VW stützt spanische Tochter

VW stützt spanische Tochter

— 28.11.2005

700 Millionen Euro für Seat

Bei Seat gehen die Absatzzahlen in den Keller. Eine Investitionsspritze von Konzernmutter VW soll neuen Schwung geben.

VW unterstützt seine angeschlagene spanische Tochter Seat mit zusätzlichen Investitionen über 700 Millionen Euro. Damit sollen die Produktionsprozesse verbessert werden. Hauptziel sei es, die Qualität zu erhöhen und größere Kosteneinsparungen zu erreichen, meldete Seat am deutschen Sitz im hessischen Mörfelden-Waldorf. Die neuen Mittel sollen in den kommenden drei Jahren an die Konzerntochter fließen. Sie ergänzen die geplanten Produktinvestitionen, die der Volkswagen-Aufsichtsrat bereits genehmigt hatte.

Der spanische Autobauer Seat kämpft seit längerem mit einem sinkendem Absatz und rückläufigen Marktanteilen und will die Kosten senken. Seat zählt im VW-Konzern neben dem italienischen Luxussportwagen-Hersteller Lamborghini zur Markengruppe Audi. Dennoch war Seat bisher weitgehend von Volkswagen aus Wolfsburg gesteuert worden.

Seat leidet stark unter einer rückläufigen Nachfrage aus dem Ausland. Die Produktion sank im ersten Halbjahr um neun Prozent. Schon im Vorjahr hatte Seat vier Prozent weniger Fahrzeuge gebaut. Im Jahr 2000 hatte das Unternehmen noch 516.000 Fahrzeuge pro Jahr produziert. In diesem Jahr könnte diese Zahl auf 390.000 sinken. Konzernchef Bernd Pischetsrieder sagte im spanischen Martorell, die Entscheidung sei ein klarer Beweis dafür, daß VW nicht nur an die Zukunft von Seat glaube, sondern den Autobauer auf dem Weg zu einer besseren Wettbewerbsfähigkeit und Ertragslage unterstütze. Seat hat bereits wegen der Absatzkrise angekündigt, Stellen zu streichen. Der spanische Autobauer will demnach 1350 Arbeitsplätze abbauen.

Aus Protest dagegen laufen in Spanien bereits seit geraumer Zeit Protestveranstaltungen. So riefen Gewerkschaften die Seat-Beschäftigten vergangenen Freitag erneut zum Streik auf. Danach sollen die Seat-Beschäftigten am kommenden Donnerstag für 24 Stunden die Arbeit niederlegen. Am 10. November hatten bereits 15.000 Seat-Arbeiter aus Protest gegen den Abbau von Arbeitsplätzen für 24 Stunden gestreikt. Grund sei die Weigerung des Unternehmens, die am 4. Dezember ablaufende Frist für Verhandlungen über den Jobabbau um zwei Wochen zu verlängern.

Bevor Seat die Stellenstreichungen ankündigte, waren Verhandlungen über Lohnkürzungen gescheitert. Das Unternehmen hatte angeboten, die Arbeitszeiten und Entgelte um zehn Prozent zu kürzen. Als die Gewerkschaften dies ablehnten, legte Seat seine Pläne für einen Abbau von Arbeitsplätzen vor. Seat beschäftigt insgesamt rund 16.300 Mitarbeiter, die meisten davon in Barcelona. Die VW-Tochter leidet vor allem auf ihrem Kernmarkt Europa unter Absatzproblemen, steigerte ihren Gewinn im vergangenen Jahr aber um nahezu acht Prozent auf 145 Mio. Euro. Der Volkswagen-Konzern erwarb 1986 einen Anteil von 51 Prozent an Seat und erhöhte diesen bis 1990 auf 99 Prozent.

Mit Streiks war der Wolfsburger Konzern vergangene Woche auch in Brüssel konfrontiert. Ein eintägiger Streik legte die Produktion im Brüsseler VW-Werk lahm. Die Protestaktion richtete sich gegen Pläne der belgischen Regierung, das Frührentenalter von 58 auf 60 Jahre heraufzusetzen.

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