VW-Übernahme durch Porsche — 11.07.2008
Wiedeking kauft zu
Nächstes Kapitel in der scheinbar endlosen Schicksalsstory von VW: Porsche-Chef Wendelin Wiedeking bestätigte jetzt die faktische Machtübernahme bei Volkswagen bis Anfang September.
Außerdem gibt es im seit Monaten tobenden Streit zwischen Porsche und dem VW-Betriebsrat über die Mitbestimmung in der Porsche Holding immer noch keine Einigung. Wiedeking forderte die Belegschaften von Porsche und VW auf, eine Lösung in dem Streit zu finden. Sollte dies nicht gelingen, würden künftig drei Arbeitnehmervertreter von Porsche und drei von VW im Aufsichtsrat sitzen. Aus Sicht des VW-Betriebsrats geht die Mitbestimmungsvereinbarung deutlich zu Lasten der Wolfsburger Belegschaft. Betriebsratschef Bernd Osterloh hatte Wiedeking im Zuge des Streits sogar eine "feindliche Übernahme" vorgeworfen.
Osterloh: "Sind schon jetzt von Porsche abhängig"
Porsche hatte bereits Mitte Juni bekanntgegeben, Verträge für den Kauf von 4,92 Prozent der VW-Stammaktien geschlossen zu haben. Diesen Nachweis hatte die EU-Kommission zur Bedingung gemacht, um überhaupt über die geplante Mehrheitsübernahme von Porsche bei VW zu entscheiden. Hintergrund ist, dass die Kommission bei einem Anteil von 35 Prozent der Stimmrechte ein faktisches Beherrschungsverhältnis sieht. Die Frist, die 4,92 Prozent der VW-Stammaktien tatsächlich auch zu kaufen, laufe am 2. September ab, sagte ein Porsche-Sprecher. Osterloh sagte am Donnerstag: "Ob Porsche Aktien zukauft oder nicht, ändert überhaupt nichts." VW sei nach Auffassung des Betriebsrats bereits heute von Porsche abhängig. Die Stuttgarter hatten zuletzt außerdem angekündigt, sich weitere Optionen auf den Kauf von VW-Aktien gesichert zu haben. Im Laufe des Jahres will Porsche seinen Anteil auf mehr als 50 Prozent aufstocken. Die EU-Kommission will am 23. Juli 2008 über die geplante Machtübernahme entscheiden. Porsche erwartet eine Genehmigung aus Brüssel.

































