VW Passat 3B von Marco Röhring

VW Passat 3B von Marco Röhring VW Passat 3B von Marco Röhring

VW Passat von Marco Röhring

— 02.11.2006

Der Sinn des Wahns

VW Passat Limousine – ist das nicht ein urkonservatives Auto, das mit Tuning so viel zu tun hat wie ein Rentner mit der Techno-Disco? Nicht unbedingt. Marco Röhring zeigt uns mal sein eigenes Exemplar.

Die große Show im VW-Lager machen Golf und Polo. Von einem Passat erwartet dagegen niemand irgendwelche Wunderdinge. Obwohl sich die Limousine für individuelle Umbauten hervorragend eignet. Nicht das Angebot an Kaufteilen ist dabei entscheidend, sondern der Ideenreichtum des "Produzenten", in unserem Fall die des Energieelektronikers Marco. Der Leipziger sorgte bereits vor zwei Jahren mit seinem roten Passat (www.derPassat3B.de) bei VW- und markenoffenen Treffen für Aufsehen. Die Zahl der Pokale wuchs jährlich, doch im Laufe der Zeit wurde es langweilig, die Trophäen immer in das gleich aussehende Auto einzupacken. Schließlich kamen Luftfahrwerk und Tribals in Mode. Also wurde ehrgeizig nachgefasst.

EXTERIEUR

Cleaner Body, geile Tribals – so muss ein Passat aussehen!

Die Karosserie lebt von der cleanen Performance in Verbindung mit der hypergeilen Lackierung von Spektacolor. Bereits vor vier Jahren wurde die Karosserie ihrer Überstände, Sicken und Mulden beraubt, in allen Bereichen glatt gebügelt und auf eine rote Ice-Pearls-Lackierung mit gold-grünem Funkeln vorbereitet. Die wie im "Tuningfake-Studio" gemalten Schürzen sind störungsfrei. Die Front der Modellpflege 3BG mit Xenon-Lichtern und Haube verlangte ein Umschweißen der Längsträger. Natürlich besitzt die Frontschürze keine Bestellnummer, sondern wurde aus der Vermählung der Passat-Stoßstange mit dem Unterbau von JE-Design geboren.

Das spoilerfreie Hinterteil erzielt seine Wirkung durch der hinteren Dachhälfte. Die verkleinerte Heckscheibe wirkt wesentlich spannender. Und in Verbindung mit den ebenfalls verkleinerten Heckleuchten wirft der Passat einen bösen Blick direkt auf die Pupillen des Hintermanns. Im Alleingang sind derartige Änderungen kaum machbar. Kumpel Maik (Kfz-Mechaniker) und Ronny (Lackierer) waren da stets sofort zur Stelle, um Marco bei der Umsetzung seiner Ideen zu helfen. Marko Moschner (Spektacolor) ließ unterhalb der Passat-Gürtellinie den roten Effektlack unter strahlendem Weiß verschwinden und trug die Tribals in Freihand-Technik auf.

MOTOR

Drei Monate verbrachte Marco im Motorraum. Mit glänzendem Ergebnis.

Drei Monate brachte Marco im Motorraum zu, um ihn zu cleanen und von all seinen lästigen Behältern und unschönen "Freileitungen" zu befreien, damit das Wesentliche besser zur Geltung kommt. Sämtliche Aggregate im Motorraum durften in der Galvanik baden gehen. Der Motor hinterlässt den Eindruck, als ob Marco seine Entscheidung nach militärischem Muster getroffen hätte: "Goldanwärter rechts raustreten, die Chromer links, und Abmarsch zur Veredelung." Die Rückkehr von Schellen, Schrauben und sonstigen Anbauteilen verwandelte den vormals rot lackierten Maschinenraum in ein glänzendes Eldorado. Wer fragt hier nach Leistung? Der 1,8-Liter-20V-Benziner erfuhr eine Optimierung, die im Wesentlichen den Einbau frischer Dichtungen und Lager umfasste. 130 PS reichen zum Cruisen locker aus. Leute, Ihr wisst doch, dort wo jeder kleine Steinschlag heftige Schmerzen verursacht, liegt der Wahnsinn nicht am Leistungsprüfstand.

INTERIEUR

Nix Leipziger Allerlei: Hier ist alles (alles!) in rot und weiß gehalten!

Rot-Weiß Leipzig ist eigentlich ein Tanzclub. An diesem Auto ist Rot-Weiß Leipzig die Kombination zweier Farben zu einem stimmigen Gesamtkonzept. Von einer Sattlerei verarbeitetes Leder markiert die weißen Flächen von Cockpit, Seitenteilen, Sitzen und Himmel. Die Umrandungen der Details aus rotem Samt bilden den sorgfältig ausgewählten Kontrast. Sogar am Dachhimmel beweisen rot lackierte Tribals die Begeisterung für Eigenbau aus GFK. Natürlich entsprechen
Armaturenbrett und Cockpit nicht mehr denen eines 99er Passats. Zerklüftetes Interieur wurde in glatte Flächen verwandelt und mit Infotainment bestückt, das dieses Auto im Überfluss zu besitzen scheint. Monitore in den Kopfstützen, in der Mittelkonsole und im Kofferraum. Zwei fette, in GFK-Hüllen eingepackte 30er-Woofer bestimmen das Szenario.

CHASSIS

Das Luftfahrwerk darf nicht fehlen. So sinkt Marcos VW tief in die Knie.

Will man ganz vorne mitmischen, zählt der Einbau eines Luftfahrwerks zu den "Muss-man-haben"-Punkten. Aus der Sicht des "Installateurs" Marco war das Verlegen der Leitungen und vor allem das luftdichte Abschließen die Herausforderung beim Einbau. Der Lohn der Angst ist ein Verstellbereich von ungefähr 17 Zentimetern, wobei in der untersten Stufe die Räder tief in die Radhäuser eintauchen dürfen. Ein Sachse fährt auf Bayern ab: Die dreiteiligen Kerscher CS aus dem Süden der Republik zeigen sich mit 9,5x18 und 10,5x18 Zoll punktgenau auf den Passat abgestimmt, und das nicht nur in der Dimension. Sterne und Betten gönnten sich ein Chrombad und wurden nach ihrer Rückkehr aus der Galvanik mit güldener Verschraubung beglückt.

Autor: www.tunincars.de

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