Beendet: Das umstrittene Volkswagen-Projekt "Auto 5000" in Wolfsburg.

VW-Projekt "Auto 5000"

— 04.11.2008

Zurück zum Haustarif

Gleiches Geld für gleiche Arbeit: Volkswagen hat das umstrittene Projekt "Auto 5000" in Wolfsburg beendet. Die daran teilnehmenden 4200 Billig-Kräfte erhalten ab sofort denselben Lohn wie ihre Kollegen.

Volkswagen beendet sein Projekt "Auto 5000" und integriert laut IG Metall die verbliebenen 4200 Beschäftigten dieses Projekts in die AG. "Ab dem 1. Januar 2009 wechseln die Beschäftigten zu Volkswagen und werden nach den Grundsätzen des Haustarifvertrages bezahlt", erklärte die Gewerkschaft. Die IG Metall und VW hätten in den seit August laufenden Tarifgesprächen ein Verhandlungsergebnis erzielt, für das eine Erklärungsfrist bis zum 14. November bestehe. Für zwei Jahre seien Übergangsregeln für die Lohn- und Schichtmodelle vereinbart. "Die Beschäftigten der Auto 5000 haben bewiesen, dass sie erfolgreich Autos bauen können, insofern war die Zeit reif, das Projekt zu beenden und eine Regelung gemäß der Leitlinie der IG Metall – gleiches Geld für gleiche Arbeit – durchzusetzen", sagte IG-Metall-Bezirksleiter Hartmut Meine. Außerdem habe die IG Metall bessere Arbeitsbedingungen für die rund 5000 Leiharbeitsbeschäftigten in den sechs westdeutschen Volkswagen-Werken erzielen können.

Alternative zum Ausland

"Auto 5000" besteht seit August 2001, derzeit werden dort die VW-Modelle Touran und Tiguan gebaut. Das Projekt sorgte bei seiner Gründung unter dem Namen "5000 x 5000" für Aufsehen, weil VW so vermied, Arbeitsplätze und Fabriken ins Ausland zu verlagern. Ziel war damals, zusätzliche 5000 Beschäftigte einzustellen mit einem Einkommen von 5000 D-Mark, was unter dem Niveau des Haustarifvertrages gelegen hatte. Vorangetrieben worden war die Idee vom damaligen Personalvorstand Peter Hartz und Betriebsratschef Klaus Volkert. Beide stürzten zwischenzeitlich über die VW-Korruptionsaffäre.

Absatzkrise dauert an

Die Autobranche steckt derzeit in einer schweren Krise. BMW verkündete gerade einen Gewinneinbruch um mehr als 60 Prozent. Die Zahl der Neuzulassungen in Deutschland ist im Oktober deutlich zurückgegangen: Sie rutschte gegenüber dem Vorjahr um 8,2 Prozent auf rund 258.800, wie der Auto-Importeursverband VDIK mitteilte. Damit habe sich die "unerfreuliche Entwicklung" der letzten Monate fortgesetzt. Nach den ersten zehn Monaten 2008 liegt die Zahl der Neuzulassungen bei rund 2,630 Millionen und damit nur noch 0,3 Prozent im Plus. "Der bisherige Zuwachs, der aus dem sehr schlechten ersten Quartal 2007 resultierte, ist aufgebraucht", hieß es. Für das Gesamtjahr rechnet die Branche nun nur noch mit 3,1 statt 3,2 Millionen Neuzulassungen. Die Automärkte in den USA und Spanien brachen zuletzt deutlich stärker ein – im Oktober um bis zu 40 Prozent.

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