VW Golf GTE

VW setzt in China auf E-Mobilität

— 31.10.2014

20 E-Modelle in vier Jahren

Mit einer Modelloffensive will Volkswagen in China die Poleposition  im Rennen der Autos mit alternativen Antrieben erobern. Die Zeit für E-Mobilität ist reif, glaubt nicht nur Europas größter Autobauer. 

(dpa) VW will in den nächsten vier Jahren rund 20 Modelle mit Elektroantrieben in China auf den Markt bringen. "China wird sich sehr rasant entwickeln", sagte VW-China-Chef Jochem Heizmann bei der Vorstellung der künftigen Elektro-Strategie auf dem weltgrößten Automarkt vor Journalisten in Shanghai. Die Umweltbelastung, die politische und finanzielle Förderung sowie die Zulassungsbeschränkungen für normale Autos in zunehmend mehr Städten in China dürften der Elektromobilität den nötigen Schwung geben. "Das geht jetzt ganz schnell – mit deutlichen Steigerungsraten", sagte Heizmann. Volkswagen wolle in der E-Mobilität die Führung übernehmen.

VW Golf GTE: Fahrbericht

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Der Konzern setze zunächst vor allem auf Plug-in-Hybride mit einem Strom- und Benzinmotor, aber auch auf reine Elektroautos. Als erste Modelle werden in den nächsten ein, zwei Jahren der Audi A3 E-Tron, der E-Golf, der Golf GTE, der Kleinwagen Up und der Audi A6 lokal in China gefertigt werden. Die Palette werde so breit wie möglich angelegt. "Wir können praktisch jedes Modell elektrisch antreiben", sagte Heizmann unter Hinweis auf die flexible modulare Bauweise in den Fabriken, die die Produktion von Modellen mit verschiedenen Motoren ermöglicht. Hier habe Volkswagen technologische Vorteile.  Nach der deutlichen Abkühlung des weltgrößten Fahrzeugmarkte erwartet Heizmann ein Ende der jährlichen zweistelligen Zuwächse in China. "Ich glaube nicht, dass es dauerhaft zweistellig bleibt, aber deutlich höher als anderswo." Es sei eine Normalisierung. Im nächsten Jahr werde der Personenwagenmarkt langsamer wachsen. "Ob es zehn Prozent werden oder etwas weniger – ich weiß es nicht."

VW e-UP im Alltagstest

In den ersten neun Monaten dieses Jahres hatte der Zuwachs bei zwölf Prozent gelegen, doch verlangsamt sich das Wachstum mit der schwächeren Konjunktur spürbar.  Der Absatz der Volkswagen-Gruppe selbst wächst in China schneller als der Gesamtmarkt. In den ersten neun Monaten war es ein Plus von 15,2 Prozent auf 2,7 Millionen Autos. Der Konzern verkauft praktisch jedes dritte Auto weltweit in China. Bis 2020 sieht Heizmann auch den Absatz von "einigen hundertausend Fahrzeuge mit neuen Antrieben" in China. Der Bedarf sei groß. Bis 2020 müsse der Konzern auch Chinas Fünf-Liter-Anforderung für den Flottenverbrauch erfüllen.  Die Batterietechnologie werde in fünf Jahren aber große Fortschritte machen, glaubt Heizmann. Auch dürften die Preise für die "relativ teuren" Autos mit neuen Antrieben durch höhere Volumen fallen. Ein großer Anreiz in China seien die Ausnahmen für Elektroauots von Zulassungsbeschränkungen, die es heute schon in sechs Metropolen gibt. Heizmann rechnet damit, das bis 2020 schon 50 Städte die Ausgabe von Nummernschildern begrenzen werden. Autos mit alternativen Antrieben werden hingegen gefördert.

Gute Chancen für E-Autos in China

"Elektrofahrzeuge haben gute Chancen in China", sagte auch Cui Dongshu von Chinas Vereinigung der Personenwagenhersteller. "Die Kosten für die Anschaffung sind wegen der Subventionen ziemlich niedrig." Auch gebe es Vorzugsbehandlung. "In den nächsten zwei Jahren wird eine große Zahl von Menschen ermutigt werden, elektrische Autos zu kaufen." In den ersten neun Monaten seien 21.800 E-Autos verkauft worden, was einem Plus von 260 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspreche. Das Ziel ist ehrgeizig: Bis 2020 sollen in China rund fünf Millionen mit alternativen Antrieben auf den Straßen fahren.  Die Zuschüsse der Städte und der Zentralregierung für Elektroautos können sich auf 100.000 Yuan, umgerechnet mehr als 12.000 Euro, summieren, doch wird landesweit sehr unterschiedlich gefördert. Importwagen sind bisher ausgenommen.

Massenrückruf und Proteststurm

Doch VW ist für China kein Selbstläufer: Seit die Wolfsburger vor zwei Wochen in China eine Rückrufaktion für eine halbe Million Autos wegen Problemen mit der Hinterachse gestartet haben, geht unter Kunden die Angst um. Am vergangenen Wochenende protestierten in Shanghai, Shenzhen und einem weiteren Dutzend Metropolen Hunderte Besitzer der betroffenen Modelle Sagitar – einer Jetta-Version – und Beetle vor VW-Händlern. Der Sturm überraschte Europas größten Autobauer, der umgehend eine Aufklärungskampagne startete, um besorgte VW-Fahrer zu beruhigen.

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alternative Antriebe

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