Gebrauchtwagen-Test VW Polo V (6R)

VW Polo V (6R): Gebrauchtwagen-Test

— 21.03.2017

Welcher Polo ist die beste Wahl?

Die Modellauswahl beim VW Polo V ist riesig – vom TDI bis zum GTI. AUTO BILD sagt, welcher Polo die beste Wahl für Gebrauchtwagenkäufer ist.

Der Polo ist der neue Golf. Spätestens mit der Premiere des Polo V (Typ 6R) im Frühjahr 2009 ist der Wolfsburger Kleinwagen seinen Kinderschuhen vollständig entwachsen. Mit einer Länge von 3,97 Metern ist er nur fünf Zentimeter kürzer als ein Golf III, bietet jedoch mehr Komfort und Sicherheit bei vergleichbarem Platzangebot. Auch so vielseitig wie sein großer Kollege ist der Polo längst. Wer sich für den Kurzen entscheidet, für den beginnt erst dann die Qual der Wahl: Zwei Karosserien, 14 Motoren in verschiedenen Leistungsstufen, drei Getriebe, drei Ausstattungslinien und unzählige Extras machen die Entscheidung schwer.

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Der 1,4-Liter-Vierzylinder mit 85 PS ist eine gute Wahl

Ein TDI lohnt sich nur für Kilometerfresser mit Fahrleistungen ab 10.000 Kilometern im Jahr.

Welcher ist für Gebrauchtwagenkäufer die beste Wahl? Für Städter sind die munter antretenden 1,2-Liter-Dreizylinder (60 und 70 PS) stark genug. Sparwunder sind die bei Beladung und höherem Tempo rasch überforderten Dreizylinder aber nicht (Testverbrauch 6,1 Liter Super). Ausgewogener gibt sich der spritzige 1,4-Liter-Vierzylinder mit 85 PS, zumal der nur wenig mehr verbraucht (Testverbrauch 6,3 Liter Super). Leider gibt es ihn – genau wie den starken und sparsamen 1.2 TSI – erst ab Comfortline. Anders bei den Dieseln: Die BlueMotion-Ökovariante des harmonischen 90-PS-TDI (Testverbrauch 4,5 Liter Diesel) und der 1.6 TDI mit 75 PS (Testverbrauch: 4,8 Liter Diesel) sind an die Trendline-Basisausstattung gebunden. Die TDI sind nur eine Option für Kilometerfresser mit Fahrleistungenvon mehr als 10.000 Kilometern pro Jahr. Wichtig zu wissen beim Kauf eines Polo TDI: Ab 150.000 Kilometer schreibt VW die Messung des Aschegehaltes im Partikelfilter vor. Ein neuer Filter kostet 1500 Euro.
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Der GTI ist nur eine Option für Liebhaber

Der GTI lockt mit sportwagenähnlichen Fahrleistungen. Allerdings bringt er auch hohe Kosten für Versicherung und Verschleißreparaturen mit sich.

Auch wenn TDI und TSI klangvollere Namen haben und ein günstiges Verhältnis aus Leistung und Verbrauch bieten, ist für das Gros der Gebrauchtwagenkäufer der turbolose 1.4 mit 85 PS die beste Wahl. Er läuft kultiviert und ist flott genug, verbraucht mit rund sechs Liter Super kaum mehr als der 1.2 TSI und macht vor allem keinen Ärger mit gelängten oder gerissenen Steuerketten und Turboladerschäden. Ausstattungstipp: Comfortline – allein schon wegen der dann serienmäßigen Klimaanlage. Und was ist mit dem 180 PS starken GTI? Der ist nur eine Option für Liebhaber. Den sportwagenähnlichen Fahrleistungen stehen hohe Kosten für Versicherung und Verschleißreparaturen gegenüber.
Technische Daten im Vergleich
Polo 1.2 TDI (Bj. 2012) Polo 1.4 TSI GTI DSG (Bj. 2012)
Motor Dreizylinder, vorn quer Vierzylinder, vorn quer
Ventile/Nockenwellen 4 pro Zylinder/1 4 pro Zylinder/2
Hubraum 1199 cm³ 1390 cm³
Leistung 55 kW (75 PS) bei 4200/min 132 kW (180 PS) bei 6200/min
Drehmoment 180 Nm bei 2000/min 250 Nm bei 2000/min
Höchstgeschwindigkeit 170 km/h 229 km/h
0–100 km/h 13,9 s 6,9 s
Tank/Kraftstoff 45 l/Diesel 45 l/Super
Getriebe/Antrieb Fünfgang manuell/Vorderrad Siebengang-DSG/Vorderrad
Länge/Breite/Höhe 3970/1682/1462 mm 3976/1682/1452 mm
Kofferraumvolumen 280-952 l 185-882 l
Leergewicht/Zuladung 1132/563 kg 1194/486 kg

Konzerntypische Schäden verursachen hohe Reparaturkosten

Mittlerweile ist der aktuelle Polo seit acht Jahren auf dem Markt, die Auswahl an gebrauchten Exemplaren ist üppig. Doch frei von Mängeln ist er oft nicht. Konzerntypische Schäden wie gerissene Steuerketten und ruckelnde DSG-Getriebe sorgen für hohe Reparaturkosten. Zudem lassen Rost an der Motorhauben-Unterkante und wellige Sitzpolsterstoffe auf eine nicht so sorgfältige Material- und Fertigungsqualität wie beim großen Bruder Golf schließen.

Was bei dem AUTO BILD-Testwagen aufgefallen ist, und auf welche Mängel Käufer beim VW Polo V außerdem achten sollten, erfahren Sie in der Bildergalerie.

Gebrauchtwagen-Test VW Polo V (6R)

Lars Busemann

Lars Busemann

Fazit

Der Polo V fährt so komfortabel und sicher wie ein Kompakter. Allerdings verursachen die VW-typischen Probleme wie gerissene Steuerketten (1.2 und 1.4 TSI) und ruckelnde DSG-Getriebe oft hohe vierstellige Reparaturkosten. Eine gute Wahl ist der bis 2014 angebotene 1.4 mit 85 PS und Schaltgetriebe, der langlebig und zuverlässig ist.

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