Suzuki-Werk in Indien

VW-Suzuki-Streit: Suzuki plant Alleingang

— 14.09.2011

Auf eigene Faust

Nach den Streitereien mit VW will Suzuki jetzt auf eigene Faust im Wachtumsmarkt Indien investieren. Angeblich wollen die Japaner für rund 950 Millionen Euro ein neues Werk in Westindien bauen.

(dpa) Suzuki will nach der Eskalation des Streits mit VW auf eigene Faust weiter in den Schlüsselmarkt Indien investieren. Der Konzern traf Medienberichten zufolge inzwischen letzte Absprachen zum Bau eines neuen Werks im westindischen Bundesstaat Gujarat. Es liefen bereits Untersuchungen zur Erdbeben-Sicherheit des möglichen Standorts, hieß es. Wie die japanische Nachrichtenagentur Kyodo berichtet, ist die geplante Investition von 100 Milliarden Yen (rund 950 Millionen Euro) Suzukis erster Schritt zum Ausbau seiner internationalen Produktion. Eine endgültige Entscheidung über den Werksbau solle Ende Oktober fallen.

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Rückblick: Anfang der Woche (12. September 2011) hatten die monatelangen Reibereien zwischen VW und Suzuki ihren vorläufigen Höhepunkt erreicht. Zunächst warf VW den Japanern vor, fremde Motoren einzukaufen und dadurch die Kooperationsvereinbarung zu verletzen. Daraufhin erklärte Suzuki die seit 2009 bestehende Partnerschaft wegen zu starker Einmischung aus Wolfsburg für beendet. Die Japaner verlangten von VW, den knapp 20-prozentigen Anteil an Suzuki wieder abzustoßen. Konzernchef Martin Winterkorn erteilte dieser Forderung am Rande der Automesse IAA in Frankfurt eine Absage. Er setzt auf den Fortgang der Zusammenarbeit: "Wenn Suzuki meint, sich trennen zu müssen, nehme ich das mal zur Kenntnis." Falls die Japaner ihren 1,5-Prozent-Anteil an VW abstoßen wollten, habe das "nichts mit VW zu tun".

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Auf dem Wachstumsmarkt Indien könne VW jedoch auch allein Erfolg haben, betonte der Vorstandschef. "Suzuki war eine Option", meinte Winterkorn zur speziellen Lage auf dem Subkontinent, wo vor allem Kleinwagen Potenzial haben. "Aber wir können es dort auch allein." Der Markenchef des französischen Peugeot- und Citroën-Konzerns PSA, Jean-Marc Gales, wollte sich zum Streit unter den Konkurrenten zwar nicht näher äußern. Er hob am Beispiel von Herstellern wie Fiat, BMW, Ford oder Mitsubishi aber hervor, dass viele Autobauer auch über Länder- und Kulturgrenzen hinweg gemeinsame Vorteile ausschöpften: "Wichtig ist, dass eine Zusammenarbeit dem Prinzip der Fairness folgt und eine Win-Win-Situation entsteht. Das ist vielleicht auch eine Mentalitätsfrage, wie man an das Thema herangeht."

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