Gebrauchtwagen-Test VW Touareg II

VW Touareg VW Touareg VW Touareg

VW Touareg II: Gebrauchtwagen-Test

— 06.07.2017

Dezenter Luxus

Viel Geld ausgeben ohne zu protzen – das kann man mit dem VW Touareg. Die zweite Generation erweist sich als sehr zuverlässig.

Seit seiner Einführung im Jahr 2002 gilt der Touareg als willkommene Möglichkeit, einen Oberklasse-Allradler zu fahren, ohne dass Nachbarn neidisch und Geschäftspartner ablehnend reagieren. Das funktioniert, weil ein Volkswagen auf den empfindsamen Betrachter eben bescheidener wirkt als etwa ein BMW, ein Mercedes oder gar ein Porsche. Und dies sogar selbst dann, wenn der Preis dieses Volkswagens dank Luxusextras die 100.000-Euro-Marke überschreitet. So sind wir nun mal im sittenstrengen Deutschland. In Amerika ist das ganz anders. Da wird der neue Porsche von allen autointeressierten Nachbarn mit neidloser Bewunderung besichtigt, während hierzulande der frisch gebackene Porsche-Besitzer von Nachbarn und Geschäftspartnern ab sofort nach Möglichkeit gemieden wird. Weil die Amerikaner mit Marken- und Standesansprüchen viel lässiger umgehen, war der Touareg in den USA auch nicht so erfolgreich wie auf den Märkten der Alten Welt. Dennoch finden sich auch hierzulande weniger Touareg auf dem Gebrauchtmarkt als vergleichbare BMW X5 oder Mercedes der M-Klasse. Trotzdem ist das Angebot mehr als ausreichend, denn das zurückhaltendere Auftreten des in der Slowakei gefertigten Touareg schätzen letztlich doch viele seiner Besitzer, was auch aus zahlreichen Bemerkungen hervorgeht, die uns zum Thema Touareg erreichten.

Gebrauchtwagensuche: VW Touareg

Bei der Luftfederung gibt es viele potenzielle Störquellen

Beliebtes Extra: Mit Luftfederung hat der Touareg 300 mm Bodenfreiheit. Doch bei sieben Prozent der Autos macht sie Probleme.

Weitere Touareg-Kaufgründe waren die hohe Anhängelast (3,5 Tonnen), die große Bodenfreiheit, die feine Verarbeitung des Innenraums und der gebotene Komfort. Mehr als die Hälfte der Fragebogen-Einsender fährt deshalb auch ein Exemplar mit Luftfederung, bei dem nicht nur die Bodenfreiheit variiert werden kann (160 bis 300 mm), sondern auch die Einstellung der Stoßdämpfer und damit der Federungskomfort. Doch bei rund einem Fünftel der Touareg mit Luftfederung bereitete diese schon einmal Probleme. Die Zahl der potenziellen Störquellen ist nicht gerade klein: geräuschvolle oder zu wenig Druck liefernde Kompressoren, zu langsam oder gar nicht auf Fahrerbefehl reagierende Elektronik, defekte Sensoren, Feuchtigkeit im System, Schiefstand der Karosserie nach der Nachtruhe. So mancher leidgeprüfte Touareg-Besitzer verwünscht die Luftfederung, zahlreiche andere würden sie trotz so mancher Probleme wieder ordern, weil der Touareg damit eben so angenehm fährt. Alles individuelle Nervensache.

Ein Artikel aus AUTO BILD ALLRAD

Rasseln aus dem Motorraum verheißt nichts Gutes

Ähnlich sieht es bei einem anderen Problem aus: Vorzugsweise nach dem Kaltstart hören manche ein metallisches Rasseln aus dem Motorraum. Vielen ist das gleichgültig, solange das Auto brav weiterfährt. Andere verkraften das gar nicht, wollen der Sache sofort auf den Grund gehen, den die Werkstätten meist in der streifenden Steuerkette des V6-TDI-Motors bzw. im Kettenspanner finden. Klingt harmlos, endet aber meist mit vierstelligen Reparaturkosten, die VW nach Ablauf der Garantie häufig nicht komplett auf Kulanz übernimmt.
Überblick: Alle zum VW Touareg

Die geringe Reichweite des Hybrid-Benziners ärgert die Besitzer

52 Prozent der Touareg-Besitzer wollen ihrem Modell treu bleiben und warten auf den Neuen, der 2018 kommen wird.

Die Touareg-Fahrer schätzen sehr, dass sich ihr Auto als besonders zuverlässig erwiesen hat. Sie ärgern sich aber über häufige und auch schon bei noch sehr jungen Exemplaren auftretende Ölverluste. Das führt unweigerlich zu Ärger bei der nächsten Hauptuntersuchung und zu teuren Arbeiten. Davon hauptsächlich betroffen ist der V6 TDI, weniger die inzwischen nicht mehr angebotenen Versionen V8 TDI, V6-Benziner und Hybrid-Benziner. Die wenigen Exemplare des Hybrid-Touareg laufen offenbar so störungsarm wie die anderen Versionen. Die Besitzer ärgern sich allerdings über die sehr geringe Reichweite im reinen Elektrobetrieb. Auch wir haben im Test erfahren müssen, dass der 333-PS-Verbrenner schon bei sachtem Tritt aufs Gaspedal anspringt und der kleine 1,7-kWh-Akku im E-Modus nur wenige Kilometer durchhält. Lediglich im Innerorts- und Landstraßenbetrieb bringt dieser Hybrid eine nennenswerte Spritersparnis gegenüber einem konventionellen V6-Benziner. Durchschnittliche Noten erreichen die VW-Vertragswerkstätten: 81 Prozent der Touareg-Besitzer sind zufrieden mit deren Arbeitsleistung. Als Preis für eine große Inspektion werden durchschnittlich 650 Euro genannt. Touareg-Besitzer sind erstaunlich markentreu. 52 Prozent wollen wieder einen Touareg und warten auf das neue Modell 2018. Die Abwanderer (21 Prozent) zieht es vor allem zu Audi Q5 und Porsche Macan.

Erfahren Sie mehr zum gebrauchten VW Touareg in der Bildergalerie!

Gebrauchtwagen-Test VW Touareg II

VW Touareg VW Touareg VW Touareg


Martin Braun

Martin Braun

Fazit

Der Touareg ist ein als Volkswagen getarntes Oberklasseauto. Dieses Understatement schätzen in Europa nicht wenige. Gravierende Schwächen hat der große VW nicht. Langzeitnutzer sollten allerdings Luxusextras meiden.

Diesen Beitrag empfehlen

Anzeige

Automarkt

Finden Sie im Automarkt von autobild.de Ihren Gebrauchtwagen.

Bei autohaus24.de Neuwagen günstig kaufen und Geld sparen.


Kfz-Versicherung