VW Tiguan trifft Kia Sportage

VW Tiguan/Kia Sportage: erster Vergleich

— 06.10.2015

Das Duell der neuen Kompakt-SUVs

Kurz nach der IAA gehen wir im ersten Vergleich zwischen Tiguan und Sportage der Frage nach: VW oder Kia – wer baut das bessere Kompakt-SUV?

Dieses Duell ist so etwas wie ein Kampf zwischen David und Goliath. Zumindest, wenn es nach den Absatzzahlen geht. Kia Sportage gegen VW Tiguan, Klein gegen Groß: Kia hat im vergangenen Jahr knapp 100.000 der kompakten SUVs unters Volk gebracht, Volkswagen aber rund fünfmal so viele Tiguan. Zeitgleich auf der IAA haben beide Firmen nun die Nachfolger ins Rampenlicht gerollt. Und die sind sich ähnlicher als je zuvor. Nicht unbedingt beim Design, auch wenn Kia und VW darauf geachtet haben, die aktuellen Modelle nicht alt aussehen zu lassen.

Optisch zeigt der Sportage mehr Mut zur Sportlichkeit

Video: Kia Sportage (IAA 2015)

Sitzprobe im neuen Sportage

Die Koreaner haben jedoch mehr Mut bewiesen, die fast schon porschige Front jedenfalls polarisiert – im Gegensatz zum, nun ja, mehrheitsfähigen Äußeren des Tiguan. Beide Konkurrenten haben auf jeden Fall spürbar an Format gewonnen, wirken gereift und vor allem hochwertiger als ihre Vorgänger. Reine Geschmackssache – im Gegensatz zu den harten Fakten. Und hier sind sich Kia und VW einig. Beide SUVs sind gewachsen, sind nun bis auf den Zentimeter gleich lang. Mit einer Länge von 4,48 Metern und einem auf knapp 2,70 Meter gewachsenen Radstand passen beide nun auch groß gewachsenen Fahrern deutlich besser. Zumal sowohl VW als auch Kia die kutschbockartige Sitzposition der aktuellen Modelle verbessert haben – und den Fahrer nun deutlich besser und fast schon sportlich ins Auto integrieren. In beiden sitzt es sich nun hinterm Lenkrad lässig entspannt, sogar AUTO BILD-Redakteur Stefan Voswinkel fühlt sich mit seinen zwei Metern wohl. Ein riesiger Fortschritt! In der zweiten Reihe ergibt sich ein ähnliches Bild, das Platzangebot ist nahezu identisch, die Sitzposition geht dank abgesenktem Wagenboden bei beiden in Ordnung. Sowohl Tiguan als auch Sportage bieten eine vielfach verstellbare Rücklehne an – gut für den Komfort auf langen Strecken.
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Hinter den Rücksitzen ist der Tiguan das geräumigere SUV

Beim Kofferraumvolumen erarbeitet sich der Tiguan einen kleinen Vorteil. Weil er einen kürzeren vorderen Überhang besitzt, bleibt am Ende ein wenig mehr Platz für Koffer und Einkäufe übrig. Während der Kia ordentliche 503 Liter schluckt, passen in den Tiguan zwischen 520 und 615 Liter – je nach Stellung der Rücksitzlehne. Das ist ein großer Koffer mehr, als der Sportage packt. Ähnlich wie bei der Gestaltung der Karosserie lassen sich auch im Cockpit die unterschiedlichen Philosophien gut erkennen. Auf der einen Seite der Tiguan, dessen Inneneinrichtung wir so oder so ähnlich schon im neuen Touran gesehen haben. Übersichtlich, jeder Knopf dort, wo er hingehört – aber nicht wirklich sexy. Dazu kommt, dass die auf der IAA ausgestellten Vorserienfahrzeuge zwar mit sauberer Verarbeitung überzeugen, die verwendeten Kunststoffe aber überraschend einfach wirken. Ganz anders der Sportage. Kia ist stolz darauf, die Qualität fühl- und sichtbar verbessert zu haben – war aber auch nötig. Das neue Interieur gefällt mit weichen Kunststoffen, fast schon edlem Klavierlack und Chromrahmen hier und dort.
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Und auch die Gestaltung geht okay, die zum Fahrer angewinkelte Mittelkonsole kennen wir aus früheren BMW. Zu diesem Sprung passt, dass Kia auch technisch aufgerüstet hat. Der Sportage ist als erstes Modell der Marke online, nutzt Verkehrsdaten in Echtzeit. Dieser Service ist anders als bei vielen Europäern für sieben Jahre kostenlos – vorbildlich! Aber auch der Tiguan ist hier auf der Höhe der Zeit, geht sogar noch einen ganzen Schritt weiter und integriert Programme von Smartphones unabhängig von deren Betriebssystem. Ein riesiger Fortschritt bei Tiguan und Sportage: Handys können kabellos geladen werden.

VW toppt die Motorenpalette des Kia bei Benzinern und Dieseln

Video: VW Tiguan (IAA 2015)

Zweite Generation des VW-SUV

Einen weiteren Vorteil erarbeitet sich VW bei der Motorenpalette. Alle Aggregate sind aufgeladen – vor allem beim Einstiegs-Benziner bietet der VW so deutlich mehr Drehmoment bei niedrigeren Drehzahlen. Im Volumenbereich sind die Motorisierungen erstaunlich deckungsgleich: Die Diesel leisten zwischen 115 und 190 PS, die Benziner bis zu 180 PS. VW setzt allerdings noch einen drauf – und bietet den aus dem GTI bekannten Zweiliter-Turbo mit 220 PS sowie den aus dem Passat übernommenen Biturbo-Diesel mit 240 PS an. Allrad kostet bei beiden ebenso Aufpreis wie die erstmals im Sportage erhältliche Doppelkupplung. Allerdings gibt es die nur in Verbindung mit dem neuen 1,6-Liter-Turbo-Benziner, die Diesel werden wie gehabt mit einer Sechsstufenautomatik gekoppelt. Kommen wir zu den Preisen – bisher ein klarer Vorteil des Sportage. Und das bleibt auch so. Noch sind keine offiziellen Zahlen bekannt, die Koreaner machen aber kein großes Geheimnis daraus, dass auch der neue Sportage trotz gewachsener Außenabmessungen und hochwertigerer Technik bei unter 20.000 Euro starten soll. Selbst das Modell mit großem Diesel und neuer GT-Line soll unter 30.000 Euro bleiben.

Auch für den Tiguan sind noch keine Tarife bekannt – aber auch er soll nach unseren Informationen nicht teurer werden. Der Neue dürfte also knapp unter 26.000 Euro kosten. Diese 6000 Euro Unterschied sind aber nur die halbe Wahrheit. Denn Kia bietet auch für den neuen Sportage sieben Jahre Werksgarantie an – und sogar die Wartung ist für diesen Zeitraum enthalten. Der Tiguan bleibt bei zwei Jahren Garantie, Inspektionen zahlt der Kunde immer selbst. Auch hier bleibt sich VW also treu: Bei den Kunden wird der Tiguan sicher wieder ein Goliath – bei der Garantie bleibt er ein David.
Autor:

Stefan Voswinkel

Fazit

Noch ist es viel zu früh, ein abschließendes Urteil darüber zu fällen, wie dicht Kia VW auf die Pelle rückt. Aber unsere erste Sitzprobe auf der IAA zeigt: Der Sportage hat ohne Zweifel aufgeholt. Er ist spürbar hochwertiger als das aktuelle Modell, die Technik wirkt ähnlich frisch wie die des Tiguan. Dazu kommen wie gehabt günstige Preise und sieben Jahre Garantie. Hier hätte VW den Tiguan gerne so verbessern dürfen, wie es die Wolfsburger bei Design und Technik getan haben.

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