TSI-Problem

TSI-Problem: Bietet VW bald mehr Kulanz? TSI-Problem: Bietet VW bald mehr Kulanz?

VW: TSI-Motorschäden

— 26.04.2012

VW erweitert Kulanz

Der öffentliche Druck – auch von AUTO BILD – hat gewirkt: VW gewährt bei Steuerkettenproblemen mit TSI-Motoren mehr Kunden Kulanz. Doch zu den Akten gelegt scheint das Thema damit noch nicht.

VW erweitert die Kulanzregelung für Steuerkettenschäden bei 1,2- und 1,4-Liter-TSI-Motoren. Dazu hat sich der Konzern nach wachsendem öffentlichen Druck entschieden. Wie AUTO BILD in der am 27. April 2012 erscheinenden Ausgabe (Heft 17/2012) berichtet, beteiligt sich Volkswagen ab sofort auch bei älteren Modellen und solchen mit hoher Kilometerleistung an den Lohn- und Materialkosten. In einer VW-Mitteilung an AUTO BILD heißt es, dass die Kulanzregelung für alle EA111-TSI-Motoren seit Anbeginn und ohne Kilometerbegrenzung gelte.

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"In der praktischen Umsetzung heißt das, dass wir alle bisher bearbeiteten Kulanzanträge, alle offenen als auch künftige Kulanzanträge entsprechend behandeln", so das Schreiben weiter. Alte Kulanzanträge können also erneut gestellt werden. Bedingung für die Kulanz ist der lückenlose Nachweis der Serviceintervalle nach Herstellervorgaben. Auf Anfrage von AUTO BILD hieß es von VW-Seite, dass bei jedem Fall individuell über die Kulanz entschieden werde. Allerdings werde "eine Beteiligung von 50 Prozent nie unterschritten".

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Hintergrund: Erste Leserberichte über Steuerketten-Probleme erreichten AUTO BILD im August 2009, rund ein Jahr nach Ablauf der Garantie der ersten TSI-Motoren bei VW. Ende 2009 dürfte den Verantwortlichen bei VW jedoch klar gewesen sein, dass es keine Einzelfälle waren, denn zu diesem Zeitpunkt brachte VW eine Technische Produktinformation (TPI) zum Steuerkettenproblem beim 1.4 TSI heraus. TPIs helfen VW-Vertragswerkstätten dabei, Ursachen von Schäden besser einzugrenzen. In den folgenden zwei Jahren sammelten sich bei AUTO BILD immer mehr Fälle defekter TSI-Steuerketten. In einem Gespräch präsentierte die VW-Qualitätssicherung zunächst eine Ursache für die Steuerkettenprobleme beim 1.4 TSI: Bei der Fertigung hätten abgenutzte Werkzeuge an den Kettenlaschen Metallgrate hinterlassen. Diese führten zum vorzeitigen Kettenverschleiß.

Pflegefall VW TSI-Motoren

VW Motorenprobleme bei 1.2 TSI, 1.4 TSI, 1.8 TSI, 2.0 TSI:
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Veröffentlicht:

26.04.2012

Preis:

2,00 €


 
Großen Wert legte VW auf die Feststellung, dass die Zahl der Schäden "im Zehntel-Promillebereich" liege. Beim 1,2-Liter-TSI räumte VW ein, dass im Laufe der Produktion auf einen anderen Kettentyp umgestellt worden sei. Bei den rund 5000 betroffenen Fahrzeugen werden die Ketten im Rahmen der regulären Service-Intervalle getauscht. Beim 1,8-/2,0-Liter-TSI hält sich VW bis heute bedeckt. Beim Gespräch in Wolfsburg bestreitet VW, dass es mit diesem Motor Probleme gebe. Serviceaktionen, die Audi und Skoda für den EA888 durchführten, seien für VW nicht relevant, weil sich der Golf-GTI-Motor in Details unterscheide. Ein Irrtum, wie AUTO BILD vorliegende TPI-Werkstätteninfos zeigen: Diese zeigen, dass defekte Rückschlagventile, gelängte Steuerketten und Defekte am Kettenspanner bei den Motoren ein bekanntes Problem seien.

Die neue AUTO BILD 17/2012 – ab Freitag, 27. April im Handel. Unter anderem mit diesen Themen: Erster Vergleich der Trendtypen – schlägt der neue Mazda CX-5 die Konkurrenten VW Tiguan, Ford Kuga und Hyundai ix35? Dazu: Sechs Minis mit vier Türen – VW Up, Daihatsu Cuore, Fiat Panda, Kia Picanto, Opel Agila und Toyota Aygo. Und: Gebrauchtwagentest – was taugt ein VW Touareg für 12.000 Euro.


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