VW Touareg Hybrid gegen Lexus RX 450h

— 22.03.2010

Muss der Lexus den Hybrid-Thron räumen?

Erfahrung gegen Ehrgeiz, Trendsetter gegen Spätzünder, Lexus gegen Volkswagen: Mit dem Touareg Hybrid stellt VW die elektrisierende Frage nach dem besten Hybrid-SUV im Vergleich mit dem RX 450h.
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Von Dirk Branke Glückwunsch, VW, ihr liegt vorn: Der Touareg ist der erste deutsche Vollhybrid, den man bei uns kaufen kann. Anlass zu übertriebener Freude besteht deshalb allerdings nicht, denn die Lexus-Mutter Toyota stromert mit dieser Technik schon seit über einem Jahrzehnt durchs Land. Genug Zeit für VW, sich die japanischen Entwicklungen ganz genau anzusehen – um dann doch zu einem anderen Ergebnis zu kommen. Der Touareg-Antrieb ist schlanker aufgebaut als das System im Lexus RX 450h. In der Touareg-Familie soll der Hybrid den 4,2-Liter-V8-Benziner mit 310 PS ersetzen. Entsprechend lesen sich die Leistungsangaben: Dreiliter-V6-Kompressor-TSI mit 333 PS, E-Motor mit 46 PS, Systemleistung 380 PS und immerhin 580 Nm Drehmoment.
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Rundum gelungen: Der neue Touareg gefällt technisch und optisch.
Rundum gelungen: Der neue Touareg gefällt technisch und optisch.
Neben der technischen Innovation zeigt das große VW-SUV auch optisch klare Fortschritte. Eleganter und feingliedriger als bisher steht der Touareg auf den Rädern. Und er ist stilvoll eingerichtet – wirklich schick und ausgesprochen hochwertig. Dazu gibt es viel Platz, die Sitzposition passt. Also los. Funkschlüssel ins Zündschloss, System starten und Wählhebel auf D. Zunächst nur ein mildes Summen, und der Touareg rollt los, rein elektrisch. Das allerdings nicht lange – theoretisch sollen zwei Kilometer mit maximal Tempo 50 drin sein. Praktisch springt der V6 schon früher an – was eigentlich nur der Drehzahlmesser zeigt, zu spüren ist es nicht. Überhaupt arbeitet das System absolut reibungslos – gut zu beobachten auf dem grafisch schön gemachten Display. Beim Beschleunigen hilft der E-Motor, beim Verzögern wird die Batterie geladen, beim Gleiten (dem "Segeln") schaltet sich der Benziner ab. Letzteres klappt sogar bis Tempo 160. Von den Übergängen zwischen Benzin- und Batteriebetrieb spürt der Fahrer praktisch nichts. Was wirklich drinsteckt, macht jedoch der mächtige Schub klar, wenn TSI und E-Motor sich vereinen, um das Auto mit Nachdruck anzuschieben.
Überblick: Alle News und Tests zum VW Touareg
Großer Gleiter: Der Lexus beherrscht die gemächlich-schwebende Gangart perfekt.
Großer Gleiter: Der Lexus beherrscht die gemächlich-schwebende Gangart perfekt.
Dann reicht die Systemleistung von 380 PS für eine Spitze von 240 km/h. Weit wichtiger: Der Sprint von 0 auf 100 soll in 6,5 Sekunden erledigt sein. 6,5 Sekunden: Wir reden von einem Auto, das über zwei Tonnen wiegt. Da kann der Lexus nicht mithalten. Im Japaner arbeiten ein 3,5-Liter-V6 mit 249 PS, ein E-Motor vorn mit 167 PS und einer an der Hinterachse mit 68 PS. Die Systemleistung lässt sich hier aber nicht einfach addieren, sie beträgt 299 PS. Der RX wirkt zierlicher, doch mit 2,2 Tonnen wiegt er praktisch genauso viel wie der Touareg. Auch er kann rein elektrisch schleichen, ähnlich wie der VW etwa zwei Kilometer weit und mit maximal 45 km/h. Interessant: Durch das (simuliert) stufenlose Getriebe ergibt sich ein kleiner Gummiband-Effekt – der V6 dreht mit konstanter Drehzahl, der RX beschleunigt hinterher. Und das nicht zu knapp. In 7,8 Sekunden auf 100 km/h, erst bei 200 km/h ist Schluss. Das Zusammenspiel funktioniert mindestens so glatt wie im Touareg. Anders als im VW aber, wo die Automatik manchmal die Gänge noch ruckartig sortiert, beherrscht der Japaner das stufenlos-sanfte Schweben perfekt.

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Die ganze Erfahrung und Routine des Lexus kommt auch an anderer Stelle durch: Der Touareg bremst mit einem teigig-synthetischen Gefühl im Pedal. Ursache ist der Technik-Mix – zuerst wird rein elektrisch gebremst, später mechanisch. Das funktioniert im Lexus besser, sein Bremsgefühl unterscheidet sich nicht von dem im Benziner. Und der RX hat noch einen Trumpf im Ärmel: Lexus gibt einen Verbrauch von 6,3 Litern an. Im Test kamen wir Mitte 2009 auf erstaunliche 8,5 Liter – schade aber, dass er nur Euro 4 schafft. VW (mit Euro 5) verspricht bemerkenswerte 8,2 Liter. Und würde das 380-PS-SUV diesen Wert tatsächlich im Alltag bestätigen, wäre das eine Sensation – wir werden es im ersten Test ganz genau nachmessen.
Überblick: Alle News und Tests zum Lexus RX 450h
Totes Rennen: Beim Fahrverhalten liegt der Touareg vorn, der Lexus beim Preis.
Totes Rennen: Beim Fahrverhalten liegt der Touareg vorn, der Lexus beim Preis.
Vorn liegt der VW jedenfalls mit seinem Fahrverhalten. Er fährt komfortabel, dabei leichtfüßig und ausgesprochen handlich, bleibt auch bei hohem Tempo souverän. Auch der Lexus ist flink unterwegs, wirkt aber nicht so kernig und energisch wie der VW. Seine Stärke ist entspanntes Gleiten – auch wenn die Federung nicht sonderlich komfortabel anspricht. Unkomfortabel wird der Touareg Hybrid erst beim Bezahlen: 73.500 Euro – trotz jeder Menge Ausstattung happig. Zumal der Hybrid im Moment nur mit Radio-Navi-System RNS 850 für 2265 Euro geliefert wird. Macht dann zusammen satte 75.765 Euro. Dagegen wirken die 59.690 Euro für den ebenfalls gut ausgestatteten Lexus fast schon günstig. Angesichts dieser Tarife beim Touareg wäre der in Wolfsburg erwartete Hybrid-Anteil von gerade mal fünf Prozent nur allzu verständlich.
Fahrzeugdaten Lexus VW
Motor V6-Benziner V6-Benziner/Kompressor
Hubraum 3456 cm³ 2995 cm³
Leistung (kW/PS) 183 (249) bei 6000 1/min 245 (333) bei 5500 1/min
max. Drehmoment 317 Nm bei 4800 1/min 440 Nm bei 3000 1/min
Leistung E-Motor vo. 123 kW (167 PS)/hi. 50 kW (68 PS) 34 kW (46 PS)
Systemleistung 220 kW (299 PS) 279 kW (380 PS)
Gesamtdrehmoment keine Angabe 580 Nm bei 3000 1/min
Getriebe stufenlose Automatik Achtstufenautomatik
Vmax 200 km/h 240 km/h
0–100 km/h 7,8 s 6,5 s
Verbrauch (EU-Mix) – CO2 6,3 l Super – 148 g/km 8,2 l Super – 194 g/km
Leergewicht/Zuladung 2280/515 kg 2240/670 kg
Anhängelast (gebremst/ungebr.) 2000/750 kg 3500/750 kg
Länge/Breite/Höhe 4770/1885/1685 mm 4795/1940/1709 mm
Preis ab 59.690 Euro ab 73.500 Euro
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wogue,
05.02.2011 21:03Uhr
schon a bissl tragisch:
der lexus ist um welten günstiger, der antrieb ist deutlich besser abgestimmt, er braucht einiges weniger an sprit, aber weil vw für den artikel gezahlt hat, gewinnt der touareg, weil dessen sitze besseren seitenhalt bieten...

bescheuerter kann journalismus net mehr sein.
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Autobild ist die VW-Redaktion?,
08.01.2011 02:35Uhr
Für Autobild & z.T. Deutschland ... ganz normal: Der Touareg bremst mit einem teigig-synthetischen Gefühl im Pedal UND mit 46 PS-Dynamo UND ab 73.500 Euro gewinnt gegen Lexus-Technik (vo. 167 ePS + hi. 68 ePS) inkl. 15 jahre Vorsprung ... selten so gelacht.
+++ VW verspricht ... 8,2 Liter pro 65Km?
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seppi,
23.07.2010 14:24Uhr
mich würde nur interessieren wieviel VW bezahlt hat für diesen bericht...
schon schade das die autobild kein einzigen test wirklich neutral bewältigen kann...
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Piotr della Pizza,
01.04.2010 22:17Uhr
Japaner fahren soll scheinbar Charakter bedingen. Für DPkisten braucht es nur eine grosse Klappe und einen möglichst niedrigen IQ. Eventuell würde auch Alzheimer helfen. Damit könnte man die Versprechen vergessen, die einem die Verkäufer der DPmarken machen. Merke: Nur Marken die keine Garantie brauchen, können es sich leisten Garantien zu geben. DPmarken haben bekanntlich nur Gewährleistung und wenn sie dann auseinander fallen muss ich noch beweisen, dass ich keine Schuld daran habe. Die müssen ja Vertrauen in ihre Potenzverstärker haben. Bei Hondahoffnung hilft nur ignorieren. Eintrag melden
war,
01.04.2010 21:50Uhr
HandaHoffnung: Du bist eigentlich das beste Beispiel für einen überdurchschnittlich dummen Bild-Leser mit einer sehr großen klappe. Eintrag melden
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Von Dirk Branke
foto_klein foto_gross Lexus und VW faszinieren durch die Harmonie ihrer Hybrid-Antriebe. Schön zu erleben, wie solche Autos die Fahrweise ...
Lexus und VW faszinieren durch die Harmonie ihrer Hybrid-Antriebe. Schön zu erleben, wie solche Autos die Fahrweise verändern: Man fährt gelassener und sparsamer. Unterm Strich überzeugt der Touareg deutlich mehr, fährt sich direkter und agiler als der auf den US-Markt zugeschnittene Lexus. Dessen Antrieb allerdings zeigt die größere Reife.
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