15 13
Navi 15 15
Audio 15 15
Assistenzsysteme
Totwinkelwarner 5 5
Spurhalteassistent 5 5
Abstandsregeltempomat 5 5
Stauassistent 5 5
Eigenschaftswertung 80 74
Preis 20 6
Gesamtwertung 100 80
Autor:

Stefan Voswinkel

Fazit

Mit dem Passat hat Volkswagen den Rückstand beim Connected Car aufgeholt. Er spielt nun in einer Liga mit den Besten – und bietet sogar Technik aus der Oberklasse. Das gilt leider auch für die Preise: Denn günstig ist die Technik im Passat nicht.

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