Übersicht: Diese Wagenheber-Typen gibt es

Wagenheber im Vergleich

— 14.03.2016

Welcher Wagenheber ist der richtige?

Welche Wagenhebertypen gibt es, und was sind die Vor- und Nachteile der verschiedenen Modelle? AUTO BILD erklärt die Unterschiede.

Wagenheber gibt es in verschiedenen Varianten, Größen, Leistungsstärken, Qualitätsstandards und natürlich auch Preisklassen. Für die Wahl des passenden Wagenhebers sind daher zunächst Fragen wie Fahrzeugtyp, Einsatzgebiet und Anforderung zu klären, gibt es doch einige Unterschiede bei Bedienung, Tragkraft und Hubhöhe. Was sollte man also beachten, wenn man einen Wagenheber kaufen möchte? Zu den entscheidendsten Kriterien zählen unter anderem die Tragkraft (meistens reichen zwei Tonnen), das Einsatzgebiet (Pannenhelfer, Hobby- oder Profi-Schrauber) und die passende Hubhöhe (die Werte stehen in der Regel im Fahrzeug-Handbuch). Generell sollte man vom Kauf von Wagenhebern absehen, die weder ein GS-Zeichen (Geprüfte Sicherheit), TÜV-Siegel oder eine CE-Kennzeichnung aufweisen.

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Einen Wagenheber erhält man bereits für rund zehn Euro, Rangierwagenheber starten bei 20 Euro. Sie sind für einen gelegentlichen Gebrauch durchaus geeignet, nicht jedoch für den Dauer- oder Profi-Einsatz. Hier empfehlen sich hochwertigere Modelle ab etwa 70 Euro. Bei diesen Wagenhebern sind die Hydraulikpumpen und Materialien hochwertiger ausgeführt, so dass sie deutlich mehr Hebevorgänge verkraften. Rangierwagenheber sind generell etwas teurer, dafür ebenfalls vielseitiger bei der Handhabung und im Einsatz, beispielsweise durch eine leichtere, kräftesparende Bedienung. Zum besseren Verständnis gibt es hier einen kurzen Überblick über die unterschiedlichen Arten und Ausführungen.

Scherenwagenheber – meist schon an Bord

Einen Scherenwagenheber gibt es in dieser Rautenform oder als einarmigen Storz-Wagenheber.

Der Scherenwagenheber ist der einfachste und dadurch auch günstigste unter den Wagenhebern und kostet zwischen zehn und 70 Euro. Er ist in Form einer Raute konstruiert, die mit einer der vier Seiten am Boden aufliegt. Durch die längere der beiden Achsen führt eine Gewindestange, an die eine Kurbel angebracht wird. Das System arbeitet nach dem Kniehebelprinzip. Mit dem Drehen der Kurbel wird das Auto angehoben. Beim Kniehebel kommt das Hebelgesetz zum Tragen: Dank einer kleinen Wegübersetzung (viele Kurbelumdrehungen)  herrscht eine große Kraftübersetzung. So kommt der Scherenwagenheber ohne hydraulische Unterstützung aus, jedoch wird es durch das lange Kurbeln meist anstrengend. Dafür ist er kompakt und als Pannenhelfer schnell einsetzbar.

Test: Sechs Rangierwagenheber im Vergleich

Eine Abwandlung des Scherenwagenhebers, der Storzwagenheber, befindet sich in vielen Autos serienmäßig an Bord. Der Storzwagenheber ist dank nur eines Arms zwar noch platzsparender als der rautenförmige Scherenwagenheber, steht dafür allerdings nicht so stabil.

Rangierwagenheber – die komfortabelste Variante

Rangierwagenheber: bereits ab 20 Euro zu haben. Profi-Geräte für die Werkstatt kosten deutlich über 100 Euro.

Der Rangierwagenheber arbeitet in den meisten Fällen hydraulisch, also mittels Öldruck. Der besondere Vorteil eines Rangierwagenhebers ist seine Manövrierfähigkeit. Der Wagenheber ist mit vier Rollen ausgestattet, von denen zwei wie bei einem Einkaufswagen frei beweglich sind, was die Rangierfähigkeit dieses Wagenhebertyps gewährleistet. Wird das Auto mittig an einer Achse angehoben, lässt es sich so mit Hilfe des Wagenhebers manövrieren. Beim Anheben wird mittels eines demontierbaren Hebelarms eine Hydraulikpumpe betätigt, wodurch sich der Arm des Wagenhebers hebt. Der Wagenheberteller, der an der Karosserie ansetzt, verfügt bei besseren Modellen über eine Gummiauflage. Das Absenken geschieht ebenfalls mittels des Hebelarms. Durch Drehen eines Ventils neben der Pumpe lässt sich der Hebearm absenken. Für einen optimalen Stand bewegt sich der Rangierwagenheber beim Heben und Senken leicht zum Auto hin oder vom Fahrzeug weg. Das erfordert einen ebenen Boden. Der Rangierwagenheber ist komfortabel und kräftesparend in der Handhabung, jedoch nur für den stationären Einsatz geeignet. Hochwertigere Modelle besitzen eine sogenannte "Quick-Lift-Funktion": Durch ein seitlich angebrachtes Pedal oder eine Umschaltvorrichtung am Wagenheber kann das Auto schnell und mit wenigen Pumpvorgängen auf die maximale Höhe gehoben werden. Der Rangierwagenheber ist der hochpreisigste Wagenhebertyp. Je nach Qualtiät und Ausführung liegen die Preise zwischen 20 und etwa 300 Euro.
Sicherheitstipps für den Einsatz von Wagenhebern
Auto nur auf stabilem und ebenem Untergrund anheben. Beim Schaltgetriebe den ersten Gang einlegen. Beim Automatik-Getriebe den Schalthebel auf Position "P" stellen, zusätzlich die Handbremse anziehen. Zur weiteren Absicherung empfehlen sich Unterstellböcke und Bremskeile. Vor Beginn der Arbeit unter dem Auto auf Stabilität prüfen! Starkes Rütteln oder das Lösen von festsitzenden Schrauben mit hohem Kraftaufwand kann den Wagenheber zum Kippen bringen.

Hydraulischer Stempelwagenheber – der Herkules

Der Stempelwagenheber kommt vor allem bei schweren Fahrzeugen zum Einsatz.

Stempelwagenheber sind die leistungsstärksten Vertreter ihrer Klasse mit einer Tragkraft von etwa zwei bis 30 Tonnen. Der Stempelwagenheber arbeitet entweder hydraulisch oder pneumatisch – Profigeräte nutzen häufig die Luftdruck-Variante. Aufgrund der hohen Tragkraft kommen Stempelwagenheber häufig im Nutzfahrzeugbereich oder bei großen Wohnmobilen zum Einsatz. Nachteil ist die teilweise nur geringe Hubhöhe, die sich bei manchen Modellen jedoch mit einem Spindelgewinde erweitern lässt. Stempelwagenheber mit einer Tragkraft ab zwei Tonnen gibt es bereits für rund 20 Euro. Diese Modelle reichen für das Heben von Pkw aus. Profi-Geräte für den Werkstattbereich mit pneumatischem System können deutlich über 100 Euro kosten.

Ballon- oder Luftkissenwagenheber

Der Skurrilste unter den Wagenhebern: ein Ballonwagenheber hebt das Auto mit Hilfe der Abgase.

Hier ist es tatsächlich ein Ballon, der den Wagen anhebt, genauer ein Sack aus reißfestem Kunststoff, versehen mit einem Schlauch. Der Schlauch wird auf das Auspuff-Ende des Fahrzeugs aufgesteckt, nach dem Starten des Motors pumpen die Abgase den Ballon auf – der Wagen hebt sich also durch Druckluft. Diese Art Wagenheber eignet sich besonders für Reifenpannen. Das Anheben des Wagens mittels Ballonwagenheber erfordert keine Kraft, dazu kann der Heber auch auf einem unebenen Untergrund eingesetzt werden. Der Nachteil: Der Kunststoffsack kann leicht beschädigt werden. Zudem steht der Wagen auf dem Ballonwagenheber nicht sehr stabil. Daher sollte das Fahrzeug zusätzlich abgesichert werden. Ballonwagenheber gibt es ab etwa 50 Euro, stabilere Versionen, mit denen sich auch schwere SUVs heben lassen, kosten bis zu 150 Euro.
Wagenhebertypen: Vorteile und Nachteile im Überblick
Typ Tragkraft/
Hubhöhe
Vorteile Nachteile
Scherenwagenheber Bis 1,5 Tonnen, elektrische Modelle bis zwei Tonnen/90 bis 360 mm Kompakt und platzsparend, schnell einsetzbar und damit geeignet als Pannenhelfer. Preisgünstig und hilfreich bei tiefergelegten Autos. Erfordert erheblichen Kraftaufwand, geringere Tragkraft, daher nur für Klein- und Mittelklassewagen geeignet. Weniger stabil als hydraulische Wagenheber.
Rangierwagenheber zwei bis vier Tonnen/80 bis 800 mm Einfache und kraftsparende Bedienung, manche Modelle mit Extras wie LED-Beleuchtung oder Schnellhubpedal. Auf festem Untergrund universell einsetzbar. Groß und schwer, daher vorwiegend stationär im Einsatz und nicht für unterwegs geeignet.
Stempelwagenheber Zwei bis 20 Tonnen/180 bis 470 mm Relativ kompakt, besonders leistungsstark und robust, stemmt auch schwere SUVs oder Transporter. Teilweise nur geringe Hubhöhe, erfordert viel Achtsamkeit beim Ansetzen und kann leichter kippen.
Luftkissenwagenheber Bis drei Tonnen/0 bis 600 mm Schnell einsetzbar, keine Kraftanstrengung, platzsparend und geringes Gewicht. Somit optimal als Pannenhelfer und auch auf weichem Untergrund einsetzbar. Ballon kann leicht beschädigt werden, Schlauch kann sich vom Auspuff lösen. Fahrzeug muss stets zusätzlich gesichert werden. Nicht für regelmäßigen Einsatz geeignet.

Übersicht: Diese Wagenheber-Typen gibt es

Wagenheber - So setzen Sie richtig an

Allgemeine Hinweise

Hier erklären wir für jeden Wagenhebertyp die richtige Benutzung. Elementar ist das richtige Ansetzen des Wagenhebers am Auto. So verhindern Sie Beschädigungen am Fahrzeug und gewähren einen sicheren Stand des Autos. Generell gilt: Vor dem Anheben des Wagens Bedienungsanleitungen lesen (Wagenheber und Auto) und Herstellerhinweise beachten. Dazu müssen Auto und Wagenheber auf einer ebenen Fläche stehen. Handbremse anziehen, ersten Gang einlegen (Automatik auf P), erst dann Auto anheben.

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Autor: Brigitte Oesterle

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