Kaufberatung VW Touran

VW Touran: Kaufberatung

Gesucht: Der beste VW Touran

In zweiter Generation ist der Klassenprimus VW Touran endlich wieder up to date. Doch wie gut ist er wirklich? Das klärt die Kaufberatung.
Auch auf die Gefahr hin, bereits zu Anfang einen Teil der Spannung herauszunehmen: Ja, der Touran ist ein richtig gutes Auto geworden. Wie sollte es auch anders sein, bei den Genen. Schon im Passat der Generation B8 konnten wir – im wahrsten Sinne des Wortes – erfahren, wie sauber VW seine Modulararchitektur auf größere Modelle als den Golf adaptiert hat.
Überblick: Alles News und Tests zum VW Touran

Interieur: Alles in allem dominiert dunkelgrauer Softtouch-Kunststoff.

Im Touran wirkt all dies noch einen Tick routinierter. Vielleicht auch, weil der Van weniger Wert auf Schickimicki legt und sich daher die ein oder andere Klavierlack- oder Holzintarsie spart. Dadurch wirkt das Interieur angenehm entschleunigend. Freilich sind auch beim Touran ein paar glänzende Blenden geblieben, doch alles in allem dominiert dunkelgrauer Softtouch-Kunststoff. Wo wir gerade gedanklich schon im Cockpit sind, beginnen wir unseren Touran-Durchkrabbler gleich dort: VWs Baugruppen-Prinzip kommt auch hier voll zum Tragen. Details wie Lenkrad, Blinkerhebel oder das große Discover-Pro-Navi mit Acht-Zoll-Bildschirm kennen wir bereits aus vielen anderen Modellen. Neu sind dagegen Details wie das Design der Lüftungsdüsen oder die Klappblende vor dem Beifahrer, hinter der sich CD- und SD-Karten-Slots verstecken.

An Ablagefächern herrscht kein Mangel

Video: VW Touran 2.0 TDI (2015)

Der VW Touran wächst

Auf dem Platz an der Sonne sitzt es sich freilich eine Spur kutschbockiger als im Passat doch das ist ja durchaus so gewollt. Als groß gewachsener Fahrer wünscht man sich zwar, der Sitz wäre noch etwas tiefer einzustellen; doch hält man sich stets vor Augen, dass man in einem Van sitzt, passt die Sitzposition gut. Erfreulich: Im Touran wimmelt es förmlich von Ablagen. Da gibt es ein kleines Fach links neben dem Lenkrad, dazu ein Großes mit Deckel über den mittigen Lüftungsdüsen und natürlich die üblichen Verdächtigen an den gewohnten Positionen. So findet der Kleinkram im Auto seine Ordnung. "Fachlich" gibt es also nichts auszusetzen am Touran, doch wie sieht es mit dem Platzangebot für die Passagiere aus? Ist vorhanden; und zwar reichlich.

Kaufberatung VW Touran

Die Einzelsitze in Reihe zwei sind separat klapp- und verschiebbar, einen störenden Mitteltunnel für den sonst armen Tropf im Zentrum des Fahrzeugs gibt es nicht, und ab Comfortline sind Klapptische an den Rückseiten der Vordersitze serienmäßig. Zudem sind die Kopfstützen auch für Große weit genug ausfahrbar, und ausreichend Kopffreiheit gehört im Van ja ohnehin zum guten Ton. Alles tiptop also, wäre da nicht die etwas kurz geratene Oberschenkelauflage der Sitze. Im Heck lassen sich gegen 770 Euro Aufpreis zwei weitere Plätze aus dem ebenen Ladeboden ziehen, die jedoch nur Kindern ein bequemes Reisen ermöglichen. In Vollbestuhlung bleiben dann aber nur noch schmächtige 137 Liter Ladevolumen übrig. Mit allen fünf Kindern in den Sommerurlaub zu fahren, ist also keine sonderlich clevere Idee – außer man ordert die 870 Euro teure Anhängerkupplung und verstaut seinen Hausrat im rollenden Beiboot.

Wer das volle Assistenzpaket ordert, wird eine Menge Geld los

Die Liste der zubuchbaren Assistenzsysteme ist lang. Verwaltet werden sie über das Zentraldisplay.

In diesem Falle trifft es sich recht gut, dass VW dem Touran allerhand Assistenzsysteme mitgegeben hat. Diese kennen wir ebenfalls bereits aus dem Passat; da wäre unter anderem ein hervorragend funktionierender Hängerassistent. Hier wird über den Einstellknopf der Außenspiegel der gewünschte Winkel eingestellt, und die Lenkautomatik des Parkassistenten übernimmt das Zirkeln. Zugegeben: Zunächst ist das Ganze etwas gewöhnungsbedürftig, doch hat man den Dreh erst einmal raus, sind einem die staunenden Blicke der Zeltnachbarn auf dem Campingplatz sicher. Der Rest der Assistenzliste umfasst unter anderem einen Stauassistenten – im Grunde eine Kombination aus Adaptivtempomat und aktivem Spurhalteassistenten – oder den Parkassistenten, der auch aus Längslücken ausparken kann.

Ein Artikel aus AUTO TEST

Preise: VW Touran
1.2 TSI BMT 1.4 TSI BMT 1.6 TDI SCR BMT 2.0 TDI SCR BMT
Getriebe (Schalter|Automatik) 6-Gang manuell|– 6-Gang manuell|7-Gang-Doppelkuppl 6-Gang manuell|7-Gang-Doppelkuppl. 6-Gang manuell|6-Gang-Doppelkuppl.
Preis (Euro) ab 23.350 ab 28.200|30.075 ab 26.325|28.200 ab 30.975|32.850
Nun aber genug des assistierten Fahrens; schauen wir mal, wie sich der Kompaktvan aktiv fährt. Für das Standardfahrwerk können wir dies noch nicht beurteilen, denn sämtliche Testwagen waren mit dem 1035 Euro teuren Adaptivfahrwerk ausgestattet. Und das hinterlässt bereits im Normal-Modus einen ausgewogenen Eindruck. Leicht kopflastig und sicher vom ESP eingebremst, geht es in schnelle Kurven, Unebenheiten werden angenehm ausgebügelt. Noch mehr als die Schlag- gefällt jedoch die Geräuschdämmung, denn akustisch dringt kaum ein unangenehmes Fahrgeräusch in den Innenraum vor. Nur bei höheren Tempi – und das dürfte kaum zu vermeiden sein – beginnen Windgeräusche die Freude zu trüben.

Zwei Benziner und zwei Diesel mit 110 oder 150 PS zum Marktstart

Unsere Empfehlung für Familien: der 1.6 TDI. Mit seinen 110 PS und den kraftvoll zupackenden 250 Newtonmetern bietet er mehr als genug Leistung.

Für den Weg dahin bietet VW zum Marktstart vier Motoren an – zwei Benziner und zwei Diesel mit jeweils 110 oder 150 PS. Den Anfang macht der 1.2 TSI mit Handschaltung, der uns jedoch noch nicht zur Verfügung stand. Anders der 1400er mit 150 PS, den wir mit der Siebengang-Doppelkupplungsautomatik fahren konnten. Derart motorisiert, geht der Touran angenehm agil und spurtstark vom Fleck, rennt deutlich über 200 km/h und gibt sich laut Norm mit weniger als sechs Litern zufrieden. Werte, an denen es nichts auszusetzen gibt; und wer statt des Doppelkupplers den Handschalter wählt, spart 1875 Euro.
Unsere Empfehlung für Familien geht allerdings in Richtung des 1.6 TDI, der mit seinen 110 PS und den dieseltypisch kraftvoll zupackenden 250 Newtonmetern mehr als ausreichend Leistung für den Van bietet. Zumal der sauber geführte, aber mit leichtem Nachdruck in die Gassen gleitende Schalthebel den sportlichen Eindruck noch verstärkt. Alternativ gibt es auch ihn mit dem DSG. VWs Allzweckwaffe, der Zweiliter-TDI mit 150 PS, machte bei unserem Erstkontakt einen überaus kräftigen Eindruck. Bei ambitionierten Beschleunigungsvorgängen zeigen die 340 Nm Drehmoment den Vorderrädern gern mal die Grenzen ihrer Traktion auf. Doch auch beim Passat hatten wir schon den Eindruck, dass der 150-PS-TDI bemerkenswert gut im Futter steht.
Weitere Infos zum VW Touran und seinen wichtigsten Konkurrenten finden Sie in der Bildergalerie. Den kompletten Artikel mit allen Daten und Tabellen gibt es im Online-Artikelarchiv als PDF-Download.

Kaufberatung: VW Touran

Der vollständige Artikel ist ab sofort im unserem Online-Artikelarchiv erhältlich. Hier können Sie das Original-Heft-Layout als PDF-Dokument downloaden. Der Artikel handelt vom VW Touran (Typ II) (Kaufberatung).

Veröffentlicht:

26.08.2015

Preis:

2,00 €

Alexander Bernt

Fazit

Viel zu kritisieren gibt es wahrlich nicht am neuen Touran: Fährt gut, lenkt gut, bremst gut, schaltet gut – wobei "gut" im Grunde untertrieben ist. Mit dem Begriff Perfektion sollte man in der schnelllebigen Autobranche vorsichtig umgehen, doch VWs Vorzeige-Van kommt diesem ziemlich nahe. Wenn es etwas zu bemängeln gibt, dann wie immer die gepfefferten Preise, doch unter dem Strich ist der Touran schlicht sein Geld wert.

Stichworte:

Kompaktvan

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