Der neue VW Polo 1.2

VW Polo 1.2

— 18.02.2002

Der neue Golo

Der Polo wchst und wchst. Eigentlich msste die vierte Generation Golo heien. Vom erfolgreichen Golf II trennen ihn nur noch 88 Millimeter.

Auf Erfolg abboniert

Kaum ein anderes Mobil zeigt so klar, wohin sich Auto-Geschmack und -Anspruch mit den Jahren bewegen. Bei seinem Erscheinen im Mrz 1975 war der Polo die fahrende Armut auf Lupo-Lnge von nur 3,5 Metern (Trverkleidungen aus Pappe, nur fahrerseitig abschliebar, lackierte Stostangen, magere 40 PS, 700 Kilo Dnnblech, Zwlf-Zoll-Diagonalrderchen, vier Trommelbremsen). Jetzt zeigt er uns in seinem 27. Lebensjahr, was eine Wolfsburger Polo-Spielernatur ist: ein erwachsenes, auf Erfolg abonniertes Auto.

Der Weg dorthin war lang, voller Kurven - aber erfolgreich. Mit fettem Kofferraum und Derby-Aufschrift wurde 1977 eine Karosse geschaffen, die eigentlich nur bei Dunkelheit unbelchelt ausgefhrt werden konnte. 1981 versuchte VW uns beizubringen, dass der langweilige, aber ungemein praktische Polo Kombi kein Variant sei, sondern ein "Steilheck". Der legitime Nachfolger des Polo I hie nun pltzlich Polo Coup und war wesentlich teurer. Formel E bot einen lang bersetzten vierten Gang, Ende 1986 wurde der erste Diesel vorgestellt und mit dem anflligen G-Lader (113 PS) sowie 196 km/h anno 1990 der erste Geschwindigkeits-Gipfel erreicht.

Stilistisch ging VW mit dem Polo nie ein Risiko ein. Klar, das Umfeld von Rotklinker-Hallen, Spargelfeldern und Kiefern beflgelte kaum einen Zeichenstift. Doch sind wir nicht alle ein wenig "Wolfsburg"? Bescheiden, bodenstndig, bedingt beeinflussbar? Nur so ist doch der Sieben-Millionen-Erfolg des Begrnders der Polo-Klasse zu erklren. Der jetzt in einer bestechenden Form daherbraust, dass sich Fiesta und Corsa weiterhin nur auf Stammplatz zwei Hoffnungen machen drften. Vollverzinkte Karosse, elektrohydraulische Servolenkung, Front- und Seitenairbags, getnte Scheiben sowie Drehzahlmesser gehren zur Grundausstattung. Die mit elektronischem Stabilitts-Programm (ESP), hydraulischem Bremsassistent (HBA), halbautomatischer Klimaanlage "Climatic" oder auch vollautomatischer Climatronic (beide mit neuartigem Spar-Kompressor) aufgerstet werden kann.

Neue Motoren, neue Plattform

An die mageren Zeiten von anno 75 mag vielleicht noch der dreizylindrige 40-kW-Motor (55 PS) erinnern, der im kommenden Januar die Leistungs-Untergrenze darstellen soll. Richtig gelesen: Mit einem vllig neu entwickelten Dreizylinder-Benziner geht es los. Wenn der Verkauf im November beginnt, schpft er aus 1,2 Liter Hubraum 47 kW/65 PS oder 55 kW/75 PS. Natrlich Euro-4-geputzt und mit beruhigender Ausgleichswelle. Ein ebenfalls dreizylindriger TDI (55 kW/75 PS) nagelt fr die Sparsamkeit. Noch drei weitere Motoren kndigt VW an, einer davon ist der neue FSI-Benzin-Direkteinspritzer, der 63 kW/85 PS leisten wird.

Fahrleistungen und andere Messwerte sind noch nicht bekannt. Von den Auenabmessungen des Polo auf neuer Plattform (Lnge/Breite/Hhe 3897 x 1650 x 1465 mm; Vorgnger 3743 x 1632 x 1418) lsst sich auf ein ppiges Innenraum-Angebot schlieen. Immerhin ist der Polo IV jetzt fast so gro wie ein Golf II. Diese Zhlweise hat sich brigens nur extern gebildet. Der Zweitrer soll optisch wieder mehr ins Couphafte gehen, Fotos werden erst kurz vor der IAA erwartet. Der Viertrer fllt durch sein drittes Seitenfenster auf. Einen Variant soll es nicht mehr geben, der Viertrer scheint gro genug. ber eine Stufenheckversion "Polo Classic" wird intern noch diskutiert.

Bleibt die Preisfrage. Schauen wir zur Konkurrenz: Fiesta und Corsa starten bei rund 21.000 Mark. Der Polo drfte ein paar Mark hher anfangen. Denn in Wolfsburg ist von Jahr zu Jahr schlielich nicht nur der Polo gewachsen, sondern auch das Selbstbewusstsein.

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