VW übernimmt Teile von Karmann

VW steigt bei Karmann ein

— 20.11.2009

Standort Osnabrück gerettet

Die Beschäftigten von Karmann dürfen aufatmen – zumindest teilweise. Gut einen Monaten vor Weihnachten lautet die frohe Botschaft: Volkswagen übernimmt die Automobilproduktion in Osnabrück.

(dpa) Volkswagen übernimmt Teile des insolventen Autozulieferers Karmann. Europas größter Autobauer stellt damit eine Automobilfertigung am Karmann-Standort in Osnabrück sicher. Innerhalb der kommenden Wochen soll eine neue Volkswagen-Tochtergesellschaft gegründet werden. Sie soll ab 2011 eine Fahrzeugproduktion aufnehmen. Das teilten VW und die IG Metall am Freitag (20. November 2009) nach einer Sitzung des VW-Aufsichtsrats in Wolfsburg mit. Bis 2014 sollen nach den aktuellen Planungen über 1000 Arbeitsplätze aufgebaut werden. VW erwirbt von Karmann Maschinen, Anlagen und Grundstücke. Es sei ein neues Fahrzeugprojekt geplant.

IG Metall-Bezirkschef Hartmut Meine sagte, die Gewerkschaft habe eine Grundlagenvereinbarung mit VW abgeschlossen. "Es waren sehr harte Verhandlungen, in denen wir aber letztlich einen Teilerfolg, mit Licht und Schatten, erzielen konnten: Osnabrück bleibt dank des Engagements von Volkswagen Automobilstandort und bietet Beschäftigungsperspektiven für die Menschen in der Region."

Die lange Geschichte von Karmann

Das Unternehmen Karmann wurde 1901 gegründet und baute zunächst Pferdekutschen. Bereits ein Jahr später stellte das Unternehmen die erste Automobil-Karosserie im Auftrag der Dürkopp-Werke in Bielefeld her. Bekannt wurde Karmann nach dem Zweiten Weltkrieg vor allem mit dem "Karmann Ghia" - einem Coupé auf der Basis des VW Käfers. Auch die Cabrio-Versionen des Käfers und später des Golfs liefen von den Produktionsbändern in Osnabrück.

Zum Schluss gelang es Karmann allerdings nicht mehr, die erhofften Aufträge für die Automobilproduktion zu bekommen. Ende Februar lief mit dem Audi A4-Cabrio das letzte Auto im Werk Rheine vom Band. Ende Juni verließ das vorerst letzte Auto das Stammwerk Osnabrück. Es war ein Mercedes CLK Cabrio. Nun will VW im Jahr 2011 die Fahrzeugproduktion neu starten und bis zum Jahr 2014 mehr als 1000 Arbeitsplätze aufbauen. Mittlerweile ist Karmann nur noch ein Schatten seiner selbst. Noch 2007 arbeiteten bei Karmann weltweit rund 7000 Menschen. Jetzt sind es in Osnabrück nur noch rund 800. Ende Oktober hatten 700 Beschäftigte Kündigungen erhalten. Für die Bereiche, an denen Volkswagen kein Interesse haben dürfte, wie der Dachsystemherstellung, verhandelt Insolvenzverwalter Ottmar Hermann mit potenziellen Investoren.

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