VW Passat Variant 1.6 TDI vs. Volvo V70 1.6D

Spardiesel-Vergleich: VW Passat Variant gegen Volvo V70 Spardiesel-Vergleich: VW Passat Variant gegen Volvo V70

VW Passat Variant 1.6 TDI vs. Volvo V70 1.6D

— 26.04.2010

Passat BlueMotion oder V70 DRIVe?

Sparen, aber bitte nicht um jeden Preis. Der Kombi-Vergleich zwischen VW Passat Variant 1.6 TDI BlueMotion gegen Volvo V70 1.6D DRIVe zeigt, ob die Rechnung "große Klappe, kleiner Durst" aufgeht.

Sparen Sie sich Ihr Mitleid. Das haben diese beiden Klasse-Kombis absolut nicht nötig. Ganz im Gegenteil. Obwohl unter den vorderen Hauben von VW Passat Variant und Volvo V70 in diesem Vergleich nur 1,6 Liter kleine Diesel-Triebwerke mit gerade mal etwas mehr als 100 PS antreten, stehen beide ganz oben auf der Wunschliste von Familien mit grünem Gasfuß. Das Erfolgsrezept der Mittelklässler heißt dabei: große Klappe beim Gepäck, Spatzendurst an der Zapfsäule. Eine ebenso sympathische wie seltene Kombination – schauen wir mal, ob die Spardiesel auch sonst überzeugen.

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Außen klein, innen groß: Der VW ist kürzer als der Volvo, bietet aber mehr Platz.

Der Passat misst außen zwar fünf Zentimeter weniger, setzt trotz dieser Handbreit seine Länge aber in ein deutlich besseres Platzangebot um. Herrscht vorn noch die gleiche luftige Atmosphäre, finden Hinterbänkler im VW das großzügigere Abteil und dahinter auch mehr Platz für ihre Koffer. Zusammen mit den besser konturierten Sitzen in Reihe eins empfiehlt sich der Passat eindeutig als das rundere Reiseauto. Der Volvo kontert dafür mit der besseren Übersicht nach hinten und der pfiffigeren Klappkonstruktion für die Rückbank. Wo im Schweden ein Handgriff reicht, um eine ebene Ladefläche herzuzaubern, verlangt der Passat ein paar Kompromisse. Wer nur die Lehne umlegt, muss mit einem leicht ansteigenden Kofferraumboden leben. Soll der Ladeboden topfeben sein, muss man erst die Kopfstützen entfernen, dann die Bank hochklappen und schließlich die Lehnen kippen. Ein System von gestern – das sollten VW-Entwickler besser lösen können.

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Gutes Paket: Der V70 zeigt sich an der Basis großzügiger als der Passat – er ist aber teurer.

Voll auf der Höhe der Zeit zeigen sich die beiden Kombi-Kämpfer bei der Inneneinrichtung. Der V70 rollt schon in der Basisversion mit Zweizonen-Klimaautomatik und CD-Radio vors Tor (im Passat beides gegen Aufpreis), verwöhnt mit hochwertigen Materialien, penibler Verarbeitung und geschmackssicherer Gestaltung. Ein Volvo wie aus dem Musterbuch. Da kann sogar der bekannt sorgfältig gefertigte Passat nicht ganz mithalten. Fairerweise muss aber erwähnt werden, dass die Schweden den VW auch beim Preis übertreffen und an der Kasse fast 2000 Euro mehr verlangen. BlueMotion und DRIVe kann man getrost als rollende Tempo-130-Forderung verstehen. Was wir in der Stadt und beim Solobetrieb noch als ausreichend empfinden, findet auf der Autobahn und mit Baby an Bord schnell seine Grenzen.

Der 1.6 TDI im Passat müht sich mit seinen 105 PS zwar redlich, scheitert aber ein ums andere Mal am ellenlang übersetzten Getriebe. In den Gängen vier und fünf fehlt jeglicher Mumm, erfolgt Beschleunigung nur noch in Zeitlupe, bereits bei 140 km/h wirkt der Passat ausgelutscht. Wer flott unterwegs sein will, muss den VW eher wie einen Benziner fahren: hoch drehen, viel schalten und vor allem die Gangempfehlung ignorieren. Egal wie der 1.6 TDI aber auch bewegt wird – das souverän-straffe Fahrwerk und die präzise Lenkung verkraften im Zweifelsfall noch deutlich mehr.

Bei den Fahrleistungen sollte man keine Wunderdinge erwarten

Passat und V70 mit ihren kleinen Dieseln sind vor allem eines nicht: sportlich.

Auch der Volvo setzt voll auf Cruiser-Qualitäten und überlässt die linke Spur den Vertretern in ihren stärkeren TDI. Auch hier begrenzen lange Übersetzungen und knapp 200 Kilo Mehrgewicht den Vortrieb, auf der Autobahn mag der 1.6D kaum über 3000 Touren drehen und scheint bei 170 km/h schon am Ende. Die akustisch zurückhaltenden 109 PS harmonieren zudem nicht so recht mit der ungenauen Fünfgangbox – die Ganganschlüsse passen nicht, der 1.6er wirkt wie ein alter Saugdiesel und nicht wie ein moderner Turbo. Auf der Fahrwerkseite verschreibt sich Volvo dem american way of drive und setzt auf die weiche Welle. Das leichte Untersteuern stellt wie beim Passat kein Risiko dar, der Schwede wirkt wegen der schwammigen Lenkung aber nicht ganz so souverän.

Weitere Infos zu den beiden sparsamen Kombis finden Sie in der Bildergalerie. Den kompletten Vergleich mit allen technischen Daten und Tabellen gibt es als Download im Heftarchiv.
Fahrzeugdaten Volvo VW
Motor Vierzylinder, Turbo, vorn quer Vierzylinder, Turbo, vorn quer
Ventile/Nockenwellen vier pro Zylinder/2 vier pro Zylinder/2
Nockenwellenantrieb Zahnriemen Zahnriemen
Hubraum 1560 cm³ 1598 cm³
kW (PS) bei 1/min 80 (109)/4000 77 (105)/4400
Nm bei 1/min 240/1750 250/1500
Vmax 190 km/h 190 km/h
Getriebe Fünfgang manuell Fünfgang manuell
Antrieb Vorderradantrieb Vorderradantrieb
Bremsen vorn/hinten Scheiben/Scheiben Scheiben/Scheiben
Testwagenbereifung 205/60 R 16 V 205/55 R 16 H
Radgröße 7 x 16'' 7 x 16''
Abgas CO2 129 g/km 114 g/km
Verbrauch* 5,9/4,3/4,9 l 5,4/3,8/4,4 l
Tankinhalt 70 l/Diesel 70 l/Diesel
Vorbeifahrgeräusch 73 dB (A) 70 dB (A)
Anhängelast gebr./ungebr. 1300/750 kg 1400/750 kg
Kofferraumvolumen 575–1600 l 603–1731 l
Preis (wird bewertet) 30.910 Euro 29.025 Euro
*innerorts/außerorts/gesamt auf 100 km
Messwerte Volvo VW
Beschleunigung
0–50 km/h 4,1 s 3,7 s
0–100 km/h 13,6 s 12,1 s
0–130 km/h 23,9 s 21,3 s
Elastizität
60–100 km/h 11,7 s (4. Gang) 9,7 s (4. Gang)
80– 120 km/h 17,6 s (5. Gang) 14,9 s (5. Gang)
Leergewicht/Zuladung 1674/546 kg 1494/486 kg
Gewichtsverteilung v./h. 57/43 % 59/41 %
Wendekreis links/rechts 11,7/12,2 m 11,7/11,5 m
Bremsweg
aus 100 km/h kalt 38,0 m 37,8 m
aus 100 km/h warm 37,9 m 36,8 m
Innengeräusch
bei 50 km/h 58 dB (A) 59 dB (A)
bei 100 km/h 65 dB (A) 67 dB (A)
bei 130 km/h 69 dB (A) 70 dB (A)
Testverbrauch – CO2 5,6 l D – 148 g/km 5,3 l D – 140 g/km
Minimalverbrauch – CO2 5,0 l D – 133 g/km 4,6 l D – 122 g/km
Reichweite 1240 km 1320 km
Gerald Czajka

Gerald Czajka

Fazit

Kleiner Motor im großen Kombi – das bedeutet natürlich auch Verzicht, funktioniert aber gar nicht so schlecht wie gedacht. Man muss sich eben darauf einstellen, dass sportliche Ambitionen nicht zu diesem sanften Raumwagen passen. Dann macht vor allem der Passat mit seinem Platzangebot und dem sensationell niedrigen Verbrauch viel Spaß. Der V70 kann das kaum schlechter, empfiehlt sich vor allem für gemütliche Cruiser-Kapitäne.

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