Wallbox: Elektroauto zuhause laden

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Wallbox: Elektroauto zuhause laden

Das muss man zur Wallbox wissen

Wer sein Elektroauto zu Hause aufladen will, braucht eine spezielle Steckdose, die sogenannte Wallbox. AUTO BILD erklärt, wie das funktioniert.

Das Laden an der Haushalts-Steckdose sollte eher die Ausnahme sein.

Nur 11.000 öffentliche Ladestationen für Elektroautos gibt es in Deutschland. Idealerweise tankt man sein Auto also zu Hause auf. Dafür wird eine spezielle E-Tankstelle benötigt, die sogenannte Wallbox. Übersetzt heißt das sinngemäß "Wandkasten". Und genau das ist eine Wallbox: eine spezielle Steckdose an der Wand für das schnelle und komfortable Laden von E-Autos. Sie lädt den Akku bis zu zehnmal schneller wieder auf als eine Haushaltssteckdose. Ein Beispiel: Die Ladezeit eines Renault Zoe reduziert sich von zehn Stunden an der normalen Steckdose (2,3 kW) auf bis zu 1,5 Stunden an einer 22-kW-Ladestation. Für Elektroauto-Fahrer oder alle die es werden wollen, ist eine Wallbox dringend anzuraten. Mit speziellen Kabeln ist es zwar möglich, an einer normalen Steckdose zu laden, doch die Leitungen sind für so große Strommengen über einen längeren Zeitraum nicht ausgelegt. Der Dauerbetrieb kann zu Überhitzung führen. Es besteht dann Brandgefahr! Diese Möglichkeit ist also nur eine Notladefunktion, zum Beispiel auf Reisen, wenn gerade keine spezielle Wallbox verfügbar ist.

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Was kostet die Installation einer Wallbox?

Je nach Aufwand kann die Installation von einer Wallbox bis zu 2000 Euro kosten.

Basismodelle beginnen ab circa 500 Euro. Je nach Variante können es auch mehrere Tausend Euro sein. Hinzu kommen die Kosten für die Montage, das sind je nach Anbieter und Voraussetzungen nochmal zwischen 100 und 2000 Euro. Entsprechend der Entfernung zum Sicherungskasten entstehen Mehrkosten durch die Anzahl von Wand- und Deckendurchbrüchen sowie Länge und Durchmesser der nötigen Kabel. In der Regel vermitteln Anbieter auch einen Installations- und Wartungsservice. Die Kosten müssen Elektroauto-Besitzer aber nicht unbedingt alleine tragen. In Sachsen gibt es zum Beispiel bis zu 1000 Euro Zuschuss plus 200 Euro pro kWh beim Einbau einer Wallbox inkl. Stromspeicher. Insgesamt ist die Zahl der Sponsoren jedoch überschaubar. Außerdem sind die Prämien häufig an die Stromabnahme von bestimmten Energieversorgern gekoppelt und zudem in der Regel regional begrenzt. Bevor man sich also von einem Bonus locken lässt, lieber genau nachrechnen, ob dazu nicht der Wechsel in einen deutlich teureren Stromtarif erforderlich ist.
Diese Zuschüsse gibt es für die Wallbox: Der Kauf von Elektroautos wird mit dem Umweltbonus von Bund und Autoherstellern schon seit 2016 unterstützt. So langsam ziehen Länder, Städte und Stromwerke mit Zuschüssen für die Planung und den Einbau privater Ladestationen nach. Der ADAC hat aktuell neun Angebote auf seinem Blog vorgestellt. Dort finden Sie auch die Links zu den Anbietern sowie die genauen Voraussetzungen für die Antragstellung. Von Düsseldorf bis Sachsen gibt es Prämien von bis zu 1000 Euro. Tipp: Auch Freiberufler und Unternehmer können von Förderprogrammen profitieren. Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) etwa gewährt günstige Kredite für entsprechende Investitionen.
• Düsseldorf: 500 Euro, Voraussetzung: Laden mit Ökostrom oder vorhandene Solaranlage. Mehr Infos: Umweltamt Düsseldorf
• Hannover: 500 Euro, Voraussetzung: Laden mit Ökostrom. Mehr Infos: Enercity
• Karlsruhe: 500 Euro, Voraussetzung: Kauf eines E-Autos. Mehr Infos: Stadtwerke Karlsruhe
• München: Keine konkrete Summe, aber Förderung bei Planung und Einbau von Ladeinfrastruktur. Mehr Infos: Stadt München
• Dachau: 250, Voraussetzung: Abschluss eines Ökostrom-Vertrags. Mehr Infos: Stadtwerke Dachau
• Nürnberg: 250 Euro. Mehr Infos: N-ERGIE
• Merseburg: 500 Euro. Mehr Infos: Stadtwerke Merseburg
• Nordrhein-Westfalen: 50 Prozent der Kosten, max. 1000 Euro. Mehr Infos: Bezirksregierung Arnsberg
• Sachsen: 1000 Euro plus 200 Euro pro kWh beim Einbau einer Wallbox inkl. Stromspeicher. Mehr Infos: Sächsische Aufbaubank

Kann man eine Wallbox selbst installieren?

Ladestationen für E-Autos benötigen Starkstrom. Die entsprechenden Kabel mit 400 Volt Spannung sollten nur von qualifizierten Fachbetrieben verlegt werden. Von Eigenbauten ist dringend abzuraten. Sie sind lebensgefährlich, und im Schadenfall droht Ärger mit der Versicherung. Die Montage einer Wallbox sollte also nur ein zertifizierter Elektriker übernehmen. Die E-Profis sind am Logo der Elektroinnungen zu erkennen. Wichtig: Die Wallbox vor der Montage beim Netzbetreiber anmelden. Hardware-Anbieter und Energieversorger helfen, die individuell passende Lösung zu finden.

Welche Anbieter gibt es?

Um eine Wallbox zu kaufen, gibt es mittlerweile viele Möglichkeiten: Die Autohersteller selbst haben die Heimladestationen im Angebot, Stromanbieter verkaufen sie und selbst in gängigen E-Fachmärkten und -Versandhäusern (z.B. Conrad) gibt es sie mittlerweile zu kaufen. Wichtig: Die Wallbox muss kompatibel mit einer der zwei verbreiteten Steckervarianten Typ 1 und Typ 2 sein. Weitere Informationen dazu gibt es direkt vom jeweiligen Autohersteller oder beim Stromanbieter.

Wie wird die Wallbox bedient?

Je nach Modell sind Wallboxen über Smartphone oder Tablet drahtlos steuerbar. Mit den Apps können Sie den Ladevorgang jederzeit starten und stoppen. Zudem bieten die kleinen Handy-Programme einen Überblick über Betriebszustand, Energieverbrauch und die anfallenden Stromkosten der Wallbox. An den meisten Modellen gibt es außerdem ein kleines Display, auf dem sich die Informationen ablesen und Einstellungen vornehmen lassen.

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Wallbox Sharing: Eigenen Anschluss vermieten?

Die Idee des sogenannten Wallbox Sharing ist noch recht jung. Der Gedanke dahinter: Wer eine Wallbox zuhause hat, kann sie in der Zeit, in der er sie selbst nicht nutzt, anderen Elektroauto-Fahrern anbieten. Das Ganze geht über eine App, in der die private Ladesäule einfach über einen bestimmten Zeitraum gemietet werden kann. Den Preis für das Laden bestimmt jeder Vermieter selbst. Das Prinzip klingt simpel, ist aber noch nicht serienreif. Verschiedene Start-ups arbeiten gerade an der Entwicklung. Eines davon ist das Projekt Peer2Peer Charging, das im Rahmen des Daimler-Programms Startup Autobahn noch bis Ende des Jahres eine App zum Wallbox-Sharing auf den Markt bringen will. Auch RWE-Tochter Innogy oder das Schweizer Start-up Enio arbeiten an ähnlichen Projekten.

Was müssen Mieter beachten?

Gibt es einen festen Stellplatz, können auch Mieter eine Wallbox installieren lassen. Allerdings muss der Vermieter erst zustimmen. Und bei Gemeinschaftseigentum, zu dem etwa eine Tiefgarage gehört, müssen die eventuellen Miteigentümer gefragt werden. Damit den übrigen Bewohnern keine Zusatzkosten durch die Ladebox entstehen, empfiehlt es sich einen Extra-Stromzähler zu installieren.

Autoren: Bendix Krohn, Lena Trautermann

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