VW Polo 6N von Matthias Wagner

VW Polo von Matthias Wagner VW Polo von Matthias Wagner

VW Polo von Matthias Wagner

— 17.01.2004

Bananarama XXL

Tief und clean sollst du sein: Breitbau-Polo aus den Reihen des österreichischen VW-Audi-Clubs Bananarama.

9x15-Zoll-Räder mit negativer Einpresstiefe

Matthias Wagner ist ein "alter Fuchs" in der niederösterreichischen Szene. Als zweiter Obmann der Bananaramas hat der gelernte Kfz-Mechaniker täglich irgendwie mit seinem Hobby "VW" zu tun. Und nun ist es endlich vollbracht! Der über eineinhalb Jahre dauernde Umbaustress mit dem eigenen Auto gehört der Vergangenheit an, und das Resultat vieler Bastlerstunden kann sich nicht nur sehen lassen – es ist in jeder Beziehung gelungen.

Kaufteile anzuschrauben war und ist nicht das Ding von Matthias. Die Losung "Haben, was sonst keiner hat" motivierte ihn zunächst dazu, den von seiner ehemaligen Freundin zurückgekauften Polo bis auf die Grundmauern abzuspecken. 9x15-Zoll-Räder mit negativer Einpresstiefe mussten unbedingt auf die Hinterachse, mit geringeren Dimensionen hätte Matthias sich nicht zufrieden gegeben.

Dass österreichische Gesetzeshüter nur eine vollständige Radabdeckung gutheißen, ist allgemein bekannt. Da half nur Eigenbau weiter. Die hinteren Seitenwände wurden aufgetrennt und mit Blech angereichert, weil das Basismaterial nie und nimmer für ein herausgezogenes Seitenteil ausgereicht hätte. Die nächste Aufgabe tat sich am Übergang zur Heckschürze auf, da der Spalt auf ein unakzeptables Maß angewachsen war. Die dem Polo vom Hersteller zugedachte Heckschürze wurde aufgetrennt, mit GFK verbreitert und zudem nach unten um vier Zentimeter verlängert. Alle Unebenheiten fielen der "Planierraupe" zum Opfer. Lediglich die Nummernschildeinbuchtung mit Beleuchtung, die einem Golf IV herausoperiert worden war, setzte er in den Polo ein.

Aalglatte Stoßstange Marke Eigenbau

Diese eiskalte Aalglätte strahlt auch die Frontansicht aus. Die Schnittstelle vom JE-Spoiler zur Serienstoßstange bleibt das ewige Geheimnis von GFK, Spachtel und Grundierung. Die Weite der Kotflügel ist für WRD Mesh in 8x15 Zoll ET13 mit 7-Millimeter-Scheiben durchaus geschaffen. Ein Bördeln der Kanten und ein kleiner Klapps genügten, um die gestrengen Augen Austrias wohlwollend zu stimmen.

Die Lackierung ist ein Traum für jeden Fotografen, für das Layout und natürlich für den Leser. Das zu Orange tendierende, mit Perlmutt angereicherte Inkagelb besticht durch seine Ausstrahlung und präsentiert zudem den Effekt, den vor allem Crashtester zur Dokumentation nutzen. Dieser Lack öffnet sich dem Auge, er offenbart jede Kontur. Natürlich wünschen wir dem Polo nicht das Schicksal ähnlich lackierter Kandidaten, denn dafür wäre er viel zu schade. Allein die Anbindung der Türgriffe eines Audi A6 an den Wolfsburger Öffnungsmechanismus verschlang unzählige Stunden, weil die mechanische Umlenkung mehr als nur ein Schrauberhändchen erforderte.

So perfekt wie die Haut, so frech zeigt sich das Herz des Polo. Eine Kur bei Ziegler Racing im niederbayrischen Landau erhöhte die Frequenz des 1,3-Liters. "Alles, was gut für den Kopf ist", könnte man die leistungssteigernden Maßnahmen titulieren. Sie erstreckten sich vom Polieren der Kanäle über größere Ventile bis zur scharfen Nocke. Die Papierform wurde von 55 auf gemessene 95 PS hochgezüchtet. Und die Fortex-Gruppe-A-Anlage grummelt durch ein 140x70er-Oval-Endrohr ein Leerlauf-Lied dazu, das sich bei Gewinn an Geschwindigkeit in ein sonores Trompeten wandelt.

Im Kofferraum parkt das Traumauto

Bei VW wäre man kaum auf die Idee gekommen, ein derartig hochwertiges Interieur in einem Polo zu verbauen. Des Kalkulators Stift wäre angesichts des Preises einer grau-schwarzen Lederausstattung rot angelaufen. Matthias zauberte aus einem Basis- ein Luxusmodell. Elektrik statt Handbetrieb.

Nur in den Pausen parken die Füße auf Matten von Ronsdorf. Sonst ist die Lust, die verchromten FoliaTec-Pedale durchzutreten, doch zu groß. Im Kofferraum fährt das Traumauto mit. Es ist ein VW Nardo in 1:18. Seine Leidenschaft für Wolfsburger Produkte darf Matthias im August 2004 (13.–15.) beim VW-Audi-Treffen der Bananaramas ausleben – im XXL-Format.

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