VW T5/Mercedes E-Klasse T-Modell: Test
— 03.12.2012Ein unmöglicher Vergleich?
Nur auf den ersten Blick haben Mercedes E-Klasse und VW T5 nichts miteinander zu tun. Als E 250 T und 2.0 TSI sind sie durchaus vergleichbar.
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Darüber hinaus verwöhnt der T5 gegen Gebühr auch mit Schubladen, Tisch, Bett und zweiter Schiebetür. Nur Pool und Penthouse lassen sich in der Aufpreisliste nicht finden. Mehr PS ebenfalls nicht. Der Zweiliter-TSI, der sonst den Golf GTI beflügelt, bringt es im Multivan auf 204 PS und 350 Nm Drehmoment. Genug, um den T5 zum Express-Bus zu befördern und aus der Masse der zum Teil doch arg untermotorisierten Bulli-Bande herauszuheben. Kaum mehr als zehn Sekunden vergehen bis Tempo 100. Und wenn es sein muss, rennt der Kasten im sechsten Gang des aufmerksamen DSG 200 km/h. Respekt. Auch wenn so ein Bus dann nicht nur deutliche Windgeräusche verursacht, sondern der Strudel im Tank auch heftig am Portemonnaie zerrt. Schon unser Testverbrauch liegt mit 11,4 Litern pro 100 km fast drei Liter über dem des E 250 T, bei Vollgas schafft der Multivan auch locker das Doppelte. Doch nicht nur wegen des niedrigeren Verbrauchs reist es sich im T-Modell um Klassen entspannter. So eine E-Klasse fährt sich einfach erheblich agiler, souveräner und komfortabler.Wo der Nutzfahrzeug-Charakter des großen VW auf schlechter Piste schon mal unangenehm aufstößt, gleitet der E 250 meist gelassen durchs Land. Zudem legt der ebenfalls 204 PS starke 1.8er, der wegen des leichten Hubraumnachteils mit 310 Nm auskommen muss, die deutlich flottere Sohle aufs Parkett. Nur 8,3 Sekunden genügen für Landstraßentempo, die Puste geht dem kleinen Turbo erst bei 230 km/h aus. Da sieht der T5 kein Land und allenfalls noch die Rücklichter des Benz. Doch wen wundert es – immerhin bremsen die deutlich größere Stirnfläche und gewaltige 600 Kilo mehr Gewicht das Temperament des VW.
Beim Blick in die Preislisten erfährt auch unsere Begeisterung für die beiden Freizeit-Freunde einen herben Dämpfer. Das E 250 T-Modell, das immer mit Siebenstufen-Automatik vorfährt, kostet mal eben – ohne weitere Extras – 49.058 Euro. Der Multivan Comfortline 2.0 TSI kommt mit Siebengang-DSG sogar auf 50.075 Euro. Dafür müssen fleißige Familien verdammt lange sparen. Auch der Unterhalt dieser feinen Frachter will erst mal verdient sein. Steuer und Versicherung (inklusive Vollkasko) kommen leicht auf 2000 bis 3000 Euro im Jahr. Mercedes will sein T-Modell zudem jedes Jahr und damit doppelt so oft wie VW den T5 in der Werkstatt sehen – und speist uns, wie leider auch VW, dennoch mit nur zwei Jahren Garantie ab. In diesem Punkt sind unsere Äpfel und Birnen leider kein bisschen verschieden.
| Fahrzeugdaten | Mercedes | VW |
|---|---|---|
| Motor | Vierzylinder, Turbo, vorn längs | Vierzylinder, Turbo, vorn quer |
| Ventile/Nockenwellen | 4 pro Zylinder/2 | 4 pro Zylinder/2 |
| Nockenwellenantrieb | Kette | Kette |
| Hubraum | 1796 cm³ | 1984 cm³ |
| kW (PS) bei 1/min | 150 (204)/5500 | 150 (204)/4200 |
| Nm bei 1/min | 310/2000 | 350/1500 |
| Vmax | 230 km/h | 200 km/h |
| Getriebe | Siebenstufenautomatik | Siebengang-DSG |
| Antrieb | Hinterradantrieb | Vorderradantrieb |
| Bremsen vorn/hinten | Scheiben/Scheiben | Scheiben/Scheiben |
| Testwagenbereifung | 245/45 R 17 Y | 235/55 R 17 W |
| Reifentyp | Continental SportContact 3 | Dunlop SP Sport Maxx TT |
| Radgröße | 8 x 17" | 7 x 17" |
| Abgas CO2 | 159 g/km | 236 g/km |
| Verbrauch* | 8,9/5,5/6,8 l | 13,5/8,1/10,1 l |
| Tankinhalt | 59 l/Super | 80 l/Super |
| Vorbeifahrgeräusch | 70 dB (A) | 72 dB (A) |
| Anhängelast gebr./ungebr. | 2100/750 kg | 2500/750 kg |
| Kofferraumvolumen | 695–1950 l | max. 4300 l |
| Länge/Breite/Höhe | 4895/1854–2071**/1512 mm | 4892/1904–2283**/1970 mm |
| Grundpreis | 49.058 Euro | 50.075 Euro |
| *innerorts/außerorts/gesamt auf 100 km; **Breite inklusive Außenspiegeln | ||
| Messwerte | Mercedes | VW |
|---|---|---|
| Beschleunigung | ||
| 0–50 km/h | 2,7 s | 4,0 s |
| 0–100 km/h | 8,3 s | 10,6 s |
| 0–130 km/h | 13,7 s | 17,2 s |
| Zwischenspurt | ||
| 60–100 km/h | 4,7 s | 5,8 s |
| 80–120 km/h | 5,8 s | 7,3 s |
| Leergewicht/Zuladung | 1756/579 kg | 2352/648 kg |
| Gewichtsverteilung v./h. | 48/52 % | 55/45 % |
| Wendekreis links/rechts | 11,3/11,5 m | 11,9/12,1 m |
| Bremsweg | ||
| aus 100 km/h kalt | 35,6 m | 38,6 m |
| aus 100 km/h warm | 34,8 m | 38,9 m |
| Innengeräusch | ||
| bei 50 km/h | 56 dB (A) | 59 dB (A) |
| bei 100 km/h | 64 dB (A) | 66 dB (A) |
| bei 130 km/h | 70 dB (A) | 73 dB (A) |
| Testverbrauch – CO2 | 8,7 l S – 206 g/km | 11,4 l S – 271 g/km |
| Reichweite | 670 km | 700 km |
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Kommentare zum Artikel (3)
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Für Äpfel / Birnen Test ist die Redaktion ja bekannt, deshalb wurde letztens beim großen Toyota gegen VW Test ja auch der Touran mit 2,0 Liter stinke, nagel Diesel gegen den Prius+ Benzin Hybrid getestet, sonst hätte der Touran als Benziner ja auch das doppelte verbraucht.
Mit Diesel nur gut 1 Liter mehr als der Prius+ :-)
Solche "unpassenden" Vergleichstests können recht unterhaltsam sein, doch warum die Autoren sich dann nicht entblöden auf eine Rangfolge der Platzierung zu verzichten, erschließt sich mir nicht. Bei so unterschiedlichen Fahrzeugen können einzelne Kriterien unmöglich mit einer realistischen Gewichtung versehen werden, da die Probanden einfach zu unterschiedliche Ansprüche bedienen. Man könnte im Test herausarbeiten unter welchen Voraussetzungen welchem Fahrzeug der Vorzug zu geben ist, aber wer meint hierbei eine Platzierung ausweisen zu müssen, der findet vermutlich auch Wettsaufen und Weitpinkeln olympiareife Disziplinen.
Für den Preis von einem T5 könnte man sich 5 Dacia Lodgy kaufen
5 Dacia Lodgy haben zusammen ein Ladevolumen von über 13000l und könnten 35 Personen Befördern^^