VW T3 syncro 1.9 TDI — 03.03.2008
Krasse Kiste
"Eier legende Wollmilchsau" – daran denkt man sofort, wenn man sich mit diesem VW T3 syncro befasst. Denn der Ex-Bundeswehr-Bully wurde zum rundumvernetzten Offroad-Camper.
Der Fahrerraum erinnert an ein Rallyeauto
Bernd Jäger, bekannter VW-T3-Spezialist aus Liebenau, hatte ein multifunktionales Expeditionsfahrzeug mit entnehmbaren Möbelteilen im Auge. Komplett ausgebeint, musste das olivgrüne Gehäuse zahlreiche Eingriffe mit Karosseriesäge und Schweißgerät erdulden, damit ein starker TDI-Motor, ein Hubdach und dicke Geländereifen hineinpassen. Der Innenausbau im modernen Hightech-Stil folgt dem traditionellen T3-Camper-Grundriss: hinten eine zur Liegefläche umfunktionierbare Sitzbank, links die Küche, rechts die Kühlbox mit Stauschrank. Der Fahrerraum erinnert eher an ein Rallyeauto: Zwei Schalen-Sportsitze mit Hosenträgergurten sind zwischen einen vertrauenerweckend dicken Überrollbügel gezwängt; aus dem Boden wächst neben dem Getriebeschalthebel eine einstellbare Haltesäule für den Bord-PC Nummer eins. Der ist mit einem zweiten PC vernetzt, der primär die im und am Auto verteilten Videokameras steuert. Hauptzweck: die Aktivitäten von Dieben oder Vandalen live zu filmen, die sich an dem Bus zu schaffen machen. Im Alarmfall bekommt der Fahrer die Täter-Bilder gleich aufs Handy geschickt.Die Möglichkeiten der Bordelektronik sind damit nicht erschöpft: DVD-Player mit Flachbildschirm, Audioanlage mit 600-Watt-Endstufen und Speicherkartenleser für mp3-Files, On-Road-Navigation mit getrenntem Bildschirm und Lenkradbedienung – und natürlich die effektvolle Innen- und Außenbeleuchtung mit Dutzenden von LED-Lampen sind zwar in der Wildnis nicht unbedingt sinnvoll, machen aber dafür auch in der Stadt Spaß. Die Energieversorgung all dieser Stromfresser übernimmt eine riesige Versorgungsbatterie mit 225 Ah nebst mehreren Umform- und Ladegeräten. Nachteil: Die Stromzentrale belegt beinahe den gesamten Stauraum unter der Wohnsitzbank; für die persönliche Habe der Reisenden bleibt nur eine Reihe kleinerer Fächer und Schubkästen. Beim Fahren zahlt sich aus, dass der matte 70-PS-Turbodiesel durch einen 1,9-Liter-TDI ersetzt wurde. So kommt man selbst auf der Autobahn ganz munter voran, die Fahreigenschaften mit den groben Geländereifen sind allerdings gewöhnungsbedürftig. Am Ende des Asphalts freut man sich dafür über das Umrüstfahrwerk, das für vier Zentimeter mehr Bodenfreiheit sorgt; weitere fünf Zentimeter bringen die großen Räder.

































