VW T1/VW Bulli: Vergleich

— 28.07.2011

Tanze Samba mit mir!

Der VW Bulli lebt – spätestens 2015 geht die Neuauflage in Serie. Grund genug für einen Schwof mit seinem Urahn, dem T1-Fensterbus. AUTO BILD hat die beiden zum Treffen der Generationen gebeten.



"Tanze Samba mit mir, tanze Samba die ganze Nacht – Liebe, Liebe, Liebelei, morgen ist sie vielleicht vorbei ..." Nein, Tony Holiday irrt in seinem alten Hit, zumindest was die Beziehung zwischen mir und dem VW Bulli angeht. Meine Liebe zum alten T1 wird nie rosten, und die zur Neuauflage wird ebenfalls lange halten. Spätestens 2015 soll der neue Bulli in Serie gehen. Zum ersten Tänzchen im kalifornischen Santa Monica ist als Partner für die Studie zwar kein Samba-Bus erschienen, sondern der T1-Fensterbus, aber der ist ja auch süß. Für Neulinge in der Bus-Typologie: Nur das Sondermodell mit Faltdach und zusätzlichen Fenstern im Dach durfte Samba-Bus heißen – obwohl fälschlicherweise oft alle T1 so genannt werden.

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Urmodell als Sympathieträger: Der VW Bus T1 sorgt immer noch für Begeisterung.

Beide Autos treten im cremeroten Outfit auf, so als würde es die 48 Jahre Zeitunterschied nicht geben. Während der 44 PS starke 1,5-Liter-Boxer im T1 seinen unverwechselbaren Bob-Dylan-Joe-Cocker-Singsang blubbert, bleibt der neue Bulli stumm wie ein Fisch. Sein Lithium-Ionen-Batteriekit wurde vom Zoll konfisziert, deshalb müssen wir den theoretisch 115 PS starken Van zu den Fotostandorten schieben. Aber erst mal hat das Original seinen Auftritt: Der schmalbeinige Heckmotor-Klassiker mit Käfer-Genen und dem 15-Fenster-Aufbau – das Sondermodell Samba kam auf 23 Fenster – sorgt nicht nur bei den Althippies für Szenenapplaus. Auch Surfer, Skater und Boarder sind begeistert. Bis sie den neuen Bulli entdecken und ihr Herz an den Newcomer verlieren. Sie stellen Fragen: Wann kann man den Wagen kaufen, was kostet er, und welche Antriebe sind vorgesehen? Die Antworten, leider noch ohne Gewähr: ab Mitte 2015 ab circa 15.000 Euro mit Elektromotor oder Verbrenner, später vermutlich auch als Hybrid.

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Wirkt leicht unterkühlt: Die kommende Ausgabe des Bulli ist glatt und durchgestylt.

Besser fahren als der Ur-Bulli mit der geteilten Windschutzscheibe und der O-beinigen Pendelachse wird der Neue auf jeden Fall: Der Motor droht immer wieder an seinen überlangen Atemwegen zu ersticken, der Schalthebel stochert im schlecht synchronisierten Viergang-Getriebe, das fast waagerechte Steuerrad befehligt eine schwergängige Wünschelruten-Lenkung mit riesigem Wendekreis, das kippelige Fahrwerk neigt schon auf kleinen Bodenwellen zu großen Gesten. Trotzdem ist der luftgekühlte Knatterbruder ein unvergessliches Erlebnis, das nach afri cola schmeckt und noch heute herrlich nach verbleitem Kraftstoff duftet. Neben dem Oldie wirkt der neue Bulli reduziert, kompakt, pragmatisch, eine Spur unterkühlt. Der Wagen, der innen so geräumig wie ein Golf ist und außen so kompakt wie ein Polo, misst kurze 3990 Millimeter in der Länge, 1750 Millimeter in der Breite und 1700 Millimeter in der Höhe. Auf 2620 Millimeter Radstand verteilen sich sechs Sitze – drei vorn und drei hinten. Ob diese Konfiguration in allen Märkten Bestand haben wird, muss sich freilich noch zeigen.

Sicher ist, dass VW den patentierten Klappmechanismus aus der Studie übernehmen wird, der aus dem Kleinbus ein über zwei Meter langes Doppelbett macht. Im alten Wirtschaftswunder-Bus ist der Fahrer dicht genug an der Scheibe, um sie durch bloßes Anhauchen zu entfrosten. Im neuen Bulli sitzt er dagegen wie in einem Touran – nur luftiger. Die Rundumsicht bietet die Panoramaqualität eines Wintergartens, die Zwei-Pedal-Bedienung – nur Gas und Bremse, der Bulli kommt immer mit einem Doppelkupplungsgetriebe (DSG) – dürfte ein Kinderspiel sein, das minimalistische Cockpit ist eine Verbeugung vor der Generation iPad. Das Starten und Gangeinlegen geht über einen Drehknopf am Kombiinstrument, das mit verschiedenen Zahlen, Bildern und Piktogrammen bespielt werden kann.

Ein iPad ist serienmäßig an Bord, auf einem Schwenkarm zwischen Fahrer und Beifahrer. Am unteren Rand der Halterung befinden sich die berührungsempfindlichen Schieberegler der Klimaautomatik. Statt Radio und CD-Spieler hat der Bulli ein mittig auf dem Armaturenbrett platziertes Dock für iPod und iPhone. Als erste Variante ist ein emissionsfreies E-Modell vorgesehen, das trotz 1450 Kilo Leergewicht in 11,5 Sekunden von null auf 100 km/h beschleunigen, 140 km/h schnell sein und 300 Kilometer weit kommen soll. In einem zweiten Schritt sind drei 1,4-Liter-Verbrenner mit 110 bis 140 PS vorgesehen, ein Full Hybrid soll 2016 das Angebot abrunden. Für jeden Tanzstil ist also etwas dabei ...
Georg Kacher

Georg Kacher

Fazit

Der neue VW Bulli verströmt genauso viel Flair wie das Original von 1963, ist mit 370 bis 1600 Liter Kofferraum und der vielfachen Sitzverstellung aber viel variabler und praktischer. Dazu kommen die drei modernen Antriebs-Alternativen. Der Bulli hat das Zeug zum klassenlosen Lifestyle-Stromer, der in den Reihen der eher pragmatischen Modelle Toyota Prius, Nissan Leaf und Opel Ampera/Chevrolet Volt für ausgeprägte Spannungsschwankungen sorgen dürfte.



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