VW: Piëch-Nachfolge im Aufsichtsrat

VW: Piëch-Nachfolge im Aufsichtsrat

— 30.04.2015

Zwei Frauen für die Piëchs

VW hat nach dem Rücktritt vom Ehepaar Piëch im Zuge des konzerninternen Machtkampfs zwei neue Mitglieder im Aufsichtsrat: Louise Kiesling und Julia Kuhn-Piëch haben etwas gemeinsam.

(dpa/cj) Der Aufsichtsrat des Autobauers Volkswagen ist nach dem Rücktritt von Chefkontrolleur Ferdinand Piëch und seiner Ehefrau Ursula wieder vollzählig. Mit der 57-jährigen Louise Kiesling und der 34 Jahre alten Julia Kuhn-Piëch ziehen zwei Frauen in das 20-köpfige Kontrollgremium ein, wie die Volkswagen AG am Donnerstag (30. April) mitteilte. Beide stammen aus dem Familienclan der VW-Großeigner Porsche/Piëch. Ihre Berufung erfolgte auf Antrag des VW-Vorstandes über das Amtsgericht in Braunschweig. Das ist grundsätzlich erst nach drei Monaten Vakanz der Fall, kann "in dringenden Fällen" aber auch früher geschehen. Die als Ersatz bestellten Mitglieder brauchen nun, sollte es demnächst nicht anders geregelt werden, die Amtszeit des Ehepaars Piëch auf – das wäre bis Frühling 2017.

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Louise Kiesling ist studierte Automobildesignerin und Geschäftsführerin mehrerer Wirtschaftsunternehmen.

Louise Kiesling ist aus Kreisen der Salzburger PS-Dynastie eine Tochter der verstorbenen Louise Daxer-Piëch (1932 bis 2006). Ihr Mutter Louise Porsche (1904 bis 1999) ist wiederum eine Tochter des Porsche-Gründers und VW-Käfer-Ingenieurs Ferdinand Porsche (1875 - 1951). Sie hatte in den Namen Piëch hineingeheiratet, weswegen der PS-Clan seither nicht mehr einheitlich Porsche heißt. Die 57-Jährige hat nach Studienabschlüssen in Modedesign (Universität für Angewandte Kunst, Wien) und Automobildesign (Royal College of Art, London) als Designerin in Deutschland, Österreich und Großbritannien gearbeitet. Sie ist Gesellschafterin und Geschäftsführerin mehrerer Wirtschaftsunternehmen, darunter befindet sich die Textilmanufaktur Backhausen GmbH (Hoheneich, Österreich).

Zitate von Ferdinand Piëch

Julia Kuhn-Piëch ist eine Tochter von Hans Michel Piëch, der bereits im Aufsichtsrat sitzt und Ferdinand Piëchs jüngerer Bruder ist. Seine Generation umfasst vier Geschwister. Die 34-Jährige wohnt wie Großteile des PS-Clans in Salzburg und ist Immobilienkauffrau. Sie übt bereits eine Aufsichtsratsfunktion bei der VW-Nutzfahrzeugtochter MAN aus. Sie studierte Jura und anschließend an der Technischen Universität Wien Immobilien- und Liegenschaftsmanagement. Mit den beiden Frauen erfüllt die Seite der Kapitaleigner im VW-Aufsichtsrat die ab 2016 geltende Zielvorgabe von 30 Prozent Frauenanteil schon heute. Annika Falkengren ist die dritte Frau auf der insgesamt zehnköpfigen Kapitalseite. Aufseiten der Arbeitnehmer sitzt bisher erst eine Frau: Babette Fröhlich von der IG Metall.

VW: Piëch-Nachfolge im Aufsichtsrat

VW-Patriarch Ferdinand Piëch und seine Ehefrau Ursula waren am Samstag (25. April 2015) von ihren Ämtern zurückgetreten. Mit der Nachbesetzung geht der PS-Clan nun auch erste Schritte eines Generationenwechsels. Unklar bleibt aber bis auf weiteres, wer der nächste Aufsichtsratsvorsitzende wird. Er wird aktuell kommissarisch vom Vize-Aufsichtsratschef Berthold Huber geführt. Der ehemalige Chef der IG Metall wird auch die VW-Hauptversammlung nächsten Dienstag (5. Mai) leiten.

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