VW Polo (2014): Fahrbericht

VW Polo (2014): Fahrbericht

— 13.04.2014

So fährt der neue Polo

Der neue VW Polo sieht dem Golf jetzt noch ähnlicher. Macht er seinem großen Bruder künftig das Leben schwer? Erster Fahrbericht!

Video: VW Polo Facelift (2014)

Erste Fahrt im neuen VW Polo

Nanu, legt VW sich da zu Ostern etwa ein faules Ei ins Nest? Wenn der überarbeitete Polo am 25. April 2014 bei den Händlern steht, dann werden sich einige Kunden verdutzt die Augen reiben. Mit dem neuen Frontdesign inklusive feiner Chromspange im Grill sieht der VW-Mini dem Golf jetzt verdammt ähnlich. Zudem schnappt er sich etliche Assistenzsysteme vom großen Bruder und führt sie erstmals in der Kleinwagen-Klasse ein, im Multimedia-Wettlauf bekommt der Polo sogar als erster VW die neue Mirror-Link-Technologie verpasst. Und dann steigern die Wolfsburger auch die ohnehin schon gute Qualität noch einmal spürbar. Macht der Polo dem Golf jetzt das Leben schwer?

Multikollisionsbremse ist Serie

Multikollisionsbremse  ist Serie, das vorausschauende Radarauge Front Assist mit City-Notbremsfunktion kostet ab 290 Euro.

Wenn wir uns die Liste der Sicherheitsausstattung ansehen, kommt man schon ins Grübeln. Neben der serienmäßigen Multikollisionsbremse (soll Folgeunfälle nach dem ersten Crash verhindern) können auch das vorausschauende Radarauge Front Assist mit bis 30 km/h wirksamer City-Notbremsfunktion (ab 290 Euro) sowie die automatische Distanzregelung ACC (hält zwischen 30 und 160 km/h Abstand und Tempo konstant, 500 Euro inkl. Front Assist) nachgerüstet werden. Nicht schlecht für einen Kleinwagen.

Smartphone-Integration per Mirror Link

Über Mirror Link können wird das Smartphone kinderleicht ins Infotainmentsystem integriert.

Dieser Gedanke kommt uns auch beim Einsteigen. Die Materialien noch einmal verfeinert, die Verarbeitung gewohnt solide, das Ambiente gefühlt eine halbe Klasse über den Komkurrenten von Ford Fiesta bis Renault Clio. So lässt es sich reisen. Und über Mirror Link können wir unser Smartphone kinderleicht im Auto nutzen. Einfach per USB-Kabel verbinden, schon erscheint die Handy-Oberfläche auf dem Bildschirm in der Mittelkonsole und lässt sich darüber auch bedienen. Herrlich! Einziges Manko: Das Ganze klappt bislang nur für Adroid, Apples iPhone funktioniert vorerst nicht. Und noch ein Ärgernis müssen wir erwähnen. Große Fahrer bemängeln, dass die bequemen Sitze bei der Sitzauflage ziemlich geizen – die Polster dürften ruhig länger sein und die Oberschenkel besser unterstützen.

VW Polo (2014): Fahrbericht

Unter den neuen EU6-Motoren empfehlen wir den 90 PS starken 1.2 TSI.

Dass der Polo zum Golf dann doch noch ausreichenden Abstand wahrt, beweist die Testfahrt. Weil das Fahrwerk unverändert blieb, bleibt es auch beim Polo-Fahrgefühl. Zwar spricht die neue elektromechanische Lenkung feinfühliger an, doch der Komfort zeigt weiterhin Raum für Verbesserungen. Auf langen Wellen und kleinen Unebenheiten beweist der Polo, dass er in seiner Klasse zu den Besten zählt. Souverän und geschmeidg bügelt er durchs Land. Werden die Straßen allerdings schlechter und die Querfugen tiefer, werden die Gäste darüber aber auch recht direkt informiert – ein Golf liegt hier deutlich ruhiger. Und wer jetzt hofft, die verstellbaren Dämpfer des Sport Select-Fahrwerks könnten hier Besserung bringen, der irrt gewaltig. Genau das Gegenteil ist der Fall: Durch den Druck auf die Sport-Taste werden die Dämpfer nur härter, einen Komfort-Modus gibt es nicht. Und weil die Verstell-Dämpfer immer nur mit einem Sportfahrwerk und 15 Millimeter Tieferlegung verbaut werden, fällt der Komfort insgesamt sogar noch etwas schlechter aus. Die 380 Euro sollten Sie sich sparen.

Empfehlung: Polo 1.2 TSI mit 90 PS

Unter den neuen EU6-Motoren empfehlen wir den 90 PS starken 1.2 TSI. Der Turbo-Direkteinspritzer macht den Polo zu einem flotten Hüpfer, der angenehm leise läuft und sich auch beim Verbrauch vornehm zurückhält. VW verspricht einen Durchschnitts-Durst von 4,7 l/100 km. Den unterbietet der gleichstarke 1.4 TDI mit 3,4 Litern zwar noch mal deutlich, allerdings wirkt der kleine Dreizylinder recht ungestüm und klingt unter Last ziemlich kernig. Insbesondere in Verbindung mit Start-Stopp und DSG werden Mensch und Maschine immer wieder vom erst noch schlafenden, dann aber um so heftiger über die Vorderräder herfallenden Drehmoment überrascht. Zudem kostet der Diesel mindestens 17.800 Euro, was immerhin fast 2000 Euro mehr sind als beim ebenfalls nicht gerade günstigen 1.2 TSI (ab 15.975 Euro).

VW Polo: Facelift 2014

VW Polo Facelift (2014) VW Polo Facelift (2014) VW Polo Facelift (2014)
Zur Markteinführung gibt es beim Polo neben den Standard-Ausstattungen Trendline, Comfortline und Highline auch die Linie CrossPolo und die Startedition Fresh, die ab 16.075 Euro mit deutlich verbesserter Ausstattung vorfährt. Im Laufe des Jahres folgen dann die Spar-Modelle BlueMotion als TDI und TSI, der BlueGT mit Zylinderabschaltung sowie der Krawall-Zwerg GTI. 

Autor: Gerald Czajka

Diesen Beitrag empfehlen

Kommentare

Datenschutz

Die Technik der Kommentarfunktion "DISQUS" wird von einem externen Unternehmen, der Big Head Labs, Inc., San Francisco/USA., zur Verfügung gestellt. Weitere Informationen, insbesondere darüber, ob und wie personenbezogene Daten erhoben und verarbeitet werden, finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen

comments powered by Disqus
Anzeige

Automarkt

Finden Sie im Automarkt von autobild.de Ihren Gebrauchtwagen.

Bei autohaus24.de Neuwagen günstig kaufen und Geld sparen.