VW Touareg V6 TSI Hybrid: Test
— 21.09.2010Modernes Kraftwerk
Ein Hybrid-SUV gibt es bereits seit fünf Jahren von Toyota-Tochter Lexus. Nun kommt VW mit dem Touareg Hybrid. V6-Benziner mit 333 PS und 34-kW-Elektromotor in Kombination versprechen 8,2 l/100 km Normverbrauch.
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Und beim Wiederanfahren entfällt auch das emsige Gewimmer eines Anlassers. Denn beim Hybrid wird der Verbrenner vornehm lautlos gestartet. Und bitte keine Angst, dass durch das Abkoppeln des Verbrenners der Bremsenverschleiß steigt. Denn der 34-kW-Permanentmagnet-Elektromotor fungiert beim Treten des Bremspedals als Generator, verzögert den VW nahezu verschleißfrei und lädt dabei den 1,7-KWh-Akku im Heck auf. Nein, kein Lithium-Ionen-Akku, von dem heute die Elektroauto-Gläubigen träumen, sondern ein bezahlbarer und crasherprobter Nickel-Metallhydrid-Akku, wie in Lexus im RX bereits seit über fünf Jahren verwendet, dort allerdings viel größer mit 37 KWh. Der vergleichsweise kleine Akku ist auch der Grund, warum man vielleicht etwas enttäuscht ist, wie selten man mit dem Hybrid-Touareg im reinen Elektrobetrieb fährt.
240 km/h sind schnell erreicht
Selbst wenn man auf der Mittelkonsole den E-Modus anwählt, was das Gaspedal sanfter macht, muss man strumpfsockig das Pedal liebkosen, um beim Anfahren oder Beschleunigen das automatische Anspringen des Verbrenners zu verhindern. Im Innerortsverkehr machen das wegen der dann drängelnden Hintermänner nur unzivilisiert dickfelligen Naturen. Man mutiert dabei einfach zum Verkehrhindernis. Ganz anders ist das freilich, wenn man ordentlich auf das Gas tritt. Dann formieren sich der dank Kompressor verzögerungsfrei antretende Benziner und der ab Stand mit maximal 300 Nm dazuschießende Elektromotor zu einer eindrucksvollen Allianz. Der Touareg stürmt mit einem Satz nach vorn, wie man es im Zeitalter der turbolochgeplagten Diesel kaum noch für möglich gehalten hätte. Dieser Effekt hält subjektiv während der gesamten Beschleunigungsphase an – bis zur Höchstgeschwindigkeit von 240 km/h, die der große Volkswagen nach recht kurzem Anlauf erreicht.
E-Antrieb hilft beim Sparen
Der Testverbrauch von 10,1 Liter Superbenzin/100 km zeigt, dass der zusätzliche E-Antrieb tatsächlich beim Sparen hilft. Freilich: Der ausstattungsbereinigt über 12.000 Euro billigere 3.0 V6 TDI verbraucht auf gleicher Strecke nur 9,3 Liter/100 km; allerdings stößt er als Diesel dafür die wesentlich fieseren Schadstoffe aus. Dafür steigt der Verbrauch beim Hybrid deutlich an, wenn man auf der Autobahn richtig schnell fährt: 15,3 Liter/100 km bei Vollgas, dagegen nur 12,1 Liter/100 km beim V6 TDI. Andererseits lässt sich der Hybrid auf gemessene 7,9 Liter/100 km drüken, wenn man unter Tempo 100 bleibt. Beim Diesel verharrt die Untergrenze bei 7,5 Liter/100 km. Das Schöne bei derlei Zahlenspielen: Auch mit dem Hybridantrieb bleibt der Touareg ein vollwertiger Geländegänger. Der erste Gang der neue Achtstufenautomatik ist kurz genug, um enorme Steigungen absolvieren zu können.
Allradantrieb mit 333 PS
Und der zusätzliche Elektromotor darf beim Wühlen im Tiefschnee, Weichsand oder Schlamm mangels Akkukraft ruhig mal ausfallen – der Touareg arbeitet sich trotzdem weiter. Denn dank Wandlerautomatik und konventionell mechanischem Allradantrieb kann auch der 333 PS starke Benziner allein die Fuhre wirksam weiterbringen. Der Allradantrieb bleibt immer erhalten. Und der Benziner kann über den Wandler auch ohne Elektrohilfe kräftig anfahren. Das ist auch der Grund, warum Volkswagen beim Hybrid-Touareg die gleiche Anhängelast von vollen 3,5 Tonnen freigibt wie für seine konventionellen Brüder. Mit denen teilt er sich seine übrigen Vorzüge. Dazu zählen der hochwertig anmutende Innenraum mit viel Platz auf der nun 16 Zentimeter längsverschiebbaren Rückbank, die ausnehmend komfortablen Sitze und die angenehme Federung. Allerdings fehlen dem Hybrid-Touareg 87 Liter Kofferraumvolumen. Die nimmt der Hybrid-Akku weg.
| Technische Daten | VW Touareg V6 TSI Hybrid |
|---|---|
| Motor | V6-Zyl.-Kompr.-Benziner + E |
| Einbaulage | vorne längs |
| Hubraum | 2995 cm3 |
| kW (PS) bei 1/min | 245 (333)/5500 + 34 (47) |
| Nm bei 1/min | 440/3000 + 300 |
| Drehzahl bei 130 km/h 2000/min im 1. Gang | 2150/min |
| Allradantrieb | permanent über selbstsperr. Torsen-Zentraldifferenzial |
| Kraftverteilung vo:hi | 65:35 bis 15:85/ norm. 40:60 |
| Traktionshilfen | el. Bremseingriff v+h |
| Getriebe | 8-Stufen-Wandlerautomatik |
| Karosserie | selbsttragend, Stahlblech |
| Testwagenbereifung | 265/50 R19 |
| Tankvolumen/Kraftstoff | 85 l/Superbenzin |
| Wendekreis r/l | 11,3/11,3 m |
| Grundpreis | 73.500 Euro |
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Kommentare zum Artikel (24)
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Ist ein gut gelungener SUV aber trotz Hybrit verbaucht er immer noch viel
Genau Foxhound : fette Autos für fette Menschen. Bevor ich abnehmen würde um in einen Kleinwagen zu passen, ess ich lieber noch ne Schweinshaxe und setz mich in ein SUV. Wo ist da das Problem ? Wir Dicken müssen zusammenhalten !
Was erwartet ihr denn bitteschön?!
Is halt nur ein Volkswagen.
@Erinnerung: Kleinwagen machen kleinkariert ... Das sind keine Autos. Kein Platz, kein Komfort, keine Zulandung, lahm und obendrein hässlich.
Wollte die vielen Kommentierer doch mal dran erinnern, dass der Touareg Hybrid den alten V8 FSI ersetzt. Und verglichen mit diesem ist er 1 Sek. schneller auf 100km/h und verbraucht mind. 5 Liter weniger. Außerdem kein Super Plus mehr.
Noch besser wäre es jedoch gar keinen Touareg und auch keinen Lexus 400h zu nehmen, sondern einen Kleinwagen, um Sprit zu sparen.
Aber darum geht es bei diesem Auto doch gar nicht.