VW Polo 1.2 12V

VW Polo 1.2 12V VW Polo 1.2 12V

VW Polo 1.2 12V

— 04.03.2002

Ganz Golf, der neue Polo

Größer, schneller, sparsamer, sicherer: das neue Polo-Prinzip. Und luxuriöser: Was früher nur die Golfklasse bot, ist hier schon zu haben.

Präzisionsarbeit aus Wolfsburg

VW soll Mercedes an die Karre fahren. So flapsig lässt sich die Devise umschreiben, die VW-Boss Piëch einst in Wolfsburg ausgab. Wir wissen: Im oberen Autosegment lassen Passat W8 und D1 schon mal ihre Motoren warmlaufen. Im unteren wird fleißig Feinarbeit geleistet. Der neue Polo zeigt das beispielhaft. Karosseriefugen? Piëch-Präzision. So schmal wie des VW-Chefs Lippen. Materialien? Piëch-Pracht. Also auf bestem Klassenniveau. Verarbeitung? Piëch-Perfektion. Nichts klappert, zirpt oder quietscht. Vollverzinkung ist ebenso selbstverständlich wie die neuartige Montage des Daches: Es wird mit den Seitenteilen sozusagen nahtlos - und damit spurlos - verschweißt.

Weitere Verbesserungen gegenüber dem Vorgänger statische Steifigkeit der Karosse um ein Drittel verbessert • Verformung der Seitenteile beim Crash um 45 Prozent verbessert • Lenkrad in Höhe und Tiefe einstellbar • größere Frontairbags (links 64, rechts 95 Liter) • Zwölf-Liter-Seitenairbags (bei Kindersitzmontage Airbags per Schlüssel abschaltbar), Kopfairbags aber erst "zu einem späteren Zeitpunkt" verfügbar • Elektrohydraulische Servolenkung, die Tempo und Wagengewicht berücksichtigt • ABS-Bremse, die (außer beim 55 PS) um das elektronische Stabilitätsprogramm ESP erweitert werden kann und dann auch einen hydraulischen Bremsassistenten enthält • Unterbodenverkleidung aus Kunststoff (spart Gewicht und soll den Heckauftrieb verringern) • hoch reichende Heckklappe, unter der auch 1,90-Meter-Menschen stehen können • Kofferraumvolumen um fünf Liter auf 270 Liter gewachsen • Wartung nach Intervall-Anzeige (bei Benzinern also alle zwei Jahre oder 30.000 km bzw. 50.000 km bei den Diesel-Modellen) • 55- und 64-PS-Versionen bereits in der niedrigsten Vollkaskostufe (10).

Keckes Heck, netter Vier-Augen-Grill

Doch schauen wir dem Neuling selber auf die Nase: Da schmunzelt ein Vier-Augen-Grill. Das bekannte Lupo-Gesicht macht den Polo allerdings kleiner, als er in Wirklichkeit ist. Gegenüber dem Vorgänger streckt sich Polo IV immerhin um 15,4 Zentimeter, ist vom Klassiker Golf II (83 bis 92) lächerliche 88 Millimeter entfernt. Das Heck dann wirklich keck: Steil ragt es auf, scheint fast nur aus Glas zu bestehen. Welche Freude: Ein echt ergonomischer Griff lässt die Klappe bequem öffnen. Das gilt auch für Türen und Motorhaube. Dort sitzt der Hebel endlich mal da, wo er hingehört - genau in der Mitte.

Dahinter das noch unbekannte Herzstück dieser vierten Polo-Reihe: der nagelneue Benziner mit 64 PS. Neugierig den Schlüssel gedreht, bis etwa 1500 Umdrehungen schütteln sich die drei Zylinder noch sehr kraftlos, um bei 2000 an- und ab 3000 Touren dann loszubeißen. Drehzahlen mag er, regelt deshalb erst im roten Bereich über 6000 Touren behutsam ab. Bei allem behält der Motor die Laufruhe: Eine Ausgleichswelle hebt die Vibrationen der ungeraden Zylinderzahl fast völlig auf. Ob er aber wirklich sparsamer als sein Vierzylinder-Vorgänger ist, werden spätere Tests zeigen.

Zum Fahrverhalten lässt sich jetzt schon sagen: Schumi könnte die Beine dieses 64-PS-Polo kaum besser abstimmen. Er frisst Kurven souverän, bis die Reifen wimmern, bleibt dank elektrohydraulischer Servolenkung voll beherrschbar. Das Stabilitätsprogramm ESP kann getrost in der Preisliste verrosten, wird nicht vermisst.

Individualität nur gegen Aufpreis

Individuelle Wünsche erfüllen gegen Aufpreis: • integrierter Kindersitz hinten rechts für 665 Mark (inkl. geteilter Rückbank, dritter Kopfstütze, Automatikgurt) • "Komfortpaket Sicherheit" (ab 258 Mark), enthält dritte Kopfstütze und dritten Dreipunktgurt hinten • Antriebsschlupfregelung(381 Mark) • Easy-Entry-Funktion für den Zweitürer (je nach Ausstattungslinie 156 bis 460 Mark), lässt Vordersitze nach dem Vorklappen wieder alte Position einnehmen • bis zu 16 Ablagen und Ablagefächer einschließlich Becherhalter vorn (41 Mark Aufpreis beim Basismodell) • Klimaanlagen mit Sparkompressor (ab 2298 Mark) • Automatikgetriebe (nur 75-PS-Benziner) mit lebenslanger Ölfüllung.

Einzig störend bei den ersten Probefahrten: die wadenbeißenden Sitz-Längsversteller sowie die achteinhalb Kurbeldrehungen zum vollständigen Öffnen der Seitenfenster (undingt 1359 Mark für E-Heber zuzahlen, E-Spiegel und Zentralverriegelung sind auch dabei). Womit wir sehen: Preislich hat VW schon Mercedes-Niveau erreicht. Nicht von der Höhe, aber von der Vielzahl der Optionen. Ob das ein gutes Omen ist?

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