Wahl zum SPORTSCAR 2008

Wahl zum SPORTSCAR 2008

— 28.11.2008

Wildes Dutzend

Einmal im Jahr bitten wir gleich zwölf hochkarätige Boliden zum großen Vergleich und wählen aus den schnellsten und besten. Am Ende des harten Wettkampfes steht es fest: das AUTO BILD-SPORTSCAR des Jahres 2008.

Mehr als 5000 PS, stilvoll oder martialisch verpackt in zwölf mehr oder minder atemberaubenden Karossen. Ein leeres Testgelände samt Highspeed-Oval, Handlingparcours, bewässerter Kreisbahn für Drifts. Was nach heißem Männertraum zu Weihnachten klingt, wird einmal im Jahr Realität. Wenn AUTO BILD SPORTSCARS die zwölf Monatsgewinner des vergangenen Jahres ins Contidrom bittet, glänzen selbst routinierten Testern die Augen. Alltag ist das nicht, denn in dieser Ballung sehen auch Testredakteure diese außergewöhnlichen Sportwagen äußerst selten. Genauer: einmal im Jahr. Am Ende wird es wieder einen Gewinner geben. Den Überflieger des Jahres, gekürt von einer Jury aus Technikprofis vom TÜV-Rheinland, Fahrprofis aus Rennsport, Testbetrieb und Reifenbeurteilung sowie in der Regel kühl abschätzenden Redakteuren.

Zwölf Boliden rasen mit Vollgas durchs Highspeedoval

Doch kühl bleibt kaum einer, wenn in kurzem Abstand etwa ein Maserati GranTurismo S , ein Mercedes SL 63 AMG, ein Audi RS 6 Avant und ein Lamborghini Gallardo LP 560-4 mit guten 200 Sachen durch das Highspeed-Oval röhren und sich die Ohren der Anwesenden zu großen Trichtern aufzublähen scheinen, gestandene Rennfahrer "Wahnsinn" stammeln oder manch einer den Mund gar nicht mehr zubekommt vor lauter Verzückung - dieser Testtag ist ein absoluter Festtag. Sozusagen die Belohnung für das harte, zurückliegende Testjahr.  Die aktuelle Hitliste mit den Besten der Besten finden Sie übrigens im Testjahrbuch von AUTO BILD SPORTSCARS (derzeit für 3,90 Euro im Handel). Über 300 Autos durchlaufen pro Jahr das anspruchsvolle und schonungslose Testprogramm, mehr als 600.000 Kilometer werden abgespult, gut und gern 100.000 Liter Kraftstoff verbrannt – meist Super Plus.

Highlight: das Duell Porsche 911 GT2 gegen Honda CBR

Spektakuläres Highlight: Porsche 911 GT2 trifft Honda CBR 1000 RR auf der Nordschleife.

Beschleunigen, Bremsen, Elastizizätsmessungen und nicht zuletzt die Rundenzeiten samt Sektorenzeiten und Durchschnittsgeschwindigkeiten, welche die Redaktion auf den drei bevorzugten Rennstrecken – der Motorsport Arena Oschersleben und dem Nürburgring mit Grand Prix Kurs und Nordschleife – fährt, lieferten reichlich Futter für spannende Geschichten, aussagekräftige Testurteile und ebenso viel Gesprächsstoff in manch einerStammtischrunde. Dort dürften viele der folgenden Protagonisten im Mittelpunkt stehen. Im November 2007 setzte ein altbekannter deutscher Supersportler in Neuauflage samt prominentem Weltklassefahrer das Glanzlicht: Der 530 PS starke Porsche 911 GT2 deklassierte eine Honda CBR 1000 RR Fireblade auf der Nordschleife mit 40 Sekunden Vorsprung. Pilotiert wurde der GT2 von Rallye-Ass Walter Röhrl, die Fireblade vom Nordschleifen-Rekordhalter Helmut Dähne.

Im Dezember machte die Neuauflage eines Klassikers Furore: die Corvette C6, mittlerweile auf 437 PS erstarkt und rundum verfeinert. Für 65.290 Euro punktet der Amerikaner zudem mit tollem Preis-Leistungs-Verhältnis. Damit, mit satter Leistung und rundum gelungenem Auftritt überzeugte uns in der Januar-Ausgabe der Alpina B3. Mit 360 Turbo-PS aus sechs Zylindern und fein abgestimmtem Fahrwerk fuhr der Alpina souverän in die Monatsauswahl. Auch im Februar machte ein Bayer auf sich aufmerksam, diesmal aber einer von der Stange. Das 135i Coupé von BMW gibt nicht nur optisch eine gute Figur ab. Vor allem der wunderbare, 306 PS starke Reihensechser und das knackige Fahrwerk machten klar: Das ist ein würdiger Monatsgewinner. Durch das März-Heft bollerte die neue Version des Supersport-Kombis Audi RS6 Avant. Angetrieben von einem Zehnzylinder-Direkteinspritzer-Biturbo mit mächtigen 580 PS, gesegnet mit Allradantrieb und einem vor allem für sehr schnelle Langstrecken tauglichen Fahrwerk ein hochpotenter Monatssieger.

Besser als mit dem Techart GT Street Cabrio kann man sich nicht fönen

Der April führte uns auf die Rennstrecke von Le Castellet, wo wir dem sportlichsten Pferd im Stall von Mercedes-Haustuner AMG die Sporen gaben: dem SL 63 AMG mit neuem Siebengang-Sportgetriebe und Feinschliff an Fahrwerk und Lenkung. Mühelos schaffte der offene Schwabe den Monatsgewinn. Etwas  bodenständiger tritt der Mai-Gewinner auf. Bei einem Dreiervergleich geschärfter Mini Cooper S setzte sich der Mini von AC Schnitzer durch. 225 PS und ein Handling mit hohem Suchtfaktor verhalfen dem Kraftwürfel zum Sieg. Extrem angeschärft war der Juni-Gewinner: Das Techart GT Street Cabrio auf Basis des Porsche Turbo trumpft nicht nur mit 820 Newtonmetern und 630 PS auf. Mit 318 km/h Höchstgeschwindigkeit bietet der Techart eine der besten Möglichkeiten, das Mütchen in stürmischem Wind zu kühlen.

Mit italienischer Rasse und hinreißender Linienführung überzeugte der Maserati GranTurismo schon länger. Dank Kraftkur zum Gran Turismo S mit 440 PS erstarkt, empfahl er sich als Juli-Gewinner. Auch der August stand im Zeichen italienischer Rasse. Im Kampf gegen den 40 PS stärkeren Ruf RT 600 auf der Nordschleife zog der Lamborghini Gallardo LP 560-4 zwar mit fünf Sekunden Rückstand den Kürzeren. Doch die emotionale Wertung gewann der brandneue Lambo und wurde so zum Favoriten. Für den September war eigentlich der quirlige 500 Abarth fest eingeplant. Leider verunfallte das zugesagte Fahrzeug drei Tage vor dem Wahltermin – der Supergau, doch die Chance für den Ersatzspieler: So konnte der im November 2007 erstmals vorgestellte Mitsubishi Lancer Evolution nachrücken. Die zehnte Auflage des kultigen Japaners setzt auf Doppelkupplungsgetriebe und ist nach wie vor eine Ansage für Sportfahrer, die zudem den Geldbeutel nicht über Gebühr strapaziert.

Der Kandidat des Monats Oktober gefällt sich als echter Auto-Purist

Der Oktober brachte den mit Spannung erwarteten KTM X-Bow, der sich dem Vergleich mit Ariel Atom und dem Lotus 2-11 stellte. Der kompromisslose Österreicher zielt auf maximalen Fahrspaß und Sportlichkeit – genügend Gründe, das erste Auto des Motorradherstellers als Monatssieger für den Oktober zu nominieren. Ein hochkarätiges Teilnehmerfeld also, das die achtköpfige Jury einen ganzen Tag lang in Atem hielt. Dabei bewerteten drei Fahrprofis (AUTO BILD-Cheftester Dierk Möller-Sonntag, Continental-Testingenieur Angelo Perez-Riemer und Rennfahrer Wolfgang Kaufmann) in erster Linie die Performance der Boliden. Bei den AUTO BILD SPORTSCARS-Redakteuren stehen Kriterien wie Design, Preis-Leistungs-Verhältnis und Lustfaktor in den Bewertungsbögen. Schließlich fließen auch Verarbeitung und Alltagstauglichkeit in die Wertung ein, einmal mehr vom TÜV Rheinland umgesetzt.

Die besten Bilder vom Testmarathon, alle zwölf Kandidaten und die drei Sportler auf dem Siegertreppchen finden Sie in der Bildergalerie. Den kompletten Artikel mit allen technischen Daten und Tabellen gibt es im Heftarchiv als pdf.

Autor: Ralf Kund

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