VW Passat III Variant (1988-1993)

Gebrauchtwagen VW Passat III Gebrauchtwagen VW Passat III

VW Passat III Variant (1988-1993)

— 16.06.2005

Sind 1000 Euro hier gut angelegt?

Wenig Geld, aber großer Platzbedarf? Ein alter Passat könnte die Lösung sein.

Karosserie und Fahrwerk

Er war der Traum vieler Familienväter: geräumig, solide, mit einem Knieraum vor den Rücksitzen, der manche Luxuslimousine mickrig erscheinen ließ. 17 Jahre ist das Debüt der Passat-Generation mit dem charakteristischen Nasenloch hinter dem VW-Zeichen jetzt her. Aber trotz guter Wertbeständigkeit sind auch die gefragten Variant schon lange in der 1000-Euro-Preisklasse angekommen.

Nun muß sich zeigen: Ist der Held von damals heute für Familien mit schmalem Etat noch eine Empfehlung? Oder entpuppt sich der geliebte Volkswagen als Faß ohne Boden? Verschiedene Fakten sprechen grundsätzlich für den VW: So kommen teuer zu beseitigende Rostschäden in der Praxis kaum vor – auch wenn unser besonders ungepflegtes Test-Exemplar von 1991 etwas anderes vermuten läßt. Seine durchgerostete Reserveradwanne ist allerdings schnell geflickt, weitere Löcher sind (noch) nicht in Sicht.

Und für den weitverbreiteten Passat sind alle möglichen Teile nicht nur bei VW, sondern auch im oft günstigeren freien Handel zu bekommen – Markenqualität inbegriffen. Außerdem ist zumindest die vordere Radaufhängung so standfest, wie es die Wolfsburger danach nicht wieder hinbekommen haben. Die hintere Aufhängung jedoch hat Probleme mit ihrer Lagerung in Gummimetallbuchsen, die sich allerdings schnell wechseln lassen.

Motor und Technik

Bei der Gelegenheit sollten auch gleich die Bremsschläuche überprüft werden – chronisches VW-Leiden bis in die späten 90er Jahre. Die Bremse an sich macht kaum Ärger – von gelegentlich festsitzenden Bremssätteln hinten oder undichten Radzylindern mal abgesehen. Auch der Antrieb ist öfter undicht. Kurbel- und Nockenwellen-Dichtringe am Motor und Eingangs- und Abtriebswellen-Dichtringe am Getriebe lassen den Schmierstoff ins Freie. Solche Reparaturen fressen Arbeitszeit und sind entsprechend teuer.

Noch teurer wird es, wenn mangels Kühlwasser die Zylinderkopfdichtung durchbrennt oder der Motor ganz eingeht. Das kommt häufiger vor, denn nur die wenigsten Modelle besitzen einen Wasserstandssensor. Und Ursachen für Leckagen gibt es reichlich: Die Ausgleichsbehälter verspröden, platzen dann unter Druck. Wasserpumpen lecken, und die meisten Schläuche gehören inzwischen wohl aufs Altenteil.

Ist allerdings für Schmierung und Kühlung gesorgt, sind die Motoren kaum kaputtzukriegen. Vor allem die Benziner laufen ewig, abgesehen vielleicht vom häufig hartgerittenen VR6. Bei dem reißt auch vereinzelt mal die Steuerkette, wogegen von den Zahnriemen der übrigen Motoren kaum Probleme bekannt sind. Mit Einschränkungen beim TDI, der ab der großen Modellüberarbeitung Ende 1993 zum Einsatz kam.

Dort lockert sich das Kurbelwellenrad des Zahnriemens, was letztlich auch zum Reißen führt. Vorsicht geboten ist ebenfalls beim 75-PS-Turbodiesel: Die Wirbelkammern im Zylinderkopf können sich lockern, in den Zylinder fallen. Und der zuvor angebotene 1,6-Liter mit 80 PS hat einen Hang zu gerissenen Zylinderköpfen und undichten Einspritzpumpen.

Vorteil der meisten Passat-Benziner: Sie lassen sich mit einem Austauschkat der einschlägigen Hersteller oder dem Twin-Tec-Kaltlaufregler in die günstigeren Abgas-Einstufungen Euro 2 oder gar D3 (75- und 90-PS-Benziner) hieven. Das spart reichlich Kfz-Steuer, freut den Familienvater und steigert vielleicht sogar den Wiederverkaufswert auf über 1000 Euro. Dazu muß aber die Basis stimmen, was beim alten Passat natürlich eine sorgfältige Überprüfung voraussetzt.

Historie, Schwächen, Kosten

Modellgeschichte 4/88 Einführung des dritten Passat-Modells (35i) als Limousine, Spitzname Römertopf 8/88 Auslieferungsbeginn Passat Variant 1/90 Allradantrieb lieferbar, zunächst nur im GT G60 syncro 3/91 1,9-l-Kat-Diesel, 75 PS, und 2,8-l-VR6, 174 PS 9/93 umfangreiche Modellpflege, von VW als Neuauflage/4. Passat-Generation bezeichnet: ABS und Doppel-Airbag Serie, 1,9-l-TDI mit 90 PS lieferbar 2/96 110-PS-TDI eingeführt 8/96 Modellablösung durch den Passat Typ 3B 3/97 neuer Variant

Schwachstellen • Korrosion spielt beim Passat zwar nur eine untergeordnete Rolle, ist aber schon aufgrund des Alters der Fahrzeuge nicht ausgeschlossen. Betroffen sind vor allem Flächen im Steinschlagbereich der Räder • Motoren sind unterschiedlich haltbar: Vierzylinder-Benziner fast ewig, VR6 benutzerabhängig, Diesel bis 80 PS kurz und TDI zahnriemenabhängig. Stets vorausgesetzt, der Fahrer hat ein Auge auf jederzeit möglichen Wasser- und Ölverlust • Getriebe nebst Seilzugschaltung sind ein wunder Punkt beim 35i • Verarbeitung ist recht solide, mal ausgenommen die hartnäckig in ihren Schienen wackelnden Sitze und die häufig undichten Türen • Elektronik spinnt gelegentlich in der Instrumenteneinheit

Reparaturkosten Preise inklusive Lohn und Mehrwertsteuer am Beispiel VW Passat 2.0, 85 kW/115 PS, Baujahr 1991. Kotflügel und Lichtmaschine gehören zu den Preistreibern, lassen sich aber auch problemlos gebraucht oder im freien Teilehandel beschaffen.

Fazit und Modellempfehlung

Fazit "Die älteren Passat der Baureihe 35i gehören zu den empfehlenswertesten "Billig- Fahrzeugen", schon weil Rost nur selten in bedrohlicher Form auftritt. Gravierender sind Probleme mit den Bremsschläuchen und der Aufhängung der Hinterachse, auch ausgeschlagene Spurstangenköpfe sind häufiger. Und bei den Modellen mit hinterer Scheibenbremse gehen oft die Bremssättel fest. Positiv: standfeste Bremse und stabile Lenkgetriebe." Manfred Waltner, Gutachter TÜV SÜD

Modellempfehlung Passat Variant 2.0 (85 kW/115 PS)

Steuer/Schadstoffklasse: 302 Euro im Jahr/Euro 1 Testverbrauch: 9,3 Liter. Werksangabe: 8,3 Liter (Super) Versicherung: Vollkasko (14/500 Euro SB): 526 Euro. Teilkasko (17/150 Euro SB): 125 Euro. Haftpflicht (18): 917 Euro (Basis: R&V-Jahrestarife f.r Regionalklasse Hamburg, 100 Prozent) Inspektion/Kosten: 15.000 Kilometer, etwa 200 bis 400 Euro Wertverlust: Aufgrund des Alters der Fahrzeuge verläuft der Wertverlust zustandsabhängig, daher ist keine Prognose möglich.

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