VW und Fiat: Übernahmegerüchte

VW und Fiat: Übernahmegerüchte

— 17.07.2014

Was plant VW mit Fiat?

Verleibt sich VW bald Fiat Chrysler ganz oder teilweise ein? Laut einem Medienbericht gibt es dazu bereits Gespräche auf höchster Ebene. Den Wolfsburgern geht es demnach vor allem um die US-Marke.

(dpa) Der Volkswagen-Konzern prüft nach Informationen des "Manager Magazins" eine Übernahme oder Teilkäufe des Konkurrenten Fiat Chrysler. VW-Großaktionär und -Aufsichtsratsboss Ferdinand Piëch und die zwei Fiat-Haupteignerfamilien Elkann und Agnelli führten "dazu bereits diverse Gespräche", wie das Magazin am Donnerstag (17.07.2014) vorab online berichtete. Der VW-Konzern dementierte ebenso wie Fiat und die Exor-Holding als Fiat-Großaktionär den Bericht. Derzeit stehe keine Übernahme auf der Agenda, so ein Sprecher. Die VW-Aktie reagierte zunächst mit Kursverlusten, das Fiat-Papier stieg.
Zwölf Marken unter einem Dach: Das Auto-Imperium von Volkswagen
Die Volkswagen-Gruppe ist unter der Führung von Vorstandschef Martin Winterkorn und Chefaufseher Ferdinand Piëch zu einem Zwölf-Marken-Imperium angewachsen. eben der Pkw-Hauptmarke mit dem VW-Emblem gehören dazu Audi, Seat, Skoda, Bentley, Bugatti und Lamborghini, außerdem die Lkw-Hersteller MAN und Scania, die leichten VW-Nutzfahrzeuge, der Motorradbauer Ducati und die Sportwagenschmiede Porsche. Piëch soll schon mehrfach mit der Fiat-Marke Alfa Romeo als Nummer 13 geliebäugelt haben. Auch bei den Nutzfahrzeugen könnte es noch Zukäufe geben. Deutschlands größter Konzern (2013 rund 200 Milliarden Euro Umsatz) hat weltweit etwa 600.000 Beschäftigte. VW ist nach Toyota inzwischen der zweitgrößte Autokonzern der Welt.
Laut "Manager Magazin" geht es in den Sondierungen vor allem um Chrysler. Der US-Autobauer war erst im Januar komplett unter das Konzerndach der Italiener gekommen. Mit einem Chrysler-Kauf könne sich Volkswagen gegen seine Schwäche in den USA wappnen. Laut dem Magazin spräche jedoch auch einiges gegen eine Einigung. So hatten die Wolfsburger erst kürzlich die milliardenschwere Komplettübernahme der Lkw-Tochter Scania gestemmt. Diese Integration kostet auch Managementressourcen, das Thema ist also nicht nur ein finanzielles.

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Zudem hatte es jüngst Spekulationen gegeben, wonach sich Volkswagen absehbar mit einem Nutzfahrzeug-Zukauf in den USA stärken wolle. Der Ex-VW-Manager und heutige Daimler-Vorstand Wolfgang Bernhard hatte diese Gerüchte Anfang des Monats angeheizt. Alles gleichzeitig sei aber kaum finanzierbar, schreibt das "Manager Magazin" unter Berufung auf Top-Manager. VW-Patriarch Piëch hat in der Vergangenheit mehrfach sein Interesse zumindest an der Fiat-Tochter Alfa Romeo bekundet.

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Mit einem Kauf oder Teilkauf könnte Volkswagen laut dem Magazin eine Lösung der Probleme in den USA forcieren. Das engmaschige Händlernetz von Chrysler und deren erfolgreiche Geländewagen und Pick-Ups würden die Aufstellung der Wolfsburger in den USA passgenau ergänzen. Die Niedersachsen verlieren mit ihrer Kernmarke VW-Pkw seit 15 Monaten in Folge an Boden in den USA, obwohl der Markt insgesamt wächst. Die VW-Vorzugsaktie sackte nach dem Bericht um mehr als zwei Prozent auf etwa 185 Euro ab. Börsianer reagierten skeptisch. "Da kann man sich ruck-zuck verzetteln", sagte ein Händler. Auch ein weiterer Marktteilnehmer fürchtete, dass noch ein Großprojekt neben den bereits bestehenden Baustellen VW überfordern könnte. Die Fiat-Aktie in Mailand dagegen stieg um fast 4 Prozent auf knapp acht Euro.

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