VW Phaeton

VW Phaeton

— 17.04.2008

Re-Start in den USA

Wegen Erfolglosigkeit hatte Volkswagen den Phaeton in den USA 2006 vom Markt genommen. 2009 soll er wieder über den großen Teich schippern. Auch in Deutschland feiert das Flaggschiff eine Wiedergeburt.

Es sieht so aus, als entdeckten die Autokäufer nach sechs langen Jahren plötzlich ihre Liebe zum VW Phaeton. Die Verkaufszahlen des Modells in Deutschland sind in den ersten drei Monaten dieses Jahres rasant gestiegen. Der Absatz kletterte von Januar bis März auf 769 Fahrzeuge – das sind 45,4 Prozent mehr als im ersten Quartal des vergangenen Jahres. Zwar liegt der Phaeton damit immer noch deutlich hinter seinem schärfsten Konkurrenten – der Mercedes-Benz S-Klasse, die sich in den ersten drei Monaten dieses Jahres mehr als 1900 Mal in Deutschland verkaufte. Dennoch hofft Volkswagen nun, dass die Wirkung nachhaltig ist und der Phaeton doch noch den ersehnten Durchbruch schafft. Einen ersten Etappensieg konnte die Wolfsburger Edel-Limousine bereits feiern: Der Phaeton verkaufte sich in seinem Heimatmarkt im ersten Quartal besser als der 7er-BMW – auch wenn der Vorsprung gerade zehn Autos beträgt. Als Grund für den Erfolg des Phaetons führen VW-Verantwortliche unter anderem die technische Aufwertung des Wagens Mitte vergangenen Jahres an. Dem Geschäft dürfte auch nicht abträglich sein, dass der Phaeton bei hoher Qualität und technisch fast gleichwertiger Ausstattung mit einem Startpreis von 64.500 Euro unter den Einstiegspreisen der Mercedes-S-Klasse (70.000 Euro) und des 7er-BMW (66.000 Euro) liegt.

Winterkorn bekennt sich zum Flaggschiff

Seit dem Markteintritt im Frühjahr 2002 wurden nach laut Welt-Informationen weltweit 33.000 Phaeton ausgeliefert, davon rund die Hälfte in Deutschland. Die stärksten Absatzmärkte neben Deutschland waren in der jüngeren Vergangenheit Südkorea, China, Großbritannien, Spanien und Italien. Nach 5700 verkauften Phaetons im vergangenen Jahr rechnet VW 2008 mit einem Absatz von etwa 7000 Fahrzeugen. Der Versuch, den Phaeton in nennenswerter Stückzahl in den Vereinigten Staaten zu verkaufen, kostete viel Geld – und scheiterte. Vor zwei Jahren beendete der damalige Volkswagen-Chef Bernd Pischetsrieder schließlich das amerikanische Abenteuer. Der VW-Vorstandsvorsitzende Martin Winterkorn, einst einer der Mitentwickler des Nobelautos, will definitiv am Phaeton festhalten. "Der Phaeton gehört zu Volkswagen", sagt Winterkorn und ergänzt: "Ich habe mich eindeutig zum Phaeton bekannt und seitdem steigen die Verkaufszahlen." Bestärkt wird Winterkorn in seinem Beharren durch das Wissen, dass auch die ersten Serien des 7er-BMW oder des Audi A8 keine großen Erfolge waren.

Das Baukasten-Prinzip soll Kosten senken

Die nächste Generation des VW Phaetons soll Anfang des nächsten Jahrzehnts auf den Markt kommen. Stärker als bisher sollen die Entwickler dabei in die Baukästen des Konzerns greifen und sich bei den Schwestermodellen bedienen. Nach Informationen aus hochrangigen Konzernkreisen ist zudem voraussichtlich erst im Jahr 2009 die Rückkehr des Modells in die USA vorgesehen. Bislang war erwartet worden, dass der US-Markteintritt bereits in diesem Jahr erfolgen könnte. Widerstand könnte von Großaktionär Porsche kommen: So betonte Porsche-Chef Wendelin Wiedeking, wenn auch nicht direkt auf den Phaeton bezogen, dass die Zeit der "teuren Spielzeuge" vorbei sei. Das kann und soll sich nun mit der nächsten Generation des Phaeton ändern. "VW wird den Phaeton – wie jedes andere Modell auch – freilich nur bauen, wenn wir damit die angestrebte Kapitalrendite erzielen", sagt Winterkorn beschwichtigend und ergänzt: "Ich sehe aber keinen Grund, warum das nicht so sein sollte." Das dürfte der Porsche-Chef gerne hören.

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